Waldbesetzer, die sich im Herrenwald am Boden befanden, wurden von der Polizei weggetragen. 
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Waldbesetzer, die sich im Herrenwald am Boden befanden, wurden von der Polizei weggetragen. 

Dannenröder Forst

A49-Ausbau: Herrenwald ist geräumt – Polizei-Ketten hindern Aktivisten am Vordringen

  • Alexander Gottschalk
    vonAlexander Gottschalk
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  • Florian Dörr
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Ganz Hessen schaut auf den Herrenwald (Dannenröder Forst). Dort stehen sich beim Protest gegen den A49-Ausbau Polizei und Aktivisten gegenüber.

  • Protest im Dannenröder Forst gegen Ausbau der der A49 zwischen Gießen und Kassel.
  • Rodungen im Herrenwald beginnen, Polizei räumt Aktivisten-Camps.
  • Protestaktion auf der A49 geplant, Fahrrad-Demo rollt in Kassel an.

+++ 16.02 Uhr: Vor dem Herrenwald stehen sich derzeit die Gegner des A49-Ausbaus und die Polizei gegenüber. Mit mehreren Menschenketten sichern die Einsatzkräfte das Waldstück ab. Am Vormittag hatten sie die Sicherheitszone geräumt und letzte Aktivisten aus den Bäumen geholt. Insgesamt 16 von ihnen wurden laut Polizei in Gewahrsam genommen. Inzwischen geht der Protest am Boden weiter. Eine Demonstration mit etwa 80 Teilnehmer kam am Nachmittag am Herrenwald an. Die Polizei verhinderte, dass Aktivisten in den Wald eindrangen. Die Lage sei mittlerweile wieder entspannt, teilte sie auf Twitter mit. Die Rodung für den Autobahn-Bau läuft indes weiter. Gegen sie wurde auch in in Berlin demonstriert. Laut Berliner Polizei befanden sich etwa zehn Menschen auf dem Dach der hessischen Landesvertretung, während rund 50 Menschen vor dem Gebäude demonstrierten.

+++ 10.32 Uhr: Die Aktivisten wollen am morgigen Samstag (03.09.2020) bei einer Fahrrad-Demo gegen den Weiterbau der A49 protestieren. Um 9 Uhr fahren sie am Kassel Hauptbahnhof los, von da geht es auf die A49 bis zum Dannenröder Forst. Ziel sei es, die Autobahn lahmzulegen und gemeinsam für eine Verkehrswende und eine klimagerechtere Welt zu radeln, heißt es auf der Website der Veranstalter. Am frühen Abend soll es dann eine Abschlusskundgebung an dem Waldstück geben. Für Sonntag (04.10.2020) ist eine weitere Demonstration in Dannenrod geplant.

A49-Ausbau: Räumpanzer im Herrenwald - Aktivisten klettern wieder auf Bäume

Update vom Freitag, 02.10.20, 09.12 Uhr: Nachdem die Polizei am Donnerstagabend ihren Großeinsatz im Herrenwald bei Stadtallendorf abgebrochen hat, sind Aktivisten offenbar wieder zurück in die Bäume geklettert. Die Polizei hat inzwischen erneut die Arbeit aufgenommen und ist auch mit Räumpanzern vor Ort: „Wir sprechen gerade mit den Menschen, die sich noch in und auf den Bäumen im abgesperrten Bereich befinden“, heißt es. Die Waldbesetzer, die sich am Boden befanden, wurden weggetragen.

Wie geht es mit den Rodungen für den umstrittenen Ausbau der A49 zwischen Gießen und Kassel weiter? „Wir gehen davon aus, dass es im Laufe des Vormittags mit den Arbeiten weitergeht“, sagt ein Sprecher der Polizei. Aus Protest gegen die geplanten Rodungen im Herrenwald sowie in dem nahe gelegenen Dannenröder Forst hatten sich mehrere Aktivisten in einem Waldstück bei Stadtallendorf in Bäumen verschanzt. Hunderte Polizeibeamte waren am Donnerstag im Einsatz. Die Polizei hatte am Abend ein positives Fazit gezogen.  

