Volker Bouffier (CDU - r), Ministerpräsident des Landes Hessen, und sein Stellvertreter, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) während einer Plenarsitzung.
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Volker Bouffier (CDU - r), Ministerpräsident des Landes Hessen, und sein Stellvertreter, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) während einer Plenarsitzung.

Pandemie

Corona-Lockerungen in Hessen: Landesregierung verkündet neue Regeln

  • Jan-Frederik Wendt
    VonJan-Frederik Wendt
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  • Marvin Ziegele
    Marvin Ziegele
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Wie sehen die weiteren Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Hessen aus? Das Corona-Kabinett hat alle neuen Beschlüsse präsentiert. Alle neuen Regeln im Überblick.

Zusammenfassung: „Wir haben heute die Corona-Schutzverordnung verlängert und an die Ergebnisse der Bund-Länder-Konferenz angepasst.“ Das hat Hessens stellvertretender Ministerpräsident Tarek Al-Wazir (Grüne) erklärt. Die neue Verordnung gilt ab Donnerstag (19.08.2021) für vier Wochen.

Hier die wichtigsten Beschlüsse im Überblick:

  • Alle Abstands- und Hygenieregeln bleiben vorerst bestehen.
  • Nach vielen Monaten dürfen Clubs und Diskos in Hessen wieder ihre Innenräume öffnen. Die 3G-Regel gelte dort besonders strikt. Getestete benötigen einen PCR-Test. Ein Schnelltest reicht nicht aus. Es gilt eine Maskenpflicht. Pro Person müssen fünf Quadratmeter zur Verfügung stehen.
  • Hessen will sich weiterhin an der Inzidenz als wichtigen Indikator orientieren. Oberhalb einer Inzidenz von 35 wird die 3G-Regel ausgeweitet. In vielen Einrichtungen des öffentlichen Lebens muss also nachgewiesen werden, dass man geimpft, genesen oder getestet ist. Das gelte nicht nur für die Innengastronomie und größere Zusammenkünfte, sondern nun auch in allen Kultur- und Sportstätten, Hotels, bei körpernahen Dienstleistungen oder etwas beim Besuch in Behinderteneinrichtungen.
  • Bei einer Inzidenz über 50 muss zum Beispiel bei Gedränge auch draußen eine Maske getragen werden. Ab einer Inzidenz von 100 gilt die 3G-Regel auch draußen – auch in der Gastronomie. Dann drohen wieder Kontaktbeschränkungen.
  • Schulschließungen sind nicht mehr vorgesehen.
  • Die Schnelltests, die Schülerinnen und Schüler mehrmals in der Woche durchführen müssen, sollen in Zukunft auch außerhalb der Schule gelten. Dazu sollen Testhefte zur Verfügung gestellt werden.
Schüler machen Corona-Tests im Klassenzimmer: Die Tests sollen in Zukunft auch außerhalb der Schule gelten. Dazu werden Testhefte zur Verfügung gestellt.

Al-Wazir und Lorz stellen die neuen Corona-Regeln für Hessen vor

+++ 14.26 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet.

+++ 14.17 Uhr: Die Wirtschaftshilfen für unter Corona leidende Branchen wurden vom Bund verlängert. Weitere Beschlüsse vom Kabinett in Hessen gab es nicht.

+++ 14.13 Uhr: Al-Wazir und Lorz begrüßen die neue Stiko-Empfehlung für 12- bis 17-Jährige. Der Schulunterricht dürfe nicht mehr so stark ausfallen, wie im vergangenen Schuljahr.

Corona-Kabinett in Hessen: Sieben-Tage Inzidenz bleibt wichtiger Indikator für Maßnahmen

+++ 14.07 Uhr: Falls es eine Empfehlung für eine dritte Corona-Impfung gebe, habe man dafür genügend Kapazitäten.

+++ 14.05 Uhr: Für Geimpfte und Genesene sollen die meisten Einschränkungen nicht mehr gelten. Denn: Für sie bestehe ein geringeres Gesundheitsrisiko. Für Nicht-Geimpfte gelte das eben nicht, so Al-Wazir. Daher müssten sie sich weiter testen lassen. Dennoch wolle man sich weiter am Corona-Infektionsgeschehen vor Ort orientieren. Daher sei die Inzidenz weiterhin ein wesentlicher Faktor.

