Auch Hessen ist von der neuen Infektionswelle betroffen, wie die Zahl der Corona-Neuinfektionen zeigt. Auf der Zeil in Frankfurt ist derweil viel los.
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Auch Hessen ist von der neuen Infektionswelle betroffen, wie die Zahl der Corona-Neuinfektionen zeigt. Auf der Zeil in Frankfurt ist derweil viel los.

Überblick

Hessen verschärft Corona-Regeln - Inzidenzen steigen ungebremst

  • Erik Scharf
    VonErik Scharf
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  • Lukas Rogalla
    Lukas Rogalla
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Das Land Hessen verlängert die derzeit gültig Corona-Verordnung. In einigen Punkten werden die Regeln verschärft – insbesondere für ungeimpfte Menschen.

Update vom Mittwoch, 03.11.2021, 15.17 Uhr: Die Corona-Verordnung wird in Hessen* bis zum 28. November 2021 verlängert. Das teilte die Landesregierung am Mittwoch (03.11.2021) mit. Damit reagiert das Land auf die anhaltend hohen Infektionszahlen in Hessen. Zudem wird die Verordnung, die ursprünglich am Sonntag (07.11.2021) ausgelaufen wäre, in einigen Punkten verschärft.

„Die Zahl der Neuinfektionen steigt seit Wochen kontinuierlich an, auch die Situation in den hessischen Krankenhäusern und auf den Intensivstationen ist zunehmend angespannt. Der weit überwiegende Teil der Menschen auf den Intensivstationen ist nicht geimpft“, sagte der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).

Corona-Verordnung in Hessen: Anpassungen in Krankenhäusern und Pflegeheimen

In Seniorenpflegeheimen und Krankenhäusern in Hessen wird die Testpflicht verschärft. Ab Montag (08.11.2021) muss Personal, das nicht gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Ansteckung genesen ist, jeden Tag auf eine Corona-Infektion getestet werden. „Unser Augenmerk gilt den besonders zu schützenden Personen, die in Krankenhäusern behandelt oder in Alten- und Pflegeheimen betreut werden“, sagt Bouffier. Besucher und Besucherinnen in Krankenhäusern und Pflegeheimen bekommen kostenlose Tests zur Verfügung gestellt, teilte das Land mit.

Eine weitere Anpassung betrifft die Schulen in Hessen: Bei einem Corona-Fall in einer Schulklasse muss künftig nur noch die positiv getestete Person in Quarantäne. Zudem dürfen künftig ungeimpfte Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Personen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden, an 2G-Veranstaltungen teilnehmen, wie das Land Hessen mitteilt. Voraussetzung ist ein negativer Corona-Test. Veranstaltungen mit mindestens 5000 Besuchern müssen vom Gesundheitsamt genehmigt werden.

  • Die veränderten Regeln der Corona-Verordnung in Hessen im Überblick:
  • Tägliche Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeheimen für nicht geimpftes oder genesenes Personal
  • Testpflicht für Besucher und Besucherinnen in Krankenhäusern und Pflegeheimen (werden kostenlose zur Verfügung gestellt)
  • Teilnahme an 2G-Veranstaltung möglich für Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, sowie ungeimpfte Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren (bislang unter 12 Jahren) bei Vorlage eines negativen Corona-Tests
  • Veranstaltungen mit mehr als 5.000 Teilnehmern müssen vom Gesundheitsamt genehmigt werden
  • Für Fastnachtsumzüge gelten die gleichen Regeln wie bei Weihnachtsmärkten
  • Nur noch positiv getestete Schülerinnen und Schüler müssen in Quarantäne
Auch Hessen ist von der neuen Infektionswelle betroffen, wie die Zahl der Corona-Neuinfektionen zeigt. Auf der Zeil in Frankfurt ist derweil viel los.