Die Polizei nahm nach eigenen Angaben sechs Aktivisten vorläufig fest und stellte bei 70 Menschen die Personalien fest. Sie erteilte auch mehrere Platzverweise.

Spezialkräfte räumen die Camps, die Aktivisten als Protest in den Baumwipfeln des Herrenwaldes errichtet haben.

Herrenwald bei Stadtallendorf: Bis zu 40 Aktivisten in den Bäumen verschanzt

+++ 17.50 Uhr: Der erste Tag der Rodung im Herrenwald neigt sich dem Ende entgegen. Insgesamt sind die Proteste gegen den A49-Ausbau laut Polizei friedlich geblieben. Hatte es am Vormittag noch Gespräche der Polizei mit mehreren Umweltschützern gegeben, um sie zu freiwilligen Verlassen des Waldes zu bewegen, ging es später dann auch etwas handfester zur Sache. Polizisten lösten Sitzblockaden auf, in dem sie die Protestierenden wegtrugen. Die Beamten nahmen mehrere Aktivisten in Gewahrsam, um ihre Identität festzustellen. Die Aktivsten waren teils in die Baumkronen hinauf geklettert. Etwa 20 bis 40 sollen es gewesen sein, die sich in den Bäumen verschanzten. Spezialkräfte waren im Einsatz, um die Menschen auf den Boden zu holen.

Im Herrenwald gab es sieben Baumhäuser beziehungsweise Plattformen. Deutlich mehr von ihnen gibt es aber im Dannenröder Forst, der das eigentliche Zentrum und das Symbol des Protestes gegen den Weiterbau der Autobahn ist. Bei der Räumung der Waldgebiete rechnet die Polizei mit einem wochenlangen Großeinsatz und massivem Widerstand der Aktivisten.

A49-Ausbau: A5 nach Protest wieder frei – Räumung im Herrenwald läuft

++ 16.34 Uhr Uhr: Der Polizeieinsatz auf der A5 bei Alsfeld ist beendet. Die Polizei hat die beiden Aktivisten, die sich von einer Autobahn-Brück abgeseilt hatten, heruntergeholt. Auf Twitter hieß es, die Blockade sei aufgelöst, die A5 sei wieder für den Verkehr freigegeben. Da sich die vorangegangene Sperrung aber seit dem Mittag hingezogen hatte, fließt der Verkehr in beiden Fahrtrichtungen nur schleppend ab. Noch immer staut es sich auf mehreren Kilometern.

Langsam deutet sich auch Entspannung im Herrenwald (Dannenröder Forst) selbst an. Dort hat die Polizei unter lauten Rufen der Aktivsten und Aktivistinnen erste Baumhäuser abgerissen. Die Räumung ist in vollem Gange. Einzelne Aktivisten, die eine Polizeisperre durchbrachen, wurden weggetragen.

Parallel dazu läuft auch die Rodung. Die Protestierenden machen sich Augenzeugen zufolge über die Einsatzkräfte lustig. Dem HR sagte eine Polizeisprecherin, man rechne damit, dass der Einsatz mit Einbruch der Dunkelheit beendet sein wird. Die Linke hat im hessischen Landtag derweil einen Eilantrag eingebracht, der den Baustopp der A49 fordert.

Stau auf der A5: Protest gegen A49-Ausbau nicht nur im Herrenwald

+++ 14.06 Uhr: Noch immer kommt es auf der A5 bei Alsfeld zu massiven Behinderungen. Hintergrund: Zwei Aktivisten, die gegen den Ausbau der A49 zwischen Gießen und Kassel protestieren, haben sich von einer Brücke abgeseilt. Der Verkehr staut sich deutlich. Das dürfte zunächst noch so bleiben: Der Verkehr, der zuletzt durch die Polizei geregelt wurde, muss nun wieder komplett gestoppt werden.