+++ 14.00 Uhr: Man wolle die Schulen bei möglichen Impfangeboten unterstützen, so Al-Wazir. Allerdings weist er auf die restliche Ferienzeit hin. In den verbleibenden zwei Wochen sollten sich so viele Schüler wie nur möglich impfen lassen.

Corona-Beschlüsse über Schulen in Hessen bestehen aus drei Punkten

+++ 13.58 Uhr: Die Neuerungen bestehen im Wesentlichen aus drei Punkten: Auch für die Schulen ist kein weiterer Lockdown vorgesehen. „Die Situation ist eine andere“, so Lorz. Punkt 2: Der Kultusminsiter schließt sich Al-Wazirs Appell an. Kinder sollen sich impfen lassen. „Ich glaube wir können mit gutem Gewissen unsere Kinder zum Impfen bringen“. Die dritte Neuerung betrifft Tests. Man wolle den Schülern ein Testheft zur Verfügung stellen. Dort sollen Lehrer die Schultests bestätigen. Durch die Tests sollen den Kinder weitere Corona-Tests an dem Tag erspart bleiben.

+++ 13.52 Uhr: Nun stellt Kultusminister Alexander Lorz die neuen Beschlüsse für die Schulen in Hessen vor. Man wolle alles dafür tun, dass der Unterricht so sicher wie möglich stattfinden kann. In den ersten beiden Wochen solle die Testfrequenz erhöht werden. Schüler sollen pro Woche dreimal getestet werden - ab der dritten Woche wieder zweimal. Die Maskenpflicht am Sitzplatz wird wieder eingeführt. Das Testsystem bleibt bestehen.

Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Kultusminister Alexander Lorz stellen die neuen Corona-Regeln für Hessen vor.

Corona-Kabinett in Hessen: Konzept sieht keinen weiteren Lockdown vor

+++ 13.47 Uhr: Man wolle sich weiterhin sehr an der Inzidenz orientieren. Das Eskalationskonzept sehe keinen Lockdown mehr vor.

+++ 13.44 Uhr: Die 3G-Regel wird ausgeweitet: Oberhalb einer Corona-Inzidenz von 35 in einer Stadt oder einer Kommune gilt die 3G-Regel ab Donnerstag auch für alle Innenräume von Kultureinrichtungen, Freizeiteinrichtungen, Sportstätten, bei Hotelübernachtungen und bei körpernahen Dienstleistungen. Die Regeln ab einer Inzidenz von 50 gelten weiterhin. Ab einer Inzidenz von 100 gilt die 3G-Regel auch draußen.

+++ 13.38 Uhr: Die neu beschlossene Verordnung gilt ab Donnerstag (19.08.2021) für vier Wochen. Clubs dürfen ihre Innenräume öffnen. Geteste, Geimpfte und Genese dürfen die Räumlichkeiten betreten. Schnelltests reichen dafür aber nicht aus. Geteteste brauchen einen PCR-Test.

Bestehende Corona-Schutzverordnung in Hessen verlängert

+++ 13.35 Uhr: Die bestehende Corona-Schutzverordnung wurde verlängert und an die Ergebnisse der Bund-Länder-Konferenz angepasst. Abstands- und Hygenieregeln bleiben weiterhin wichtig. Al-Wazir weist daraufhin, dass die Pandemie zunehmend zu einer Pandemie der Ungeimpften werde. Daher ruft der Grünenpolitiker dazu auf, sich gegen die neuartigen Erreger impfen zu lassen.

+++ 13.32 Uhr: Es geht los. Al-Wazir wird die neuen Beschlüsse des Corona-Kabinetts in Hessen nun präsentieren.

+++ 13.17 Uhr: Die Pressekonferenz über die Beschlüsse des Corona-Kabinetts in Hessen wird in wenigen Minuten beginnen. Der stellvertretende Ministerpräsident Tarek Al-Wazir (Grüne) wird gegen 13.30 Uhr erwartet.

+++ 10.48 Uhr: Das hessische Corona-Kabinett tagt heute über neue Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie. Eine der großen Fragen lautet: Kehrt sich Hessen von der Inzidenz als maßgeblichem Faktor zur Virus-Bekämpfung ab?

