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Deutlich mehr Privatpleiten in Hessen

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Privatinsolvenz
Ein Kugelschreiber liegt auf einem Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa-Zentralbild/dpa

Die Zahl der Privatpleiten in Hessen ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Nach Daten der Wirtschaftsauskunftei Crif gab es 7267 Privatinsolvenzen, 83,9 Prozent mehr als 2020. Bundesweit wurde ein Zuwachs um 93,6 Prozent auf 109.031 Fälle verzeichnet. Es war bundesweit der erste Anstieg seit zehn Jahren. Crif-Geschäftsführer Frank Schlein führte die Entwicklung vor allem auf eine Gesetzesänderung zurück, die viele Betroffene abgewartet hätten.

Hamburg - In diesem Jahr werden nach seiner Einschätzung vor allem die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie viele Verbraucher in Bedrängnis bringen. Crif hält daher bundesweit bis zu 110.000 Privatpleiten für möglich. „Die finanziellen Reserven vieler Betroffener sind aufgebraucht. Dazu kommen die stetig steigenden Miet- und Energiepreise“, sagte Schlein.

Im vergangenen Jahr spielte nach seinen Angaben vor allem eine Gesetzesänderung eine Rolle, wonach Verbraucher einfacher nach drei statt wie bisher nach sechs Jahren von ihren Restschulden befreit werden können. Dies hätten viele Betroffene abgewartet und den Insolvenzantrag erst 2021 gestellt.

Bundesweit wurden im vergangenen Jahr 131 Privatpleiten je 100.000 Einwohner gezählt. Hessen lag mit 115 Fällen darunter. Am stärksten war Bremen betroffen mit 247 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner. Am geringsten war die Zahl in Bayern (86). dpa

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