Corona-Kabinett will neue Maßnahmen für Hessen bekannt geben

Erstmeldung vom Dienstag, 02.11.2021, 16.09 Uhr: Mit Beginn der kalten Jahreszeit gehen die Corona-Fallzahlen bundesweit wieder nach oben. Auch Hessen ist von der neuen Infektionswelle betroffen, wie die Zahl der Corona-Neuinfektionen zeigt. Am Montag (01.11.2021) lag die Inzidenz in zwei Regionen über 200. Insgesamt geht der Trend in Sachen Neuinfektionen nach oben. Mittlerweile ist die Hospitalisierungsinzidenz ein wichtiger Faktor zur Einschätzung der pandemischen Lage geworden. Laut RKI liegt dieser Wert in Hessen aktuell bei 3,53.

Auch die Intensivstationen bekommen den Anstieg langsam, aber sicher zu spüren. In Hessen werden derzeit 175 Intensivpatientinnen und -patienten behandelt, davon 81 mit künstlicher Beatmung. Laut Angaben des Sozialministeriums ist ein überwiegender Großteil der Corona-Patienten auf Intensivstationen nicht vollständig geimpft*. Übersteigt die Zahl der Intensivpatienten in Hessen 200, sind die Maßnahmen gegen Corona* zu verschärfen. So sieht es die Landesregierung vor. Doch welche Regeln dann konkret greifen sollen, ist nicht klar.

Corona in Hessen: Kabinett tagt wegen neuer Maßnahmen – jedoch ohne Ergebnis

Das Corona-Kabinett hat am Dienstag (02.11.2021) getagt, um über das weitere Vorgehen zur Eindämmung des Virus zu entscheiden. Die Beratungen seien aber zunächst ergebnislos geblieben, wie die Hessenschau berichtet. „Morgen oder übermorgen“, also am Mittwoch (03.11.2021) oder Donnerstag (04.01.2021), sollen Einzelheiten bekannt gegeben werden, teilte die Staatskanzlei in Wiesbaden auf Anfrage mit. Die aktuelle Corona-Verordnung für Hessen läuft am kommenden Sonntag aus.

Mögliche Maßnahmen bei einer Verschärfung des Infektionsgeschehens könnten Testnachweise nur noch mittels PCR-Test oder eine Ausweitung der 3G- oder 2G-Regel auf weitere Bereiche sein.

Auch Auffrischungsimpfungen könnten ein Thema bei den Beratungen in des Corona-Kabinetts in Hessen sein und in die Entscheidung über neue Regeln einfließen. Aktuell berät die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland über eine mögliche Empfehlung von Booster-Impfungen für alle, nicht nur über 70-Jährige. Hintergrund ist eine mit der Zeit nachlassende Wirkung der Schutzwirkung.

Welche Corona-Maßnahmen sollen künftig in Hessen greifen? (Symbolbild)

Corona: Hessen will Impfzentren nicht mehr öffnen

In der Diskussion stehen in diesem Zusammenhang auch Impfzentren. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte kürzlich gefordert, ihre Türen für Booster-Impfungen offenzulassen. Hessen hat den Plänen Spahns allerdings eine Absage erteilt. „Es gibt keine Notwendigkeit, die Impfzentren zu reaktivieren*“, teilte das Hessische Sozialministerium der Fuldaer Zeitung mit. Abseits von Impfzentren gebe es genügend Möglichkeiten für eine Impfung. „Wer sich impfen lassen will, der findet in Hessen jede Menge Gelegenheiten dazu.“

In Frankfurt wurde das Impfzentrum in der Festhalle beispielsweise aufgelöst. Dafür wurde ein kleineres Impfzentrum in einer Messehalle* nebenan eingerichtet, in dem sich nach wie vor bis zu 1000 Menschen täglich geimpft werden können. Hinzu kommen mobile Impfteams sowie die Impf-Straßenbahn*. In Hessen sind derzeit 4,1 Millionen vollständig gegen Corona geimpft. Das entspricht einer Impfquote von etwa 65,9 Prozent, wie den Daten des RKI zu entnehmen ist. (lrg/esa) *fnp.de und fuldaerzeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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