Pandemie

Corona-Hoffnungsschimmer in Hessen: Nach Ostern sollen Hausärzte impfen dürfen

  • vonSebastian Richter
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Im Kampf gegen die Corona-Krise liegt große Hoffnung auf den Impfungen. Bald werden auch die Hausärzte beim Impfen mit einbezogen.

  • Die Corona*-Pandemie hält Deutschland weiter in Atem, doch die Impfstoffe sind ein Hoffnungsschimmer.
  • Nach Ostern dürfen auch die Hausärzte Impfungen durchführen.
  • Im Wetteraukreis wird bereits von niedergelassenen Ärzten geimpft.

Wiesbaden – Die Impfungen gegen Corona gehen nur langsam voran. Nach Ostern werden neben den Impfzentren und den mobilen Impfteams die Hausärzte einbezogen. Schließlich sind diese auch ansonsten für die Impfungen zuständig, sie kennen ihre Patienten am besten – genauso kennen die Patienten ihre Ärzte. Das bröckelnde Vertrauen in die Impfstoffe kann möglicherweise etwas zurückgewonnen werden, wenn der eigene Hausarzt die Impfung empfiehlt und im nächsten Schritt selbst durchführt.

Impfungen gegen Corona beim Hausarzt: ab April in Hessen möglich

Nach Ostern soll es dann so weit sein. Am Freitag gab Ministerpräsident Volker Bouffier bekannt, dass es am 6. April losgehen kann. Es sei jetzt wichtig, dass „möglichst viel möglichst schnell geimpft“ werde, sagte der CDU-Politiker. Die Hausärzte kennen ihre Patienten, deswegen sollen sie flexibel entscheiden dürfen, welche Patienten priorisiert werden sollten. Natürlich sind sie bei ihrer Entscheidung an die Impfverordnung gebunden, haben aber mehr Freiheiten. Als Beispiel für mögliche Impfkandidaten nannte Bouffier ältere, vorerkrankte oder nicht mehr mobile Menschen und deren jüngere Betreuungspersonen. „Dann können die zeitgleich mitgeimpft werden“, sagte Bouffier.

Im Wetteraukreis wird bereits in den Arztpraxen gegen Corona geimpft*. Auch bei Hausbesuchen können die niedergelassenen Ärzte ihre Patientinnen und Patienten impfen. Die Hauptgruppe, die geimpft werden soll, sind besonders vulnerable Gruppen, die aufgrund ihres Gesundheitszustandes nicht in der Lage sind, ein Impfzentrum aufzusuchen.

Corona-Impfung in der Hausarztpraxis: Nach Ostern sollen sie in ganz Hessen losgehen.

Hausärzte in Hessen helfen bald beim Impfen

Diese Personengruppen sollen eigentlich von den mobilen Impfteams geimpft werden. Allerdings nimmt das viel Zeit in Anspruch, da diese Teams mit den Patienten ausführliche Vorgespräche führen müssen. Und nach der Impfung müssen die Teams noch weitere 15 Minuten wegen etwaiger Impfreaktionen warten. Im Wetteraukreis erkennt man die Vorteile der Impfung durch die Hausärzte*, „die ihre Patientinnen und Patienten kennen, die ohnehin öfter zu Hausbesuchen unterwegs sind und bei dieser Gelegenheit die Impfungen vornehmen könnten“, wie der Landrat Jan Weckler sagt.

Allerdings werden die Hausärzte in ganz Hessen am Anfang sehr von der Verfügbarkeit des Impfstoffes abhängig sein. So sollen sie zunächst nur 20 Dosen pro Woche erhalten, ab dem 26. April soll die Menge auf 60 Dosen wöchentlich erhöht werden. Perspektivisch können auch Betriebsärzte mit in die Verantwortung gezogen werden, zum Beispiel, wenn ein neuer Impfstoff zugelassen werde. Ende April oder Anfang Mai könnte es soweit sein. (Sebastian Richter) *fnp.de und wetterauer-zeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © DPA Deutsche Presseagentur

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