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Dekabank macht Gewinnsprung: Fondsabsatz steigt weiter

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DekaBank in Frankfurt/Main
Blick auf das Trianon-Hochhaus im Frankfurter Westend. © Arne Dedert/dpa/Archivbild

Ein Rekordabsatz von Wertpapieren hat der Dekabank das beste Jahresergebnis seit 2010 beschert. Die in der Corona-Krise gebildete Vorsorge für mögliche Rückschläge kann das Institut wieder zurückfahren. Doch die Risiken nehmen wieder zu.

Frankfurt/Main - Nach dem höchsten Gewinn seit dem Rekord 2010 plant die Dekabank angesichts neuer Konjunkturrisiken infolge des Ukraine-Krieges für das laufende Jahr vorsichtiger. „Wir halten aus heutiger Sicht an unserer Jahresprognose fest und gehen weiter davon aus, dass sich das wirtschaftliche Ergebnis für das Jahr 2022 in der Größenordnung von rund 550 Millionen Euro bewegen wird“, sagte der Vorstandsvorsitzende Georg Stocker am Dienstag in Frankfurt. „Dies ist leicht über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre, aber plangemäß klar hinter dem außergewöhnlichen Jahr 2021.“

Die direkten Auswirkungen für das Institut infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine bezeichnete Stocker als überschaubar. „Wir hatten beziehungsweise haben in unseren Fonds nur geringe Positionen in russischen Aktien, Unternehmens- und Staatsanleihen. Und wir haben früh festgelegt, dass wir uns in unseren Publikumsfonds von russischen Beteiligungen vermögenswahrend trennen werden, sobald es Marktbedingungen wieder erlauben.“ Im Immobilienbereich in Russland und der Ukraine sei die Bank nicht investiert, auf der Kreditseite in zweistelliger Millionenhöhe abgesichert als Mitfinanzierer engagiert.

Von 2020 auf 2021 hat die Dekabank ihren Gewinn von 269,4 Millionen Euro auf 847,8 Millionen Euro mehr als verdreifacht. Das bisher höchste wirtschaftliche Ergebnis der Unternehmensgeschichte hatte das Institut im Jahr 2010 mit 925,1 Millionen Euro erzielt.

Haupttreiber des Geschäftserfolgs im vergangenen Jahr: Der Absatz von Fonds und Zertifikaten brummte und kletterte auf einen neuen Höchstwert. Zugleich konnte die Deka, die zu 100 Prozent den Sparkassen gehört, ihre im ersten Corona-Jahr deutlich erhöhte Vorsorge für mögliche Risiken wieder auflösen.

Bei Anlegern sammelte das Institut 2021 die Rekordsumme von gut 35,7 Milliarden Euro frischen Geldern ein. Ein Jahr zuvor hatte die Deka mit gut 32,1 Milliarden Euro bei der Nettovertriebsleistung erstmals die 30-Milliarden-Marke überschritten. Der weitaus größte Teil der Gelder kam im vergangenen Jahr von Privatkunden: Mit 25 Milliarden Euro war der Nettoabsatz in dieser Kundengruppe doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor. „Das Wertpapiersparen, das moderne Sparbuch, ist auch in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, bilanzierte Stocker. „Das ist gut, gerade in diesen Zeiten mit hoher Inflation. Denn das ist der beste Inflationsschutz für die Ersparnisse der Menschen.“

Mitte März 2022 habe die gesamte Nettovertriebsleistung bereits bei mehr als acht Milliarden Euro gelegen, ein Plus von 17 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Zu den 6,9 Millionen von der Deka verwalteten Wertpapiersparplänen kamen bislang unter dem Strich 285 000 dazu.

Unterdessen gab es im vergangenen Jahr bei Profi-Anlegern wie Versicherungen und Pensionskassen einen Rückgang von 19,5 Milliarden auf 10,7 Milliarden Euro frische Gelder. Grund sei der Verlust eines Großkunden mit einem Volumen in hoher einstelliger Milliardenhöhe.

Bei der Vorsorge für mögliche Kreditausfälle stand unter anderem dank der gesamtwirtschaftlichen Erholung für 2021 letztlich sogar ein leicht positiver Beitrag in der Bilanz. Im ersten Jahr der Pandemie hatte die Dekabank sich auf eventuelle Rückschläge in der Finanzierung von Büroimmobilien und Flugzeugen vorbereitet und die Risikovorsorge auf 178 Millionen Euro vervielfacht. dpa

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