Pandemie

Delta-Variante in Wiesbaden: Abwasser zeigt starke Ausbreitung

  • VonSebastian Richter
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Ein Pilotprojekt untersucht das Corona-Infektionsgeschehen durch Abwasserproben. In Wiesbaden wurde so ein Ausbruch der Delta-Variante festgestellt.

Wiesbaden – In der Landeshauptstadt von Hessen wurde die Delta-Variante des Coronavirus nachgewiesen. Ein Projekt der TU Darmstadt hat aus Proben im Abwasser festgestellt, dass die Infektionen mit der Delta-Variante in Wiesbaden zugenommen haben. Seit Mitte Mai soll die Mutation vermehrt auftreten. Das Gesundheitsamt Wiesbaden bestätigte die Entdeckungen der TU Darmstadt auf Nachfrage.

Die Proben wurden aus dem Abwasser am Hauptklärwerk Wiesbaden und am Klärwerk in Biebrich genommen. Die Untersuchungen helfen zwar bei der Einordnung des Corona-Infektionsgeschehens, allerdings nur für einen bestimmten Bereich. Genauer lässt sich der Ausbruch der Delta-Variante nicht lokalisieren, so ein Sprecher des Gesundheitsamtes Wiesbaden. Einmal wöchentlich werden die Proben entnommen.

Delta-Variante in Wiesbaden: Abwasserproben decken sich mit Corona-Testergebnissen

Einem Bericht* der Frankfurter Rundschau zufolge decken sich die Ergebnisse der Abwasserproben mit den Erkenntnissen durch PCR-Tests. Im siebenwöchigen Untersuchungszeitraum war zwar die Alpha-Variante des Virus vorherrschend. Dennoch nahm in Wiesbaden die Verbreitung der als ansteckender geltenden Delta-Variante von Corona zu.

Mithilfe von Abwasserproben wurde in Wiesbaden die Delta-Variante nachgewiesen. (Symbolbild)

Die Untersuchung des Abwassers ist relativ ungenau. Die genaue Zahl der Infizierten lässt sich mit dieser Methode nicht ermitteln. Allerdings lassen sich durch das Projekt Trends identifizieren, wie die FR weiter berichtet. Denn wenn die Virenlast steige, könne das ein Hinweis auf einen Ausbruch sein.

Corona: Weitere Untersuchungen zur Delta-Variante in Wiesbaden

Um weitere Informationen über das Corona-Infektionsgeschehen in Wiesbaden zu bekommen, wurden zusätzliche Proben am Pumpwerk Kastel und in Kanälen in Kostheim und Kastel entnommen. Durch diese differenzierte Analyse könne das Infektionsgeschehen kleinteiliger lokalisiert werden: Dadurch lassen sich die Ergebnisse auf Stadtteile – im besten Fall sogar nur auf Häuserblocks – herunterbrechen. Wie das Projekt in Wiesbaden fortgesetzt wird, ist bisher noch nicht klar. Es werden aber Gespräche geführt.

Die Forschenden bei der TU-Darmstadt haben bereits eine Pilotstudie in Frankfurt* abgeschlossen. Der Test in Wiesbaden läuft noch. Susanne Lackner, die Leiterin des Projekts, sieht große Vorteile in der Methode. Durch die Probenentnahme aus dem Abwasser und die Analyse könne schneller ermittelt werden, wo es regionale Ausbrüche gegeben hat. In der Zukunft könnte es zum Frühwarnsystem für Corona-Ausbrüche werden. Die Delta-Variante macht in Deutschland aktuell ungefähr die Hälfte aller Neuinfektionen aus. (Sebastian Richter) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

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