Spritzen mit Impfstoff gegen das Coronavirus.
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Eigentlich wollte das Land Hessen Corona-Schutzimpfungen mit Astrazeneca stoppen, doch jetzt wird eine große Lieferung erwartet.

Corona-Impfkampagne

244.000 Dosen Astrazeneca für Impfzentren in Hessen – knapp vor deren Schließung

  • Vincent Büssow
    VonVincent Büssow
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Bevor die Corona-Impfzentren in Hessen im September geschlossen werden, will das Land nochmal Astrazeneca in großem Umfang verteilen – zeitlich wird das eng.

Wiesbaden – Hessen bekommt 244.000 Dosen des Corona*-Impfstoffs von Astrazeneca. Nach Berichten von hessenschau.de soll die Lieferung in zwei Schüben in den kommenden zwei Wochen ankommen und über die Impfzentren des Landes verteilt werden. Das kommt plötzlich, hatte die Bundesregierung doch erst im Mai angekündigt, dass Impfungen mit dem Stoff von Astrazeneca nur noch in Arztpraxen stattfinden sollen. Auch an anderer Stelle schraubt das Land jetzt an Ankündigungen und Empfehlungen.

Ende September sollen die Corona-Impfzentren in Hessen geschlossen werden. Die neuen Lieferungen kommen also knapp, da der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung bei dem Impfstoff bei neun bis zwölf Wochen liegt. Wenn also übernächste Woche noch Astrazeneca in hessischen Impfzentren verimpft werden soll, müsste der Abstand der Folgespritze so schnell wie möglich, also nach neun Wochen liegen. Doch eine weitere Neuigkeit stellt den Sinn der geplanten Aktion infrage.

Astrazeneca: Stellt sich Hessen bei den Corona-Impfungen gegen die Stiko?

Am Donnerstag (01.07.2021) sprach sich die Ständige Impfkommission gegen eine Zweitimpfung mit Astrazeneca* aus, wenn derselbe Impfstoff zuvor verabreicht wurde. Stattdessen soll ein mRNA-Impfstoff, wie zum Beispiel der von Biontech, nachgespritzt werden. Wenn die Landesregierung von Hessen dieser Empfehlung nachgehen will, müssten alle 244.000 Dosen als Erstimpfung vergeben werden.

Da ohnehin schon viele Impftermine mit Astrazeneca abgesagt* werden, ist es unwahrscheinlich, dass die komplette Lieferung aufgebraucht werden kann. Unklar ist bisher auch, ob die geplante Lieferung in Sonderimpfaktionen ohne Anmeldung, wie kürzlich in Frankfurt*, ausgegeben werden soll oder nicht. *fnp.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA. (vbu)

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