+
Der Polizist hat vor Gericht gestanden.

Lebenskrise wird ihm zum Verhägnis 

Polizist gibt Dienstgeheimnisse an rechtsextreme Freundin weiter - dafür muss er zahlen

Ein Polizist hat Dienstgeheimnisse aus einem kuriosen Grund an seine mutmaßlich rechtsextreme Freundin weitergegeben. Nun erhält er vor Gericht die Quittung dafür. 

Update, 21. März, 15.51 Uhr: Der Polizist muss eine Geldstrafe zahlen, weil er vertrauliche Daten an eine Bekannte mit mutmaßlichen Verbindungen ins rechtsextreme Milieu weitergegeben hatte. Der 46 Jahre alte Beamte soll dem Urteil zufolge nun insgesamt 6750 Euro Strafe zahlen. Außerdem steht dem Polizisten, der im April 2017 auf eigenen Wunsch nach Niedersachsen versetzt wurde, ein Disziplinarverfahren bevor. Die 42 Jahre alte Mitangeklagte und Ex-Freundin des Beamten wurde wegen Anstiftung zu einer Zahlung von 1875 Euro verurteilt. Das Urteil gegen die beiden ist noch nicht rechtskräftig.

Die Frau hatte zugegeben, den Polizisten vor etwa drei Jahren um die Daten aus dem polizeilichen Informationssystem gebeten zu haben. Zu diesem Zeitpunkt waren die beiden nach eigener Aussage kein Paar mehr. Es ging um Informationen zu zwei Männern.

Generalbundesanwalt ermittelt gegen Neonazi-Kameradschaft

Einen von beiden bezeichnete die Frau vor Gericht als ihren Lebensgefährten. Er soll der rechtsextremen Szene angehören. Ein Sprecher der Darmstädter Justizbehörden sagte, Ermittlungen zufolge gebe es Verbindungen zur Neonazigruppe "Aryans" (Arier). Der Generalbundesanwalt ermittelt gegen mehrere Mitglieder dieser Neonazi-Kameradschaft wegen Verdachts auf Bildung einer terroristischen Vereinigung.

Erstmeldung, 21. März: Dieburg - Vor dem Amtsgericht Dieburg (Kreis Darmstadt-Dieburg) hat ein Polizist eingeräumt, dass er 2016 eine mutmaßlich rechtsextremen Bekannte mit Interna aus der Dienststelle versorgt habe. Der 46 Jahre alte Mann sagte am Donnerstag, dass er vor einigen Jahren eine Beziehung mit der 42 Jahre alten Frau gehabt habe.

Angeklagter befindet sich in Lebenskrise

Sie habe ihn um Informationen gebeten, die er ihr übermittelt habe. Dies sei falsch gewesen. Damals habe er sich in einer Lebenskrise befunden, da sein Vater krebskrank gewesen sei. Der Mann steht wegen des Verdachts der Verletzung des Dienstgeheimnisses vor Gericht. Die ebenfalls angeklagte frühere Freundin räumte ein, sie habe den Polizisten um Daten zweier Personen gebeten. Sie habe nicht gewusst, dass dies strafbar ist. (dpa)

Lesen Sie auch:

Sie liefern sich ein illegales Autorennen mit 220 Stundenkilometer auf der Autobahn, gefährden zwölf Menschenleben und bauen einen schweren Unfall– jetzt verurteilt das Gericht die beiden Raser. Das milde Urteil überrascht.

Ein Streit zwischen zwei Männern in Hanau ist eskaliert. Plötzlich muss einer der beiden ins Krankenhaus.

Nach dem Tod einer 57-jährigen Frau in Offenbach tappt die Polizei trotz der Fahndung nach dem Ex-Freund weiterhin im Dunkeln.

Eine junge Mutter verlässt ihren Freund - und dieser dreht daraufhin durch. Er zündet das Haus der 28-Jährigen in Waldeck an.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare