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Corona-Pandemie dominiert „Unwort des Jahres“-Suche

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Corona-Pandemie dominiert „Unwort des Jahres“-Suche
Ein Mann radelt an einem Plakat vorbei, auf das jemand das Wort „Querdenker“ gesprüht hat. © Peter Kneffel/dpa/Archivbild

Viel Corona, wenig Klima: Die bislang eingereichten Vorschläge für das „Unwort des Jahres“ 2021 thematisieren vor allem die Pandemie und ihre Begleiterscheinungen. Die derzeit mehr als 600 Einsendungen mit etwa 300 unterschiedlichen Worten seien sehr coronafokussiert, berichtete Constanze Spieß, die Sprecherin der Jury der sprachkritischen Aktion. Auffallend sei, dass dagegen das Thema Klimawandel nicht so präsent sei.

Marburg - Corona dominiert nach Einschätzung der Marburger Sprachwissenschaftlerin noch mehr die Vorschläge als 2020. Aktuell schlage sich auch die Impfdebatte in den eingereichten Begriffen nieder. Genannt wurden etwa Worte wie „Impfmassaker“, aber auch „Querdenker“ oder „systemrelevant“. Begriffe zur videobasierten Kommunikation seien ebenfalls vorgeschlagen worden.

Eine deutlich kleinere Rolle spielen Spieß zufolge bislang Begriffe rund ums Thema Klima. „Das wundert mich umso mehr, weil wir ja gerade einen Wahlkampf hinter uns haben, in dem das Thema Klima, Klimaschutz, Klimakrise, Klimawandel doch sehr zentral verhandelt wurde.“ Ein Wort in dem Zusammenhang sei allerdings gleich mehrfach eingereicht worden: „Öko-Terrorismus“. Entwicklungen im Bereich Migration greift der vorgeschlagene Begriff „Pushback“ auf, der im Zusammenhang mit möglichen illegalen Zurückweisungen von Schutzsuchenden an den EU-Außengrenzen verwendet wurde.

Interessierte können bis 31. Dezember über ein Online-Formular oder per E-Mail Vorschläge einreichen, am 12. Januar wird dann das „Unwort des Jahres“ 2021 in Marburg bekanntgegeben.

Die Aktion soll auf unangemessenen Sprachgebrauch aufmerksam machen und so sensibilisieren. Es werden Wörter gerügt, die gegen die Prinzipien der Menschenwürde oder Demokratie verstoßen, die gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder die euphemistische, verschleiernde oder irreführende Formulierungen sind. Vorschläge müssen eines der Kriterien erfüllen, die Häufigkeit der Nennung spielt keine Rolle. Für das Jahr 2020 waren zwei „Unwörter“ gekürt worden: „Corona-Diktatur“ und „Rückführungspatenschaften“. dpa

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