Derweil spitzt sich die Lage im Herrenwald weiter zu. Eine Räumung der Baumhäuser scheint anzustehen, eine entsprechende Hebebühne ist eingetroffen. Die Polizei hat eine „letzte Warnung“ an die Aktivisten in den Bäumen ausgerufen. Derweil bereiten sich Kletterer vom sogenannten Höheninterventionsteam laut HR vor Ort auf einen Einsatz vor.

Protest gegen A49-Ausbau zwischen Gießen und Kassel: Sitzblockade und Autobahn-Aktion

+++ 12.45 Uhr: Ein Sprecher der Polizei Mittelhessen hat auf Anfrage bestätigt, dass es eine Protestaktion an der Autobahn A5 zwischen Alsfeld-West und dem Rastplatz Dottenberg gibt. Dort hätten sich zwei Aktivisten von einer Autobahnbrücke abgeseilt. Sie hängen nun über der Fahrbahn, weshalb die Polizei die A5 sicherheitshalber in beide Fahrtrichtungen abgesperrt hat.

Aktivisten und Aktivistinnen haben den Herrenwald besetzt. Sie wollen verhindern, dass für den Bau der A49 zwischen Kassel und Gießen Bäume gefällt werden.

Der Verkehr staut sich auf mehreren Kilometern. Wie lang die Sperrung andauern wird, sei noch nicht abzusehen, so der Sprecher. Die Polizei werde nun versuchen, die Aktivisten „schnellstmöglich“ herunterzuholen. Die Sicherheit der Einsatzkräfte und der Aktivisten stehe dabei im Vordergrund. Fotos zeigen das Banner, das an der Brücke befestigt wurde. Darauf steht: „Mit jeder neuen Autobahn wird unsere Zukunft totgefahren.“

Im Herrenwald selbst soll derweil die Räumung begonnen haben. Die Aktivisten haben eine Sitzblockade gebildet.

Blockade gegen A49-Ausbau: Herrenwald-Protest verlagert sich auf die A5

+++ 12.25 Uhr: Während im Herrenwald bei Stadtallendorf Forstmaschinen und Polizei weiter vorrücken, macht sich der Protest gegen den Ausbau der Autobahn A49 durch Mittelhessen offenkundig auch andernorts bemerkbar. Augenzeugen berichten auf Twitter, Aktivisten hätten versucht, an einer Autobahn-Brücke der A5 ein Banner aufzuhängen. Fotos zeigen, wie sich jemand von einer Brücke abseilt. Andere Aufnahmen zeigen eine leere Autobahn. Die Polizei soll die Straße inzwischen abgesperrt haben. Offenbar hängen noch mindestens zwei Aktivisten an Seilen von der Brücke herunter.

Die Vollsperrung der A5 sorgt zwischen Alsfeld-West und dem Rastplatz Dottenberg für deutliche Verkehrsbehinderungen. Stau in beide Richtungen ist die Folge. Nach Angaben des HR staut sich der A5-Verkehr in Richtung Norden auf derzeit 10 Kilometern. Richtung Süden stehen Autos und Lkw derzeit auf 6 Kilometer.

Im Herrenwald selbst wollen die Aktivisten derweil weiter nicht weichen. Sie verschanzten sich in Baumhäusern, einige riefen Parolen in Richtung der Beamten. Eine Sprecherin der Initiative „Wald statt Asphalt“ sprach von einem „Skandal“, dass Deutschland im Jahr 2020 alte Wälder und Schutzgebiete für eine Autobahn abholzen lasse, „deren Nutzen nicht bewiesen ist“.

Vor dem hessischen Landtag hat die Umweltorganisation Greenpeace derweil gegen die geplante Rodung protestieren. Vor dem Parlament wurde ein sechs Meter langer Stamm aus dem Wald platziert. „Der Baum aus dem Dannenröder Forst steht symbolisch für die Zerstörung der Natur im Kontext veralteter Verkehrspolitik“, teilte Alex Wenzel von Greenpeace Frankfurt mit.

Die ersten Bäume im Herrenwald wurden für den umstrittenen Ausbau der A49 gefällt.

