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In drei Städten in Hessen wird nun in einem Modellprojekt ausprobiert, inwieweit Öffnungen in Corona-Zeiten möglich sind.

Pandemie

Zuschlag für Corona-Modellprojekt in Hessen: In diesen Städten wird geöffnet

  • Jasmin Jakob
    vonJasmin Jakob
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Ein negativer Corona-Test bringt ein Stück weit Normalität zurück: In drei Städten in Hessen werden in einem Modellprojekt Öffnungen getestet.

Update vom 31.03.2021, 14:08 Uhr: Die Entscheidung ist gefallen: Das nordhessische Baunatal, Alsfeld in Mittelhessen und das südhessische Dieburg sollen als Modellstädte Öffnungsmöglichkeiten in der Corona-Pandemie testen. Das gaben Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) bekannt. Grundlage der möglichen Öffnungen etwa für Handel und Veranstaltungen sind umfangreiche Teststrategien. Vorbild ist unter anderem die baden-württembergische Stadt Tübingen.
Dort läuft seit Mitte März ein Modellprojekt zu mehr Öffnungsschritten in Corona-Zeiten. An neun Stationen können die Menschen kostenlose Tests machen, das Ergebnis wird bescheinigt. Damit können die Menschen dann in Läden, zum Friseur oder auch in Theater und Museen gehen.

Für die Auswahl der drei hessischen Kommunen habe es bestimmte Kriterien gegeben, erläuterte Klose. Unter anderem müsse die Einhaltung der Hygienevorschriften gewährleistet und ausreichend Tests vorhanden sein. Außerdem muss die Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen binnen 7 Tagen pro 100.000 Einwohner - stabil unter 200 liegen. Es seien verschiedene Regionen gewählt worden, auch um einer möglichen Überlastung der Krankenhäuser vorzubeugen, erklärte Klose.

Nach den Worten von Bouffier fiel die Wahl bewusst nicht auf größere Städte oder gar ganze Landkreise. Die drei Kandidaten seien von der Größenordnung geeignet, allgemeine Erkenntnisse zu gewinnen, sagte der Regierungschef. Die Kommunen müssten in den Versuchen unter anderem überprüfbare Nachweise wie etwa Tagespässe oder IT-gestützte Berechtigungen für den Zugang zu den Geschäften sicherstellen und eine engmaschige Kontrolle des Infektionsgeschehens gewährleisten.

Modellregion für Corona-Lockerungen: Auch Frankfurt hat sich beworben

Erstmeldung vom 26.03.2021, 12:51 Uhr: Frankfurt/Wiesbaden – Ins Kino oder Theater gehen, mal wieder im Restaurant essen oder durch die Geschäfte der Einkaufsstraßen bummeln? Das könnte auch bald in Frankfurt wieder schneller als gedacht möglich sein – Voraussetzung dafür wäre allerdings ein negativer Corona-Test. Denn die Mainmetropole Frankfurt hat sich, wie auch andere Städte Hessens, beim Land Hessen als Modellregion beworben, berichtet fr.de*. Wie die Deutsche Presse-Agentur mitteilt, wollen auch das osthessische Fulda und Büdingen im Wetteraukreis Öffnungsmöglichkeiten für Einzelhandel, Gastronomie oder Veranstaltungen in der Corona-Pandemie testen.

Hessen orientiert sich dabei am „Tübinger Modell“, bei dem Menschen, die negativ auf das Coronavirus getestet wurden, ein „Tagesticket“ bekommen. Das berechtigt sie für 24 Stunden, an vielen Angeboten des öffentlichen Lebens wieder teilzunehmen. Vor Betreten der Läden soll in Hessen zusätzlich kontaktlos Fieber gemessen werden.

Modellprojekt: Frankfurt will Öffnung mit negativen Corona-Tests in begrenztem Gebiet testen

Frankfurt will das Modellprojekt wissenschaftlich begleiten und federführend vom Gesundheitsamt zunächst in einem begrenzten Gebiet testen. Und zwar in „ausgewählten Kultur-, Veranstaltungs- und Gastronomiebetrieben“, wie die Stadt mitteilt. Kultur und Veranstaltungen könnten dort „mit den üblichen derzeit geltenden Hygienestandards, mit negativen Schnelltests beim Eintritt und digitaler Kontaktpersonennachverfolgung“ wieder stattfinden, so die Stadt.

Neben einer Wiederbelebung des öffentlichen Lebens versprechen sich Städte wie Büdingen, wieder Schwung in den Einzelhandel zu bringen. Die Stadt wolle mitmachen,  „weil der Einzelhandel darniederliegt und wir ihn dringend wiederbeleben müssen“, sagte Bürgermeister Erich Spamer (Freie Wähler) der Deutschen Presse-Agentur.

Modell-Projekt in Hessen: Voraussetzung ist negative Corona-Inzidenz

Als Voraussetzung für die Teilnahme an dem landesweiten Modellprojekt hat Hessen bereits eine niedrige Corona-Inzidenz genannt. Beworben haben sich unter anderem auch Wiesbaden, Offenbach, Hanau, Alsfeld, Bad Homburg, Bad Nauheim und Rüdesheim. Die Stadt Limburg und der Landkreis sind da allerdings noch zurückhaltender. Dort sprechen die Verantwortlichen lediglich davon, dies zu prüfen.

Beim jüngsten Corona-Gipfel hatten Bund und Länder beschlossen, dass die Länder in ausgewählten Regionen unter bestimmten Bedingungen zeitlich befristete Modellprojekte starten können. Welche Kommunen in Hessen mitmachen können und wann die Projekte starten, ist derzeit noch nicht bekannt. (Jasmin Jakob mit dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN MEDIA.

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