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Eine alte Frau benutzt als Gehhilfe einen Rollator.

Demenzkranke „Wegläufer”: Herausforderung für Pflegeheime

Mit Sendern, optischen Täuschungen auf Türen und komplexen Schließmechanismen versuchen Pflegeheime in Hessen Demenzkranke am Weglaufen zu hindern.

Mit Sendern, optischen Täuschungen auf Türen und komplexen Schließmechanismen versuchen Pflegeheime in Hessen Demenzkranke am Weglaufen zu hindern. Die sogenannten „Wegläufer” gehörten zum Alltag in den Einrichtungen, sagt Hubert Röser, Sprecher des Bundesverbands Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad). Die Demenzkranken können sich bei der Flucht selbst gefährden. „Personen mit Weglauftendenz dürfen aber nicht eingesperrt werden, Heime sind keine psychiatrischen Einrichtungen”, erklärt Röser.

Die Evangelische Altenhilfe Gesundbrunnen setzt im nordhessischen Hofgeismar beispielsweise auf aufgeklebte Löcher vor Notausgängen und Fototapeten auf Türen. Auch Mittel wie Peilsender seien „ethisch in Ordnung, weil es die Möglichkeit erhöht, jemanden gehen zu lassen und ihn wiederzufinden”, erklärt Heimleiter Klaus Vering. Eingesetzt werden dürfen solchen Mittel nur mit richterlicher Genehmigung.

Wie viele „Wegläufer” es in Hessen pro Jahr gibt, ist unklar. Viele Versuche enden schon nach wenigen Metern. Es gibt aber auch Fälle, in denen Bewohner mehrere Kilometer weit laufen. Laut dem Landeskriminalamt (LKA) werden durchschnittlich 6600 Personen pro Jahr in Hessen vermisst gemeldet. Viele tauchten wieder auf. Zuletzt galten 54 Menschen im Alter über 60 Jahre in Hessen als vermisst.

(dpa)

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