Max Liebermann-Ausstellung in Darmstadt
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Das Gemälde „Der Papageienmann (1900/01)“ wird auf eine Staffelei gestellt.

Darmstadt zeigt Max-Liebermann-Ausstellung

Realismus und Impressionismus mit all seinen Lichtspielen: In Darmstadt ist nun eine große Schau zu Max Liebermann zu sehen. Das Landesmuseum zeigt das Werk des Hauptvertreters des deutschen Impressionismus und Wegbereiters der Moderne.

Darmstadt - Mit mehr als 100 Gemälden zeigt das Landesmuseum in Darmstadt eine großangelegte Ausstellung zum Werk des Impressionisten Max Liebermann. In fünf Räumen ist die Entwicklung von frühen realistischen Gemälden hin zum Impressionismus mit seinen Reflexionen des Lichts zu sehen. „Wir haben zwei Jahre an der Ausstellung gearbeitet, was vergleichsweise kurz ist“, sagte der Museumsdirektor und Kurator Martin Faass am Mittwoch bei der Vorstellung der Schau. Faass war zwölf Jahre lang Direktor der Berliner Villa Liebermann, bevor er nach Darmstadt kam. Die Ausstellung „Ich. Max Liebermann - Ein europäischer Künstler“ ist im Landesmuseum von diesem Donnerstag an bis 9. Januar zu sehen.

Anfangs habe er nach seiner Zeit in Berlin nicht unbedingt an eine Ausstellung über Liebermann (1847-1935) gedacht, sagte Faass. In Kooperation mit dem Kunstpalast Düsseldorf habe man sich dann aber doch für ein chronologisch in den fünf Räumen geordnetes Gesamtbild entschieden. Liebermann sei für ihn noch nicht auserzählt. „Das ist schon eine ganz besondere Chance, die ich dann auch gerne ergriffen habe.“

Gerade einmal vier der gezeigten Gemälde, davon zwei des deutschen Impressionisten, gehören zum Fundus des Landesmuseums. „Es sind über 60 Leihgeber, die zu der Ausstellung beigetragen haben“, sagte Faass. Darunter seien Museen im In- und Ausland, aber auch private Sammler, die neben Liebermann-Gemälden auch die Werke anderer Künstler wie Claude Monet oder Max Beckmann gegeben hätten, um Liebermann auch in der Kunst seiner Epoche zu zeigen.

„Er hatte kein Problem, Grenzen zu überschreiten“, sagte Faass über den Künstler. Auch Kritik und Skandale seien ihm nicht fremd gewesen. Zudem hatte der in Berlin geborene Sohn jüdischer Eltern auch immer mit antisemitischen Angriffen zu tun. Er sei einer der Top-Repräsentanten in der Kunst der Weimarer Republik. „Auch im Ausland stand Liebermann für die deutsche Kunst“, so Faass. Nach 1933 brandmarkten die Nationalsozialisten seine Werke als „entartet“. „Er hatte das Gefühl, dass der Traum der gelungenen Assimilation eben doch nur ein Traum war“, sagte Faass.

In der Ausstellung ist nun die gesamte Bandbreite seines Werkes mit all ihren Einflüssen auch der Malerei in Frankreich oder Holland zu sehen. Von frühen Werken in Weimar, Porträts, Stillleben, Alleen mit ihren Lichtspielen, bäuerlichen oder Marktszenen bis hin zum Abschluss seines Schaffens mit impressionistischen Garten-Gemälden der Berliner Villa. dpa

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