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Corona-Regeln in Kirchen: Was an Weihnachten gilt

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Von: Teresa Toth

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Die Kirchen in Hessen konnten sich nicht auf einheitliche Corona-Regeln zu Weihnachten einigen – daher herrschen überall unterschiedliche Bestimmungen. (Symbolbild)
Die Kirchen in Hessen konnten sich nicht auf einheitliche Corona-Regeln zu Weihnachten einigen – daher herrschen überall unterschiedliche Bestimmungen. (Symbolbild) © Uwe Zucchi/dpa

In Hessen dürfen die Kirchen selbst entscheiden, welche Corona-Regeln während Weihnachten für Gottesdienste gelten – ein Regel-Chaos ist die Folge. Wo gilt nun was?

Frankfurt – Ein Besuch in der Kirche gehört für viele Menschen zum festen Bestandteil der Weihnachtstage. Trotz der angespannten Corona-Lage sollen die Kirchen ihre Türen daher an Weihnachten öffnen. Doch auf einheitliche Regeln in dieser Zeit konnten sich die katholischen und evangelischen Kirchen nicht einigen. Besucherinnen und Besucher müssen somit die je nach Bistum unterschiedlichen Regeln beachten.

Statt einheitliche Regeln festzulegen, gab das Land Hessen die Festlegung der Regelungen an die Kirchen ab. „Die Kirchen und Religionsgemeinschaften stellen Regelungen für Gottesdienste und andere Versammlungen zur Religionsausübung auf“, steht in der Regelübersicht für Veranstaltungen und Treffen für Hessen. Wichtig sei nur, dass sich die Kirchen an den Bestimmungen des Robert Koch-Instituts (RKI) orientieren. Dieses empfiehlt mindestens eine 3G-Regel. Es dürfen dann also nur geimpfte, genesene und getestete Personen die Kirchen betreten. Die Empfehlung ist allerdings nicht verpflichtend – und so halten sich nicht alle Kirchen an diese.

Corona-Regeln in Kirchen an Weihnachten: Ungeimpfte sollen nicht ausgeschlossen werden

Dazu gehören laut Hessenschau die Kirchen im Bistum Fulda. Generalvikar Christof Steinert sprach sich deutlich gegen eine Testpflicht und damit gegen 3G während Weihnachten aus. „Mit einer Testpflicht würden dann womöglich Ungeimpfte praktisch doch von Gottesdiensten ausgeschlossen.“, so Steinert. Er wolle zwar zur Pandemiebekämpfung beitragen und spreche sich für Impfungen aus, doch Menschen dürfe die Teilnahme am Gottesdienst aufgrund von persönlichen Entscheidungen nicht verweigert werden – vor allem weil er sich der Seelsorge verpflichtet fühle. Wie ein Bistumssprecher erklärte, werde die Pandemie-Lage jedoch beobachtet und bei rasant steigenden Zahlen strengere Regeln durchgesetzt. Andere Kirchen in Hessen setzen dagegen bereits von vornherein auf 3G.

BistumRegeln
Bistum FuldaMaske, Abstand
Bistum Limburg3G, Maske, Abstand,
Bistum Mainz2G, Maske, Abstand
Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW)mind. 3G, Maske, Abstand
Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN):mind. 3G, Maske, Abstand

So etwa die Kirchen im Bistum Limburg. Ehrenamtliche überprüfen um Weihnachten herum an den Eingängen, ob die Besucherinnen und Besucher einen Impfnachweis, Genesungsnachweis oder ein negatives Testergebnis vorzeigen können. „Das Vorlegen eines Testnachweises mag eine gewisse Hürde darstellen. Es ist aber angesichts der pandemischen Lage zumutbar“, betont Dom-Kapitular Georg Franz, Chef des Arbeitsstabes Corona. Rund um die Feiertage gebe es zudem ein Anmeldeverfahren – dadurch entfalle die Kontakt-Datenerfassung vor Ort. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren können ohne Nachweis am Gottesdienst teilnehmen. Für andere Veranstaltungen der Kirchen, unabhängig vom Gottesdienst, gelte die 2G-Regelung. In Mainz gilt diese auch für die normalen Gottesdienste.

Corona-Regeln in Kirchen an Weihnachten: Gottesdienste nach draußen verlegen

Weihbischof Udo Markus Bentz empfiehlt, unter Umständen zusätzliche Tests durchzuführen, um auf Nummer sicher gehen zu können. An Sonn- und Feiertagen müsse jedoch in allen Pfarreien oder Pfarrgruppen eine Eucharistiefeier stattfinden, an der auch genesene Menschen teilnehmen dürfen. Hierfür können die Kirchen dann die 3G-Regel einführen. Ebenfalls 3G empfiehlt die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). Es stehe den Gemeinden jedoch frei, strengere Regeln aufzustellen. Vor allem Gottesdienste an Weihnachten sollen nach Möglichkeit nach draußen verlegt werden, um das Infektionsrisiko zu minimieren.

Auch die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat die Verantwortung an die jeweiligen Gemeinden abgegeben. Der Corona-Krisenstab sprach sich jedoch dafür aus, mindestens 3G durchzuführen – besser sogar 2G. „Es ist eine Abwägung zwischen der Sicherheit der Gottesdienst-Besuchenden in der sich wieder verschärfenden Corona-Pandemie und dem Willen, Menschen einen möglichst einfach den Zugang zu religiösen Feiern in der Weihnachtszeit zu ermöglichen.“, sagte EKHN-Sprecher Volker Rahn.

Er fügte hinzu, dass neben Live-Gottesdiensten auch Video-Andachten an Weihnachten möglich sind – solche Online-Angebote haben bereits alle Kirchen. In der Gesamtkirchengemeinde Karben (Wetteraukreis) werden die Gottesdienste an Weihnachten beispielsweise ausschließlich online stattfinden. Für ganz Hessen gilt, dass diejenigen, die sich nachweislich aus medizinischen Gründen nicht gegen Corona impfen lassen können, unter Vorlage eines negativen Testergebnisses trotz 2G an Gottesdiensten teilnehmen dürfen. In allen Kirchen herrscht neben den spezifisch festgelegten Regeln die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske sowie die Abstandsregelungen. (tt)

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