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Im Fenster einer Kneipe hängt ein Zettel mit dem Text „2G, Einlass nur für Geimpfte und Genesene“.

Pressekonferenz zur Corona-Lage in Hessen

Corona-Lage in Hessen: Neue Leitindikatoren - Arzt sieht Land erst in „Ausläufern der vierten Welle“

  • VonNadja Austel
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In einer Pressekonferenz gibt der Gesundheitsminister Hessens in Wiesbaden aktuelle Zahlen zur Corona-Situation in hessischen Krankenhäusern bekannt. Der Live-Ticker zum Nachlesen.

+++ 10.35 Uhr: Die Pressekonferenz wurde nach der Beantwortung der Fragen beendet.

+++ 10.32 Uhr: Das Klinikum Darmstadt war in den vergangenen Wochen durch die aktuelle Situation an der Belastungsgrenze angelangt. Patienten mussten in andere Krankenhäuser verlegt werden. Da nun der Schichtdienst wieder eingeführt werden muss, um die medizinische Versorgung zu gewährleisten, sei das Klinikum schon jetzt auf der Suche nach neuem Personal. Interessierte Zuschauer und -hörer dürften sich gerne mit ihrer Bewerbung an das Klinikum Darmstadt wenden, so Oberarzt Cihan Çelik, vermutlich nur halb-scherzend.

Corona in Hessen: Hospitalisierungs-Inzidenz laut Klose nicht die einzige Stütze

+++ 10.28 Uhr: Für Oberarzt Cihan Çelik kann die Schwelle von Impfangeboten gar nicht niedrig genug sein. Für viele Menschen sei die Hürde, einen Arzt aufzusuchen und teilweise auch nur, das Zelt einer Impfaktion zu betreten, immer noch sehr groß. Er sei daher auch nicht abgeneigt, positive Anreize – wie beispielsweise die Möglichkeit zu reisen – zu verwenden.

+++ 10.26 Uhr: Ein Blick auf die Belegungszahlen der hessischen Intensivstationen verdeutlicht, dass das Risiko für Ungeimpfte um ein Vielfaches höher ist, schwer an Covid zu erkranken: Aktuell werden 147 (darunter 16 Verdachtsfälle, Stand: 23.9.2021) mit dem Coronavirus infizierte Patienten in Hessen intensivmedizinisch behandelt – davon sind 80 Prozent ungeimpft und 15 Prozent vollständig geimpft. Der überwiegende Teil der vollständig Geimpften zählt zu den sogenannten vulnerablen Gruppen.

+++ 10.24 Uhr: Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) sieht den Hospitalisierungswert nicht als alleinige Stütze, auf die sich im Kampf gegen die Pandemie verlassen werden sollte. Für eine regionale Einschätzung der Lage sei er allerdings durchaus relevant.

+++ 10.23 Uhr: Ein Pressevertreter fragt Oberazt Cihan Çelik nach seiner Einschätzung, ob Hospitalisierungsinzidenz als Indikator für die Corona-Lage der richtige Weg sei. Çelik antwortet, die Ärzteschaft habe ein anderes Modell präferiert, nämlich eines, das nicht nur die Hospitalisierungsrate, sondern auch andere Faktoren mit einbeziehe, etwa die 7-Tage-Inzidenz, die Intensivauslastung, die pflegerische und ärztliche Besetzung. All diese Faktoren hätten in einem „Warnindex“ zusammengefasst die „gesamte Situation besser beschreiben“ können, so Çelik.

Auch wenn dieses Verfahren komplex und weniger „griffig“ als eine einzelne Zahl gewesen wäre. Die extrem hohen Hospitalisierungsinzidenzen seien ja gerade das, was man in der vierten Welle verhindern wolle. Man müsse sich deshalb bewusst sein, dass die Hospitalisierunginzidenz als Warnwert viele Einschränkungen habe.

