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Hallenbäder in Hessen unter Druck – Diese Corona-Regeln gelten

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Von: Tim Vincent Dicke

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Ein Schwimmgast geht neben dem 50-Meter-Becken des Auebads in Kassel an einem Desinfektionsspender vorbei.
In Hessens Hallenbädern gelten strenge Corona-Regeln. (Symbolfoto) © Uwe Zucchi/dpa

Strenge Corona-Regeln, weniger Besucher: Die Hallenbäder in Frankfurt und ganz Hessen kämpfen mit Problemen. Nicht nur die Pandemie ist eine Herausforderung.

Frankfurt – Im zweiten Jahr der Corona-Pandemie* stehen die Hallenbäder in Hessen vor großen Herausforderungen. Weniger Besucher, viel mehr Aufwand wegen Kontrollen und Hygienekonzepten und stark steigende Energiepreise plagen die Betreiber. „Es sind alle nicht wirklich begeistert und wünschen sich ein Ende der Pandemie“, betont ie Vorsitzende des hessischen Landesverbandes der Deutschen Schwimmmeister, Michaela Fisseler-Weinrich, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. 100 reine Hallenbäder gibt es ihr zufolge in Hessen.

Von der Schließung einzelner Bäder hat Fisseler-Weinrich aber noch nichts gehört. Die nicht kommunal unterstützen Bäder seien sicher schlechter dran. Zunächst sei man aber erstmal froh, dass man die Bäder öffnen darf. Bäderbetriebe in großen Städten ziehen teils eine gemischte Bilanz angesichts der Probleme. Weniger Gäste gibt es wegen Corona aber fast überall.

Diese Corona-Regeln gelten in Hallenbädern in Hessen

Vom Land Hessen heißt es zu den Corona-Regeln in Schwimmbädern: „Der Betrieb von Freizeiteinrichtungen und die Zurverfügungstellung von Freizeitangeboten ist in geschlossenen Räumen gestattet, wenn alle Teilnehmenden geimpft oder genesen sind.“ Es gilt also die 2G-Regel, die hingegen im Einzelhandel vor dem Aus stehen könnte. Zudem müssen Hallenbäder ein Abstands- und Hygienekonzept vorlegen und umsetzen. Auf eigenen Wunsch können Betreiber die Regelungen auch verschärfen – etwa mit einem Zugangsmodell nach 2G-plus.

In Frankfurt* sind aktuell sechs Hallenbäder offen. „Wir haben zum Glück nach wie vor die Schwimmbäder geöffnet, das ist ja nicht überall in der Republik so“, sagt Boris Zielinski, Geschäftsführer der Frankfurter Bäderbetriebe. „Der Aufwand ist aber schon enorm.“ So kämen zu den Corona-Hygienemaßnahmen nun auch die 2G-Kontrollen hinzu. Aber es sei wichtig, den Menschen solch ein Sport- und Freizeitangebot zu machen, gerade in einer Zeit, in der vieles geschlossen sei, so Zielinski.

Die Besucherzahlen sind laut Zielinski geringer als zu Vor-Corona-Zeiten, aber immer noch recht gut. „Die Leute haben erkannt, dass das kein Ort des Risikos ist. Das reine Schwimmen ist ja auch ein Individualsport.“ Problematisch seien die enormen Energiepreise. „Die gestiegenen Betriebskosten werden unsere Kosten deutlich erhöhen.“ Es sei aber nicht geplant, deshalb die Eintrittsgelder anzugleichen.

Corona-Probleme nicht nur in Frankfurt: Hallenbäder in Hessen haben weniger Besucher

In den Hallenbädern der Stadt Kassel gibt es laut dem Betreiber Städtische Werke spürbar weniger Besucher. „Zwar lockt das aktuell schlechte Wetter wieder mehr Badegäste an, aber wir bewegen uns auf einem Niveau von etwa der Hälfte zu normal“, sagt Pressesprecher Ingo Pijanka. In den Bädern gelten demnach die 2G- und üblichen Abstandsregeln, es gibt Corona-Kontrollen am Einlass. „Aber das führt zu keinen Wartezeiten“, erläutert Pijanka. Nur wenn es tatsächlich sehr voll sei, beispielsweise in der Sauna, sei es möglich, dass es für eine gewisse Zeit keinen Einlass gebe.

Mit der geringeren Besucherzahl gehe auch ein spürbar geringerer Energiebedarf einher. „Hinzu kommt, dass die Bäder den Strom von den Städtischen Werken beziehen, also von sich selbst“, so Pijanka. Der Versorger beschaffe den absehbaren Bedarf bis zu drei Jahre im Voraus und könne dadurch Preisextreme deutlich glätten.

Corona-Regeln in Hallenbädern in Hessen: Unklares Bild in Darmstadt

In den drei Hallenbädern in Darmstadt wirken sich die Corona-Beschränkungen unterschiedlich aus. Im Nordbad mit seiner großen Wasserfläche seien die Besucherzahlen trotz Pandemie im Vergleich zu 2019 sogar gesteigert worden. Die Wasserfläche ist für die Gästezahlen mitentscheidend. Dem hessischen Schwimmverband zufolge gab es bis vor kurzem coronabedingt eine Quadratmeterordnung. Dem Vizepräsidenten des Verbandes, Manuel Martin, zufolge durfte auf zehn Quadratmeter Wasserfläche nur ein Gast kommen.

Für die beiden anderen Darmstädter Hallenbäder sieht die Bilanz nicht positiv aus. Im Jugendstilbad seien die Zahlen im Mittel um 25 bis 50 Prozent und in Bessungen um rund 30 Prozent zurückgegangen. Die Energiekosten hätten allerdings bislang zu keinen Einschränkungen oder Schließungen im Badebetrieb geführt.

In drei Hallenbädern in Wiesbaden können Gäste sich für ein Zeitfenster für einen Besuch entscheiden und es gibt je nach Größe limitierte Besuchskapazitäten. Weitere Corona-Einschränkungen oder gar Schließungen seien derzeit nicht vorgesehen, heißt es. Angesichts der derzeitigen Bedingungen sei man mit der Auslastung zufrieden.

Hallenbäder in Hessen: Nicht nur Corona bereitet Betreibern Sorge

Ein Problem sind auch hier die steigenden Energiekosten: Diese belasteten den Bäderbetrieb zusätzlich, da ein hoher Aufwand betrieben werde, um die Wasser- und Raumtemperatur für die Gäste angenehm zu gestalten. „Durch die geringere Besucherzahl steigen die Kosten pro Besucher sehr stark an, was wir nicht über die Eintrittspreise gegenfinanzieren können.“

Die Energiekosten sind in der zweiten Jahreshälfte stark gestiegen. Im November lagen sie 25,3 Prozent höher als im Vergleichsmonat 2020. Bei Heizöl waren sie sogar fast doppelt so hoch. Bei den Schwimmmeistern ist man froh, dass trotz aller Einschränkungen fast alle Bäder Schwimmkurse anbieten, wenn es auch lange Wartelisten gibt. Dies sei nötig, um gegen den Nichtschwimmer-Notstand anzugehen. Martin zufolge gibt es bundesweit wegen ausfallenden Schwimmunterrichts im Jahr 50.000 Nichtschwimmer mehr. „Da ist ein kompletter Schuljahrgang betroffen.“

Seit Donnerstag (16.12.2021) gelten in Hessen deutlich strengere Corona-Regeln*. Vor allem Hotspots sind betroffen. Alle neuen Maßnahmen im Überblick. (tvd/dpa) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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