Corona-Krise

Corona-Lockdown in Hessen: Alles, was sie über die neuen Regeln wissen müssen

  • Sophia Lother
    vonSophia Lother
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Aufgrund der rasant steigenden Infektionszahlen gelten im November neue Corona-Regeln in Hessen. An zwei Stellen wurden diese allerdings schon wieder gelockert. Lesen Sie hier alles zu den geltenden Maßnahmen.

  • In Hessen steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen* rasant an.
  • Das Corona-Kabinett hat deshalb verschärfte Corona-Regeln für Hessen beschlossen, die im November gelten.
  • Ein Überblick über Maskenpflicht, Schließungen von Gastronomie und Freizeiteinrichtungen sowie Kontaktbeschränkungen.

Frankfurt – Weil die Corona-Infektionszahlen in ganz Deutschland und besonders auch in Hessen drastisch ansteigen, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel einen „Lockdown Light“ durchgesetzt. In Hessen ist die Lage derzeit besonders kritisch. Die 7-Tage-Inzidenz liegt mittlerweile für ganz Hessen bei 154,02 (RKI, Stand: 06.11.2020, 0 Uhr). Und die Infektionszahlen steigen im Land dramatisch an. Waren es am 1. Oktober 2020 nach Angaben des RKI noch 19.472 Infizierte seit Beginn der Pandemie, hat sich diese Zahl bis Anfang November mehr als verdoppelt. Um diese kritische Entwicklung abzubremsen, hat das hessische Corona-Kabinett neue Corona-Regeln erarbeitet. Sie gelten ab dem 2. November.

Sport und Bewegung im Freien ist trotz der strengen Corona-Regeln in Hessen nach wie vor erlaubt.

Corona-Regeln in Hessen: Strenge Kontaktbeschränkungen

Eine verschärfte Regelung bezieht sich auf die Kontaktbeschränkungen in Hessen. Ab dem 2. November dürfen sich in der Öffentlichkeit dann nicht mehr als zwei Haushalte miteinander treffen. Auch dürfen bei einem solchen Treffen nur maximal zehn Personen teilnehmen. In der privaten Wohnung gibt es keine rechtlichen Vorgaben, sondern nur den Appell, den Kontakt auf möglichst wenige Personen zu reduzieren. Private Veranstaltungen in der Öffentlichkeit sind aufgrund der Corona-Krise ebenfalls untersagt.

Corona in HessenInfektionszahlen
2. März9
1. April3.905
1. Mai8.470
1. Juni10.073
1. Juli10.875
1. August12.136
1. September15.719
1. Oktober19.472
1. November43.379
6. November49.327
(Quelle: RKI)

Öffentliche Veranstaltungen sind aufgrund der Corona-Krise nur noch bei besonderem öffentlichen Interesse erlaubt. Dazu gehören beispielsweise religiöse Veranstaltungen und Zusammenkünfte. Dort gilt allerdings eine Maskenpflicht*. Auch Wahlkampfveranstaltungen im Rahmen der Kommunalwahl in Hessen sind weiterhin erlaubt.

Corona-Regeln im Teil-Lockdown in Hessen: Diese Bereiche machen dicht

Das Corona-Kabinett hat für Hessen auch Schließungen beschlossen. Betroffen ist die Gastronomie. So müssen Restaurants, Kneipen, Bars und Cafés schließen. Finanzhilfen in Höhe von 75 Prozent des Umsatzes vom November 2019 für die betroffenen Einrichtungen wurden ebenfalls beschlossen. Die Lieferung und Abholung von Speisen ist aber noch immer erlaubt. Von den Schließungen wegen der Corona-Pandemie sind außerdem Kantinen und Mensen ausgenommen. Auch die Hotel-Branche in Hessen wird von den neuen Corona-Regeln getroffen. Übernachtungsangebote sind nicht mehr für touristische, sondern nur noch für notwendige Zwecke erlaubt.

