In Corona-Testzentren sind die Abstriche nicht mehr kostenlos.
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In Corona-Testzentren sind die Abstriche nicht mehr kostenlos.

Pandemie

Corona-Tests in Hessen nicht mehr kostenlos: Steigen jetzt unentdeckte Infektionen?

  • Sebastian Richter
    VonSebastian Richter
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In Hessen sind die Corona-Tests nicht mehr für alle kostenlos. Seit der Entscheidung gehen die Abstriche deutlich zurück.

Frankfurt – Nachdem in Hessen in kurzer Zeit zahlreiche Corona*-Testzentren aus dem Boden gestampft wurden, gehen die durchgeführten Abstriche deutlich zurück. Denn seit dem 11. Oktober sind Corona-Tests in den meisten Fällen nicht mehr kostenlos. Testzentren beklagen jetzt einen deutlichen Rückgang der Tests. Zahlen von offizieller Stelle gibt es aber noch keine, erst Mitte November soll genaueres bekannt werden, wie die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) gegenüber dem Hessischen Rundfunk mitteilte.

Seit die Tests für die meisten Menschen in Hessen kostenpflichtig wurden, sind vermehrt Testzentren geschlossen worden. Doch einige halten sich noch, auch in vielen Apotheken kann man sich weiterhin testen lassen. Der Preis für einen Corona-Test bewegt sich zwischen 10 und 17 Euro*. Damit sich das Testen weiter für die Betreiber lohnt, setzen viele auf vorherige Anmeldung.

Weniger Corona-Tests in Hessen: Steigen jetzt die unentdeckten Infektionen?

Schon jetzt wird deutlich, dass sich weniger Menschen testen lassen. Bei Serap Öcalan seien es seit vergangener Woche 80 bis 90 Prozent weniger Corona-Tests, so die Betreiberin von vier Testzentren in Limburg gegenüber dem hr. Auch laut Sebastian Klosak, der ein Testzentrum in Frankfurt* und ein weiteres in Friedrichsdorf betreibt, sollen es mindestens 50 Prozent weniger Abstriche seit der Umstellung sein. Bei seinem Standort in Friedrichsdorf kämen aktuell an einem Tag kaum 15 Tests unter der Woche zu Stande – das rechne sich kaum noch.

Ähnlich sieht es beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) aus. 16 Zentren betreibt das DRK in Fulda und Umgebung. Auch hier werde bis zu 50 Prozent weniger getestet. Dennoch mit einer Einschränkung: Durch die Herbstferien seien die Zahlen möglicherweise nicht repräsentativ. Man wolle aber – jedenfalls auf absehbare Zeit – die Testzentren offen lassen, wie der hr berichtet.

Wie sich die neue Strategie auf die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie auswirkt, ist aktuell noch ungewiss. Das Gesundheitsministerium geht aber nicht davon aus, dass es zu mehr unentdeckten Infektionen komme. Denn die Testangebote würden weiterhin genutzt. Wichtiger sei die Zahl der Menschen, die sich nicht impfen lassen, so ein Ministeriumssprecher gegenüber dem hr. (spr) *fnp.de ist ein Teil von IPPEN.MEDIA.

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