Eine Frau misst mit einem Maßband ihrem Bauchumfang.
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Für einige Menschen, die bereits an einer Essstörung leiden, hat die Corona-Pandemie wie ein Brandbeschleuniger gewirkt (Symbolbild)

Probleme durch Corona

Depressionen und Magersucht in Pandemiezeiten: Eine 17-Jährige berichtet

Sophie (Name geändert) hat im Leben mehr durchgemacht als viele in ihrem Alter. Sie ist 17, kommt aus dem Landkreis Fulda. Vor einigen Jahren beging ihr Vater Suizid. Das war der Zeitpunkt, als ihre Depression losging. Später kam eine Essstörung hinzu.

Fulda - Corona hat die Probleme verstärkt. Seit November wird Sophie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Fulda behandelt.* So wie viele Mädchen – meist sind es Mädchen und junge Frauen –, die an einer Essstörung leiden. Die Pandemie hat die Zahlen von Patienten mit Essstörungen noch einmal in die Höhe schießen lassen. So werden in der Klinik derzeit bis zu drei- bis viermal mehr Betroffene stationär behandelt als vor Corona.

Als die Pandemie losging, war das ein Stressfaktor: „Diese Unwissenheit ist belastend. Es ist kein Ende in Sicht. Und dadurch, dass die Schule ausgefallen war, hatte ich viel Zeit mit mir selbst und meinen Gedanken.“ Vor acht Monaten suchte sich die 17-Jährige auf Drängen ihrer Familie Hilfe in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. „Anfangs hat es lange gedauert, bis ich zugenommen habe. Ich wollte es erst nicht, weil ich dachte: Ich fühle mich jetzt schon schlecht, wenn ich zunehme, geht es mir noch schlechter.“ Essen löse bei ihr bis heute keine positiven Gefühle aus. „Ich kann sagen, ob etwas süß oder salzig schmeckt, aber dass es gut schmeckt, kann ich nicht sagen.“ *fuldaerzeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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