Mehr als ein Viertel der Ärztinnen und Ärzte in Hessen schätzt die Situation in ihrer Praxis wegen der Corona-Impfungen als „katastrophal“ ein.
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Mehr als ein Viertel der Ärztinnen und Ärzte in Hessen schätzt die Situation in ihrer Praxis wegen der Corona-Impfungen als „katastrophal“ ein. (Symbolbild)

Situation „teilweise katastrophal“

Corona-Impfung in Hessen: Patienten in Praxen „aggressiv und fordernd“

In Sachen Corona-Impfung spitzt sich die Situation in den Arztpraxen in Hessen immer weiter zu. Ein Viertel der Praxen schätzt die Situation als „katastrophal“ ein.

Frankfurt/Main – Seitdem sich alle gegen Corona* impfen lassen dürfen, ist die Situation nach Einschätzung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in vielen hessischen Arztpraxen angespannt. „Die Situation in den Praxen ist an einigen Stellen katastrophal“, berichtete die KV am Montag (14.06.2021) in Frankfurt. Das habe eine Umfrage unter ihren Mitgliedern ergeben. Die Patientinnen und Patienten seien noch aggressiver und fordernder als vor der Aufhebung der Impf-Priorisierung.

Weil es in Hessen nach wie vor nicht genügend Corona-Impfstoff gibt, müssen die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen die Menschen immer wieder vertrösten. „Immer wieder müssen Termine verschoben oder gar abgesagt werden. Das bedeutet für die Praxen einen enormen zusätzlichen Aufwand.“ Ohne genügend und vor allem verlässlichen Impfstoff würden die niedergelassenen Ärzte und ihr Praxispersonal „zum Prügelknaben enttäuschter Impfinteressierter“, sagte die Vorstandsvorsitzenden Frank Dastych und Eckhard Starke. Bei den Terminen gibt es eine krasse Schieflage: Anfang Juni wartete noch fast eine halbe Million Registrierte aus Prio-Gruppe 3 auf einen Termin. Gleichzeitig wurde fast jeder vierte Impf-Termin in Hessen wieder storniert.

Corona-Impfung: Situation in Arztpraxen in Hessen zugespitzt

Die Situation sei schon vor der Aufhebung der Priorisierung herausfordernd gewesen, nun habe sie sich aber noch einmal zugespitzt. Knapp die Hälfte der 625 Praxen in Hessen, die an der Umfrage teilgenommen haben, berichtete, die Patienten seien „noch aggressiver und fordernder“. Nur rund 16 Prozent gaben an, dass die Menschen auch bei längeren Wartezeiten verständnisvoll reagierten. Mehr als ein Viertel schätzt die Situation in ihrer Praxis als „katastrophal“ ein. Etwa die Hälfte beobachtete kaum Veränderungen. Nur 22 Prozent sagten, dass die Corona-Impfungen gut zu managen seien. (kke/dpa)

In Hessen haben sich Bewohner in zahlreichen Alten- und Pflegeheimen mit dem Coronavirus infiziert* – obwohl dort zuvor Impfungen verabreicht worden waren. *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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