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Einmalige Verordnung für mehr Sicherheit für Patienten

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Medikamente
Diverse Medikamentenpackungen liegen auf einem Tisch in einer Apotheke. © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Hessen engagiert sich nach Ansicht von Praktikern bundesweit vorbildlich für mehr Sicherheit im Krankenhaus. Als einziges Bundesland hat Hessen eine sogenannte Patientensicherheitsverordnung. Sie trat am 30. Oktober 2019 in Kraft.

Frankfurt/Wiesbaden - Darin ist unter anderem festgeschrieben, dass jedes Krankenhaus einen Beauftragten ernennen muss, der direkt an die Leitung des Krankenhauses berichtet. Er oder sie soll zur „Weiterentwicklung der Sicherheitskultur im Krankenhaus“ beitragen, Risiken beurteilen und Vorschläge zur Vermeidung machen. Das Krankenhaus muss dem Ministerium einmal jährlich einen Bericht vorlegen.

„Aktuell erstellen die hessischen Krankenhäuser den ersten Bericht zur Patientensicherheit“, berichtete das Sozialministerium in Wiesbaden. „Er gibt dem Ministerium einen Ist-Stand zur Patientensicherheit in den hessischen Kliniken und dient zur Identifizierung bestehender Best-Practice-Beispiele, aber auch möglicher Gefahren.“

In diesem Jahr wurde die Zusammenarbeit verstärkt und ein Netzwerk der hessischen Patientensicherheitsbeauftragten gegründet. „Diese sollen mit dem neuen Netzwerk eine Plattform erhalten, um in den Austausch zu treten, Wissen einfacher zu teilen und Herausforderungen gemeinsam besprechen zu können“ wie das Frankfurter Universitätsklinikum berichtete, das das Netzwerk koordiniert.

In Hessens größtem Krankenhaus findet man die Verordnung gut: Hessen sei damit „bundesweit vorbildlich“, findet die Patientensicherheitsbeauftragte der Uniklinik, Kyra Schneider. Eine Umfrage unter den Beauftragten der hessischen Kliniken habe das bestätigt: Die Hälfte habe angegeben, ihre Rolle habe sich „positiv entwickelt“.

Konkret geht es bei Patientensicherheitsprogrammen darum, aus Fehlern zu lernen: Wie ist das passiert? Wie hätte man es vermeiden können? Was müssen wir ändern? Dabei helfen unter anderem Meldesysteme wie CIRS (Critical Incident Reporting System).

Verbesserungsbedarf sieht Schneider vor allem an den Schnittstellen im Gesundheitssystem - von Hausarzt zum Facharzt, zum Krankenhaus, zum Pflegedienst. Je mehr Schnittstellen, desto mehr Fehler könnten passieren. Helfen würde aus ihrer Sicht ein „Medikamentationsplan“, auf den alle Ärzte gemeinsam zugreifen können. dpa

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