Aufgeworfen wurde die Inzidenz-Frage in Hessen von mehreren Stellen. „Wir müssen darüber diskutieren, ob die Inzidenz weiterhin unsere vornehmlich einzige Kennzahl zur Betrachtung des Infektionsgeschehens sein kann“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) vergangene Woche. „Die Lage ist heute eine andere als noch zu Beginn des Jahres. Dem müssen wir Rechnung tragen.“

Corona-Kabinett tagt: FDP für Abkehr von Inzidenz als maßgeblichen Faktor in Hessen

Auch die hessische FDP schlug eine ähnliche Richtung ein. „Nach weit über einem Jahr Pandemie hat sich die Ausgangslage verändert“, so Yanki Pürsün, gesundheitspolitischer Sprecher der Liberalen. „Viele Menschen sind geimpft, die Lage in den Krankenhäusern ist glücklicherweise längst nicht mehr so dramatisch wie vor einigen Monaten.“ Daher benötige man mehrere Indikatoren für die Bewertung der Corona-Lage – unter anderen die Hospitalisierungsrate.

Bouffier hatte zuletzt die Bedeutung der Corona-Impfkampagne erneut hervorgehoben. „Das Wichtigste ist es, dass sich die Menschen impfen lassen“, teilte Hessens Regierungschef nach den Bund-Länder-Beratungen am Dienstag (10.08.2021) mit. „Wir müssen die Impfquote erhöhen, nur das bietet ausreichend Schutz gegen eine Infektion“.

In Hessen: Corona-Kabinett tagt heute über neue Regeln

Erstmeldung vom Dienstag, 17.08.2021, 8.34 Uhr: Wiesbaden – Das hessische Corona*-Kabinett will am Dienstag (17.08.2021) darüber beraten, wie der Kampf gegen die Pandemie weiter geführt werden soll. Über die Beschlüsse informiert im Anschluss (13.30 Uhr) der stellvertretende Ministerpräsident Tarek Al-Wazir (Grüne). Bei einem Bund-Länder-Treffen vergangene Woche hatten die Regierungschefs unter anderem beschlossen, dass sich Nicht-Geimpfte auf mehr Testpflichten im Alltag einstellen müssen.

Diese Schnelltests sollen ab 11. Oktober in der Regel auch selbst bezahlt werden müssen. Die sogenannte 3G-Regel besagt auch, dass es Lockerungen für geimpfte, genesene und getestete Personen während der Corona-Pandemie bei Inzidenzen über 35 geben wird.

Corona in Hessen: Corona-Kabinett berät über neue Beschlüsse

Bund und Länder hatten sich auch darauf geeinigt, die Corona-Wirtschaftshilfen bis zum Jahresende zu verlängern. Keine Verständigung hatte es dagegen bei der Frage gegeben, welche neuen Parameter neben der Sieben-Tage-Inzidenz künftig als Grundlage für neue Einschränkungen oder Lockerungen in der Pandemie dienen könnten. Für Clubs und Partys müssen Hygienekonzepte vorgelegt werden. In Fußballstadien und bei Sportveranstaltungen mit mehr als 5000 Zuschauern soll höchstens die Hälfte der Plätze der Veranstaltungsstätte oder des Stadions besetzt werden. Die Anzahl der Zuschauer soll bei maximal 25.000 liegen.

Volker Bouffier (CDU - r), Ministerpräsident des Landes Hessen, und sein Stellvertreter, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) während einer Plenarsitzung.

Das Robert Koch-Institut (RKI) informiert über die aktuelle Zahl der Neuinfektionen in Hessen. Insgesamt infizierten sich am Dienstag (17.08.2021) 273 Menschen mit dem Coronavirus, das RKI meldet 4 neue Todesfälle. Die 7-Tage-Inzidenz hat sich im Vergleich zum Vortag erhöht.

Corona-Kabinett tagt: Inzidenzen in Hessen steigen

Die Inzidenz lag am Montag (16.08.2021) bei 34,6, am Dienstag (17.08.2021) liegt sie bei 36,4. Die Stadt mit der höchsten Inzidenz ist Offenbach (76,8. Vortag: 76,0). Darauf folgen der Landkreis Offenbach (57,3. Vortag: 53,1) sowie die Stadt Frankfurt (53,6. Vortag: 50,0).

In Frankfurt liegt die Inzidenz bei 50. Ab diesem Wert drohen der Stadt schärfere Corona-Regeln. Womit müssen Einwohner nun rechnen? (marv/jfw/dpa) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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