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documenta: Antisemitismusbeauftragte fordern Konsequenzen

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Nach öffentlicher Kritik wegen des als antisemitisch kritisierten Inhalts wurde das Kunstwerk entfernt. © Uwe Zucchi/dpa

Die Antisemistismusbeauftragten von Bund und Ländern fordern nach dem Eklat auf der documenta Konsequenzen und eine klare Benennung der Verantwortlichen. „Die Feststellung der Verantwortlichkeiten im Umgang mit antisemitischer Bildsprache und anderen judenfeindlichen Inhalten ist dringend notwendig“, erklärte die Bund-Länder-Kommission zur Bekämpfung von Antisemitismus und zum Schutz jüdischen Lebens am Freitag.

Kassel/Berlin - Es sei wichtig, „die Versäumnisse und Fehler bei Planung, Vorbereitung und Durchführung der documenta klarzustellen und Konsequenzen zu ziehen“.

Die Arbeit „People's Justice“ des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi hatte wegen antisemitischer Bildsprache für eine Welle der Empörung gesorgt. Am Dienstagabend wurde das Banner entfernt. Das Kuratorenkollektiv Ruangrupa entschuldigte sich am Donnerstagabend mit den Worten: „Wir haben alle darin versagt, in dem Werk die antisemitischen Figuren zu entdecken.“

„Es darf nicht dabei bleiben, das Bild nur zu entfernen“, sagte der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein. Eine Aufarbeitung sei dringend angezeigt, auch weil die Ausstellung in Kassel mit öffentlichen Geldern gefördert werde. Die Antisemitismusbeauftragte für Nordrhein-Westfalen, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, betonte, mit dem Beitrag von Taring Padi sei die Grenze der im Grundgesetz garantierten Kunstfreiheit klar überschritten - „volksverhetzende Darstellungen werden von ihr nicht gedeckt“.

Die Rechtfertigung der Gruppe, die Bilder seien kulturspezifisch auf die eigenen Erfahrungen bezogen, zeuge von „Naivität, bewusster Schmähung oder Uneinsichtigkeit“, hielt die Kommission fest. dpa

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