Bald in Freiheit: Wisente aus dem Wildtierpark Edersee werden in Springe auf ihre Auswilderung in den Karpaten vorbereitet.
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Bald in Freiheit: Wisente aus dem Wildtierpark Edersee werden in Springe auf ihre Auswilderung in den Karpaten vorbereitet.

Elaisa, Elwira und Elaika werden vorbereitet

Edersee: Wisente aus dem Wildtierpark werden in den rumänischen Karpaten ausgewildert

Sie wurden im Wildtierpark geboren, sollen aber bald die Freiheit kennenlernen: Drei Wisente aus dem Wildtierpark Edersee werden gerade auf ihre Auswilderung vorbereitet.

  • Drei Wisente aus dem Wildtierpark Edersee im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg sollen ausgewildert werden.
  • Elaisa, Elwira und Elaika werden gerade darauf vorbereitet.
  • Künftig sollen sie in den rumänischen Karpaten die Luft der Freiheit schnuppern.

Die Wisente Elaisa, Elwira und Elaika aus dem WildtierPark Edersee haben den Transport nach Springe gut überstanden. Sie haben wie alle im Wildtierpark Edersee geborenen Wisente einen Namen, der mit „El“ beginnt. 

Edersee: Wisente wurden mit Narkosepfeil für den Transport betäubt

Mit einem Narkosepfeil wurden die drei jungen Wisente betäubt und mithilfe der Tierpfleger des Wildtierparks Edersee und eines Traktors auf einen Transporter geladen. In Springe werden sie mit einer Herde weiterer Wisente auf die Auswilderung in Rumänien vorbereitet.

Ein Wisent vom Edersee: Mit großen Sprüngen der Freiheit entgegen.

Bereits im Frühjahr 2018 wurden erstmals drei weibliche Tiere vom Edersee in ein Auswilderungsprojekt gegeben und im Sommer 2019 nach Armenis in die rumänischen Karpaten gebracht, wo sie in Freiheit leben können.

Wildtierpark Edersee: Auswilderung der Wisente in Rumänien läuft in drei Stufen

Die Auswilderung in Rumänien läuft in drei Stufen: 

  • Zunächst befinden sich die Wisente in der Akklimatisierungszone. Dieses Gelände ist etwa 15 Hektar groß. 
  • Nach einer Eingewöhnungszeit von vier bis fünf Wochen kommen die Tiere in die Auswilderungszone mit einer Größe von 150 Hektar. 
  • Wenn sie nach einiger Zeit geöffnet wird, können sich die Wisente in der freien Wildbahn bewegen. 

Das Gelände ist ein Natura-2000-Gebiet, an das zwei Nationalparke angrenzen. Damit steht eine Fläche von etwa 300.000 Hektar als Lebensraum zur Verfügung – das entspricht einer Fläche, die 1,2-mal so groß ist wie das Saarland. 

Im Jahr 2019 haben sich laut dem WWF Wisente im Kaukasus prächtig vermehrt

Wildtierpark Edersee: Erhalt vom Aussterben bedrohter Tierarten

Der Wildtierpark Edersee ist einer von vielen Tierparks und Zoos, die am Zuchtprogramm Europäischer Wisente teilnehmen. 

Diese Programme dienen dem Erhalt vom Aussterben bedrohter Tierarten und als Reservoir für Auswilderungsprojekte. So sichert es das Überleben der letzten Wildrinder Europas und deren Rückführung in die freie Wildbahn. Organisiert, gemanagt und finanziert wird das Projekt von WWF Rumänien, Rewilding Europe und der Romanian Wilderness Society (EU-Life-Projekt).

Video: Betäubungspfeile und Improvisation! So funktioniert der Wisent-Umzug

"Europäisches Wisent Stammbuch" für die Erhaltung vom Aussterben bedrohter Arten

Das „Europäische Wisent Stammbuch“ – European Bison Pedigree Book – wurde ursprünglich eingerichtet, um die Zucht von Tieren in Zoos zu koordinieren. Der Fokus steht auf der Erhaltung vom Aussterben bedrohter Arten. Im Idealfall werden Tiere aus Gefangenschaft wieder ausgewildert, um wild lebende Populationen zu ergänzen.

Alle frei lebenden Wisente stammen aus Zoos oder Tiergehegen

Der Wisent oder auch Europäischer Bison ist eine Rinderart in Europa. Bis in das frühe Mittelalter waren Wisente in den Urwäldern von West-, Zentral- und Südosteuropa heimisch. Die Tiere leben vorwiegend in Herden von 12 bis 20 Tieren in Laub-, Nadel- und Mischwäldern mit gemäßigtem Klima. 

Neben dem eigentlichen Wisent - auch Flachlandwisent genannt, gab es auch den Bergwisent - der mittlerweile ausgestorben ist. Der letzte Bergwisent wurde 1927 im Kaukasus erschossen. In den 1920er Jahren waren die Wisente in Europa akut vom Aussterben bedroht. Alle heute noch lebenden Wisente stammen aus einem von zwölf Zoos und Tiergehegen ab. (dir/red)

Im Jahr 2012 wurde beschlossen, im Wittgensteiner Wald kurz hinter der hessischen Grenze bei Bad Berleburg eine Herde Wisente in die Freiheit zu entlassen. Ein „einmaliges Artenschutzprojekt in Westeuropa“ nannten die Initiatoren das Projekt damals.

Bereits im Jahr 2010 wurden Wisente in der Nähe von Bad Berleburg in ein Auswilderungsgehege gebracht - doch da gab es eine Panne, denn Wisent Egnar büxte aus - konnte aber wieder eingefangen werden.

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