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„Danke und auf Wiedersehen“: Großes Fest für Volker Bouffier

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Volker Bouffier
Volker Bouffier (CDU), scheidender Ministerpräsident des Landes Hessen. © Arne Dedert/dpa/Archivbild

Als Brückenbauer und entscheidungsstarken Steuermann loben politische Weggefährten Volker Bouffier (CDU) zum Ende seiner politischen Karriere. Zum Abschiedsfest kommt das Heeresmusikkorps Kassel mit Fackeln und Fahnen.

Wiesbaden - Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat zum Ende seiner langen politischen Karriere ein großes Abschiedsfest gefeiert. Über 600 Gäste kamen am Montagabend ins Schloss Biebrich, um den 70-Jährigen zu würdigen. Er ist der dienstälteste Regierungschef Deutschlands mit einer Amtszeit von fast zwölf Jahren. Neben politischen Weggefährten aus der Landes- und Bundespolitik waren auch viele Freunde sowie Vertreter der Kirchen, der Medien, aus der Wirtschaft, dem Sport und der Gesellschaft gekommen. Das Heeresmusikkorps Kassel, das mit Fackeln und Fahnen einmarschierte, spielte zu der feierlichen Serenade mehrere Lieder.

Bouffier schüttelte bereits vor dem offiziellen Teil des Festaktes pausenlos Hände und umarmte etliche Gäste. Er empfinde große Dankbarkeit, sagte der langjährige Spitzenpolitiker am Tag vor seinem offiziellen Ende seiner Amtszeit. Es kämen viele Erinnerungen auf. Er denke auch an viele Weggefährten. Es sei ein sehr berührender Abend für ihn. „Ich sage Danke und auf Wiedersehen.“ Nach seiner Rede bekam der 70-Jährige lange anhaltenden Applaus.

Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Nordrhein-Westfalens Regierungschef Hendrik Wüst (CDU), betonte: „Der Andere könnte auch Recht haben“ - mit dieser Haltung, durch die Vertrauen entstand, sei Bouffier Architekt des ersten schwarz-grünen Bündnisses in einem Flächenland geworden, das bis heute erfolgreich sei. Eine der großen Stärken von Bouffier sei, Brücken zu bauen.

Der amtierende Bundesratspräsident, Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow (Linke), nannte Bouffier einen klugen Mahner, der den Föderalismus lebt. Bouffier habe sehr viel Aufbauarbeit in Thüringen geleistet. Die beiden Ministerpräsidenten kennen sich seit jungen Jahren aus Gießen.

Hessens Vize-Ministerpräsident Tarek Al-Wazir (Grüne) würdigte Bouffier als Brückenbauer und zuverlässigen, vertrauensvollen sowie entscheidungsstarken Steuermann auch in schwierigen Zeiten. „Das Land Hessen ist dir zu größtem Dank verpflichtet.“ CDU-Partei- und Fraktionschef Friedrich Merz schickte Grüße über Twitter: „Lieber Volker #Bouffier, herzlichen Dank für Deine jahrzehntelange Arbeit für #Hessen und für die #CDU. Du hast Dich um unser Land und um die CDU verdient gemacht.“

Unter den Gästen waren Ex-Bundespräsident Christian Wulff als Vertreter des amtierenden Bundespräsidenten und die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer. Auch Ex-Kanzleramtschef Helge Braun, die früheren Bundesverteidigungsminister Annegret Kramp-Karrenbauer und Franz Josef Jung sowie der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und Ex-FDP-Chef Wolfgang Gerhardt waren zur Abschiedsfeier gekommen.

Vom Heeresmusikkorps Kassel hatte sich Bouffier drei Stücke gewünscht: Das Lied „Die Gedanken sind frei“ sowie die Hits „One Moment in Time“ von Whitney Houston und „My Way“ von Frank Sinatra. Dazu wurden zwei Medleys mit Songs, die für Hessen und für die deutsche Einheit stehen, und zwei Märsche gespielt.

Bouffier tritt offiziell am Tag nach der feierlichen Serenade im hessischen Landtag vom Amt des Regierungschefs zurück. Zu seinem Nachfolger soll am Dienstag der noch amtierende Landtagspräsident Boris Rhein (CDU) gewählt werden. Die Serenade als musikalische Würdigung wird Ministerpräsidenten zuteil, wenn sie zehn Jahre oder länger im Amt waren. dpa

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