A49-Protest im Herrenwald: Rodung beginnt – Erste Bäume fallen

+++ 10.22 Uhr: Die Rodungsarbeiten im Herrenwald laufen. Erste Bäume wurden gefällt. Derweil ist das Ultimatum für die Aktivisten, den Herrenwald zu verlassen, abgelaufen. Weiterhin jedoch befinden sich einige in den Baumhäusern, die Zahl ist unklar. Ihre Behausungen sind von der Polizei umstellt. Eine Räumung scheint anzustehen.

Inzwischen dürfen Pressevertreter auch in den eigentlich abgesperrten Bereich im Herrenwald. Das hatte die Polizei zuvor verboten, was für Ärger auch bei den Journalisten vor Ort gesorgt hatte. Die Aktivisten forderten ebenfalls einen Zugang für Medien.

+++ 09.51 Uhr: Am Donnerstag sollen erste Baumfällarbeiten im Dannenröder Forst durch die beauftragte Baufirma stattfinden. Hintergrund ist der umstrittene Ausbau der A49 bei Stadtallendorf. Die Polizei begleitet die Arbeiten, die aktuell im Bereich des Herrenwaldes begonnen haben.

Am Dannenröder Forst hat der Einsatz der Polizei begonnen. Aktuell ist ein Großaufgebot im Herrenwald bei Stadtallendorf unterwegs.

Vor Ort ist die Polizei aktuell mit einem Großaufgebot im Einsatz, um das betroffene Waldgebiet abzusperren und zu räumen. Momentan suchen Polizeibeamte den Kontakt etwa 40 Personen. Sie sollen sich noch im Bereich aufhalten. Die Polizei hat den Aktivisten ein Ultimatum gestellt: „Wer bis 10 Uhr den Herrenwald freiwillig verlässt, kann ohne weitere polizeiliche Maßnahmen gehen“, schreibt die Polizei auf Twitter.

Umstrittener A49-Ausbau: Rodung im Dannenröder Forst steht an

Im Herrenwald sowie in dem in der Nähe gelegenen Dannenröder Forst bei Homberg/Ohm stehen Rodungsarbeiten für den Lückenschluss der A49 an. Aus Protest dagegen haben sich in beiden Waldstücken Aktivisten in Baumhäusern eingerichtet und Plattformen sowie Barrikaden errichtet. Bei der Räumung rechnet die Polizei mit einem wochenlangen Großeinsatz und massivem Widerstand der Aktivisten. 

Dannenröder Forst: Polizei rechnet mit „großem Widerstand“ bei Stadtallendorf

Erstmeldung vom Donnerstag, 01.10.20, 08.34 Uhr: Für die Polizei ist die Ausgangslage für den Einsatz im Dannenröder Forst sehr komplex, hieß es am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Polizeipräsidium Mittelhessen, das die Baumfäll- und Bauarbeiten ab Donnerstag und in den kommenden Wochen sichern soll. Probleme gibt es unter anderem durch die Wetterlage und das sehr große und schwierige Einsatzgebiet, sagten die Polizeisprecher Sylvia Frech und Jochen Wegmann. „Wir rechnen mit großem Widerstand.“ Das bedeute einen hohen Kräftebedarf seitens der Polizei. 

Zahlen zum Einsatz rund um den umstrittenen Einsatz der A49 zwischen Gießen und Kassel will die Polizei nicht nennen, aber aus dem ganzen Bundesgebiet würden Polizisten angefordert. Der Umfang könne je nach Einsatzlage erheblich schwanken. Die Polizei soll die Bauarbeiten schützen, sagten Frech und Wegmann: „Weder den Arbeitern noch Polizeibeamten oder den Waldbewohnern soll etwas passieren.“ Um den schwierigen Spagat zu bewältigen, werde die Polizei deshalb mit größtmöglicher Sorgfalt vorgehen. Die Einsatzkräfte würden sich „Zeit lassen, auch wenn sich die eine oder andere geplante Maßnahme dadurch verzögert“. Sorgfalt vor Schnelligkeit sei die Devise, so die Polizeisprecher.

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