Reisende stehen in einer Halle im Flughafen Madrid-Barajas. Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung ganz Spanien am Sonntag (11.07.2021) als Risikogebiet ein. |
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Die Angst vor einer weiteren Corona-Welle durch Reiserückkehrer wächst.

Interview

Corona-Infektionsgefahr durch Reiserückkehr – „Wir versuchen, einen Schutzwall zu errichten“

  • Christiane Warnecke
    VonChristiane Warnecke
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Die Corona-Infektionsgefahr durch Reiserückkehrer sorgt für Gesprächsstoff. Auch der Chef der Staatskanzlei in Hessen, Axel Wintermeyer, zeigt sich im FNP-Interview besorgt.

Wiesbaden – Bevor die Ministerpräsidenten der Länder und die Kanzlerin neue Corona-Beschlüsse fassen, läuft im Hintergrund viel Koordinierungsarbeit. Es sind die Chefs der Staatskanzleien, die dafür verantwortlich sind. In Hessen ist es Axel Wintermeyer. Der CDU-Politiker ruft Urlauber zur Besonnenheit auf.

Wie stehen Sie zu der Forderung nach einer Impfpflicht?

Die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin haben eine Impfpflicht ausgeschlossen und ich bin sicher, dass es auch dabei bleiben wird. Das ist eine Frage des Vertrauens in die Politik, aber auch eine Frage des Vertrauens in unsere Gesellschaft.

Die Kanzlerin wirbt nun persönlich für das Impfen. Wie will Hessen die Impfmotivation erhöhen?

Zunächst freuen wir uns, dass knapp 59 Prozent der Menschen in Hessen bereits erstgeimpft und gut 43 Prozent voll immunisiert sind. Das sind gute Werte. Unser Ziel, die sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, ist in greifbarer Nähe. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, setzen wir auf aufklärende Werbekampagnen. Jede und jeder sollte zum Wohle aller mitmachen. Kreative Konzepte vor Ort tragen dazu bei, die Quote weiter zu erhöhen. Der Zugang zu Impfungen muss so unkompliziert werden wie möglich. Dazu setzen wir auch mobile Impfteams für Menschen ein, die wir anders nicht erreichen. Impfen ist der Schlüssel zum Sieg über die Pandemie.

Axel Wintermeyer, Staatsminister und Chef der Hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden. (Archivbild)

Hessen: Staatskanzleichef warnt vor Gefahr durch Reiserückkehrer - „Keinen Urlaub von Corona“

Kinder und Jugendliche sind bislang weitgehend ungeschützt. Können wir das verantworten – vor allem im Hinblick auf das nächste Schuljahr?

In den Schulen wollen wir so viel Normalität wie möglich bei maximaler Sicherheit für Schüler und Lehrer. Der Kultusminister hat ein sehr durchdachtes Konzept vorgelegt. Zum Schulstart wird unter anderem die Maskenpflicht befristet wieder eingeführt und die Zahl der regelmäßigen Selbsttests auf drei mal pro Woche erhöht.

Wie dämmt Hessen die Gefahr durch Urlaubsrückkehrer ein?

Wenn Ministerpräsident Bouffier sagt, die Pandemie ist noch nicht vorbei, dann hat er recht. Es wird keinen Sommer der Sorglosigkeiten und keinen „Urlaub von Corona“ geben. Wer sich in Risikogebiete begibt, sollte sich coronakonform verhalten. Leichtsinn ist das Einfallstor für das Virus und wir wollen es nicht im Rückreisegepäck haben. Ich appelliere an alle Nichtgeimpften, sich während und nach dem Urlaub testen zu lassen. Bei manchen Reisezielen ist dies sogar vorgeschrieben. Hierzu finden stichprobenartige Kontrollen statt und Verstöße können empfindlich geahndet werden. Mit vermehrten Testungen an Schulen und in Betrieben versuchen wir, einen weiteren Schutzwall zu errichten. Mit Vernunft und Besonnenheit können wir das gemeinsam schaffen! (Interview: Christiane Warnecke)

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