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Copernicus-Preis für Wissenschaftler aus Gießen und Lodz

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Für eine weitreichende Kooperation auf dem Gebiet der Holocaust-Studien werden ein Wissenschaftler der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen sowie eine Wissenschaftlerin aus Polen ausgezeichnet. Der mit 200.000 Euro dotierte Copernicus-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Stiftung für die polnische Wissenschaft (FNP) geht an Sascha Feuchert von der JLU sowie Krystyna Radziszewska von der Universität Lodz, wie die DFG und die Justus-Liebig-Universität am Donnerstag mitteilten.

Gießen/Lodz - Feuchert ist Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur an der JLU und arbeitet mit Radziszewska bereits seit den 1990er Jahren zusammen. Über die Jahre habe sich rund um diese Kooperation ein weit verzweigtes internationales Netzwerk von Forschern verschiedener Fachrichtungen zu dem Thema ausgebildet. Ihre Forschungen an literarischen Zeugnissen aus dem jüdischen Ghetto in Lodz/Litzmannstadt, dem zweitgrößten in Polen während der nationalsozialistischen Besatzung, hätten aus Sicht der Jury einen erheblichen Beitrag zur Rekonstruktion des Alltagslebens und der jüdischen Kultur im Ghetto geleistet. Hervorzuheben seien insbesondere eine in Zusammenarbeit mit weiteren Kolleginnen und Kollegen entstandene fünfbändige Edition der „Ghetto-Chronik“ sowie die „Enzyklopädie“ des Ghettos.

Bei den kommentierten Editionen handele es sich um von jüdischen Bewohnern des Ghettos gemeinsam verfasste Aufzeichnungen, die sowohl der Dokumentation historischer Ereignisse wie den Deportationen als auch der Bewahrung jüdischer Kulturgeschichte dienten.

Der Copernicus-Preis wird seit 2006 alle zwei Jahre an jeweils eine wissenschaftliche Persönlichkeit aus Deutschland und Polen verliehen und solle ein Zeichen der engen Forschungszusammenarbeit beider Länder setzen, hieß es. Die Preisverleihung sei für Juni in Warschau geplant. dpa

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