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Erste Bauwerke des versunkenen ?Edersee-Atlantis? tauchen derzeit wieder auf.

Regenmangel

Der Edersee leert sich allmählich

Die andauernde Trockenheit hat zu einem massiven Wasserverlust im Edersee geführt. War das Gewässer in Nordhessen im Mai noch voll, lag der Füllstand am Dienstag nur bei 46 Prozent. Das hat womöglich bald ganz handfeste Konsequenzen.

Der niedrige Wasserstand im Edersee hat ganz praktische Auswirkungen. „Im Moment wissen wir nicht, ob im August angesetzte Veranstaltungen wie ein Segelwettbewerb stattfinden können“, sagt Winfried Geisler, Vorsitzender des Regionalverbands Eder-Diemel in Edertal.

Mittlerweile ist auch die alte Aseler Brücke, Teil des „Edersee-Atlantis“, aus den Fluten aufgetaucht. Die Ruinen aufgegebener Dörfer sind eine Attraktion, aber auch Warnsignal, wenn sie vor dem Herbst zu sehen sind., erklärt Geisler.

Pegelstände sind am Edersee ein Politikum. 27 000 Liter Wasser werden pro Sekunde aus dem Stausee abgelassen, um die Schifffahrt auf der Weser zu sichern. Wenig Wasser im Edersee schadet aber der Ferienregion mit 700 000 Übernachtungen und drei bis vier Millionen Tagesgästen jährlich. Rund 30 Millionen Euro Einbußen gab es 2017 durch die Trockenheit. Mit einer Petition hatten die Edersee-Anrainer damals versucht, etwas zu ändern. „Es folgte eine Einladung zum Verkehrsministerium nach Bonn und es laufen noch Gespräche mit dem hessischen Wirtschaftsministerium“, sagt Geisler.

Doch verändert habe sich bisher wenig. Dabei wären für die Edersee-Anrainer zwei Wege denkbar, um länger Wasser im Edersee zu halten. „Eine Option wäre, dass man den Pegel genauer fährt“, sagt Geisler.

Das bedeute, den geplanten Wasserstand in der Weser bei Hann. Münden lediglich genau einzuhalten statt deutlich darüber zu liegen. Die andere denkbare Möglichkeit sei, schon etwas früher in der Weser in den Sparmodus zu schalten, um dafür länger Wasser im Edersee zu haben.

(hle)

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