Corona in Hessen: Experte hält vierte Welle noch nicht für überstanden

+++ 10.19 Uhr: Es werden nun Fragen der Presse beantwortet. Das Durchschnittsalter der COVID-Patienten auf der Station in der Klinik Darmstadt von Cihan Çelik liegt mittlerweile bei 46 Jahren, also deutlich niedriger als in den Wellen zuvor, in denen der Durchschnitt bei über 70 Jahren lag. Die geimpften Patienten hätten dabei im Vergleich einen ganz deutlich leichteren Verlauf der Erkrankung als ungeimpfte Personen.

+++ 10.14 Uhr: Cihan Çelik wirbt eindringlich darum, dass bisher Ungeimpfte sich gegen das Corona-Virus impfen lassen. Er erlebe bei den ungeimpften COVID-Patienten auf den Stationen immer wieder, dass diese ihre Entscheidung schließlich sehr bereuen.

+++ 10.10 Uhr: Der Oberarzt des Klinikums Darmstadt, Cihan Çelik, berichtet von der Situation innerhalb der vierten Corona-Welle. „Jetzt, vor ungefähr drei, vier Wochen, ging es dann mit den ersten Ausläufern, so sehen wir das, der vierten Welle los“, sagt Çelik. Deutlich mehr Patienten seien die Folge. Den regulären Krankenhausablauf neben der Pandemiebewältigung zu gewährleisten, sei eine große Herausforderung. Die reguläre Versorgung solle nicht unter der vierten Pandemiewelle leiden. Er sei mittlerweile allerdings „nicht mehr so optimistisch“, dass das zu schaffen sei. Als Grund sieht er die noch zu niedrige Impfquote von rund 65 Prozent.

+++ 10.02 Uhr: Die Pressekonferenz beginnt. Der hessische Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) eröffnet. Mit 147 Menschen sind derzeit mit einer COVID-19 Erkrankung auf hessischen Intensivstationen in Behandlung.

Corona in Hessen: Gesundheitsminister stellt in Wiesbaden neue Verordnung vor

Erstmeldung vom Freitag, 24.09.2021, 09.53 Uhr: Wiesbaden – Der hessische Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) erläutert am Freitag, dem 24.09.2021, um 10 Uhr in einer Pressekonferenz die neuen hessischen Corona* Leitlinien. Seit Mitte September gilt in Hessen* eine neue Verordnung zum Schutz gegen das Coronavirus. Wir tickern die Pressekonferenz ab 10 Uhr hier live.

Darin sind mit der Hospitalisierungsinzidenz und der Intensivbettenbelegung neue Leitindikatoren zur Bestimmung der pandemischen Lage definiert, die vornehmlich die Situation in den Krankenhäusern in den Blick nehmen. Bei dem Pressetermin in der Staatskanzlei in Wiesbaden wird auch der Oberarzt am Klinikum Darmstadt, Cihan Çelik, dabei sein.

Corona-Konzept in Hessen: Hospitalisierungsinzidenz gilt als neuer Indikator

Die Hospitalisierungsinzidenz, also die Zahl der neu in Krankenhäuser aufgenommenen Covid-19-Patienten pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen, und die Intensivbettenbelegung sind in Hessen an ein zweistufiges Eskalationsstufenkonzept gekoppelt. Stufe eins tritt ein, wenn der Hospitalisierungswert über acht steigt oder die Zahl der Intensivpatienten über 200 liegt. Dann leitet das Land Gegenmaßnahmen wie etwa einen Testnachweis nur noch als PCR-Test oder eine Ausweitung der sogenannten 3G-Regel (Zugang nur für Geimpfte, Genesene und Getestete) auf weitere Bereiche.

Stufe zwei gilt, wenn der Hospitalisierungswert über 15 steigt oder die Zahl der Intensivpatienten über 400 liegt. Dann kommen zusätzliche Maßnahmen nach der Corona-Verordnung wie etwa der Zugang nur noch mit 2G - also nur für geimpfte und genesene Menschen. Ziel ist es, eine Überlastung der Krankenhäuser zu verhindern. (na/dpa) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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