Aber nicht nur die Gastronomie, sondern alle Einrichtungen zur Unterhaltung werden geschlossen. Dazu gehören beispielsweise Theater und Opern. Auch Kinos sowie Schwimmbäder trifft der Teil-Lockdown.

Eine Ausnahme gilt beim Trainings- und Wettkampfbetrieb des Spitzen- und Profisports sowie des Schulsports. Dieser ist bei einer Vorlage eines umfassenden Corona-Hygienekonzepts zulässig. Außerdem können Sportanlagen seit dem 6. November 2020 wieder für Amateur- und Freizeitsportler geöffnet werden, wenn diese dort alleine oder maximal zu zweit oder mit Mitgliedern des eigenen Haushalts trainieren. Alle betroffenen Einrichtungen im Überblick:

  • Theater, Opern und Konzerthäuser
  • Messen, Kinos und Freizeitparks sowie Anbieter von Freizeitaktivitäten
  • Spielhallen, Spielbanken und Wettannahmestellen
  • Prostitutionsstätten und Bordelle
  • Freizeit- und Amateursportbetrieb mit Ausnahme der Sportausübung allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen
  • Schwimmbäder und Saunen
  • Fitness-Studios
  • Dienstleistungen im Bereich der Körperpflege wie Kosmetikstudios, Nagelstudios, Massagestudios (für Wellness- oder Thaimassagen) und Tattoo-Studios

Corona-Regeln in Hessen: Maskenpflicht in Schule und Öffentlichkeit

Die Pflicht zum Tragen einer Maske wird in Hessen ebenfalls ab dem 2. November ausgeweitet. Bisher bezog sich die Masken-Pflicht in Schulen nur auf die Bereiche außerhalb des Klassenzimmers. Das ist jetzt anders, ab dem 2. November bedeutet das: Ab der fünften Klasse gilt eine Pflicht zum Tragen einer Maske auch im Unterricht. Diese Schülerinnen und Schüler dürfen die Masken in den Pausen allerdings abnehmen.

Eine Maskenpflicht gilt jetzt auch im Freien, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Dazu zählen beispielsweise Fußgängerzonen in Innenstädten. Wo genau man außerdem eine Maske tragen muss, darf jede Stadt oder Gemeinde selbst festlegen. Außerdem gilt: Wenn in einem Fahrzeug Personen aus mehr als zwei Haushalten mitfahren, dann müssen diese auch hier eine Maske tragen.

In der Öffentlichkeit in Hessen ist zudem das Trinken von Alkohol in der Zeit zwischen 23 Uhr und 6 Uhr verboten.

Trotz strengeren Corona-Regeln in Hessen: Was weiterhin geöffnet bleibt

Doch das Corona-Kabinett hat für Hessen nicht nur Verbote ausgesprochen. Es hat auch festgelegt, was weiterhin offen bleiben darf und welche Aktivitäten auch weiterhin erlaubt sind. Schulen und Kitas sollen weiterhin geöffnet bleiben. Auch Geschäfte im Einzelhandel sind weiterhin geöffnet. Es gelten strenge Hygieneauflagen, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. In einem Geschäft darf sich nicht mehr als ein Kunde pro zehn Quadratmetern Verkaufsfläche aufhalten.

Seit dem 06. November 2020 dürfen auch Musik- und Kunstschulen wieder öffnen. Mit dieser Maßnahme hat die Landesregierung in Hessen die Corona-Beschränkungen leicht gelockert und diese an andere Bundesländer angepasst. In den Musik- und Kunstschulen müssen die Hygiene- und Abstandsvorschriften beachtet werden.

Außerdem dürfen medizinisch notwendige Behandlungsanbieter weiterhin ihre Patienten behandeln – betroffen hiervon sind beispielsweise die Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Auch Friseure dürfen weiterhin unter den bestehenden Corona-Hygieneauflagen offen bleiben. (Sophia Lother) *fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Andreas Arnold/dpa

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