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Ein Holzstück aus dem Jahr um 5000 v. Chr.

Archäologie

Einmaliger Fund: Steinzeit-Brunnen aus Eichenholz

Einen in Hessen einmaligen Fund aus der Steinzeit haben Archäologen im südhessischen Heppenheim gemacht. Sie entdeckten bei Grabungen in einem künftigen Gewerbegebiet einen rechteckigen Brunnen aus

Einen in Hessen einmaligen Fund aus der Steinzeit haben Archäologen im südhessischen Heppenheim gemacht. Sie entdeckten bei Grabungen in einem künftigen Gewerbegebiet einen rechteckigen Brunnen aus mindestens 7000 Jahre alten Eichenbrettern. Solche Brunnen aus der Kultur der Bandkeramiker seien bisher nur in Sachsen und Nordrhein-Westfalen geborgen worden, sagte die stellvertretende Landesarchäologin Sabine Schade-Linding am Mittwoch in Heppenheim.

Zusammen mit dem Brunnen sei „eine der vollständigsten Siedlungen” dieser Zeit (um 5000 vor Christus) von 22 Häusern ausgegraben worden. „Das ist eine kleine Perle der bandkeramischen Forschung.”

Die Bandkeramiker waren die allerersten Bauern im heutigen Deutschland und lebten hierzulande etwa von 5400 bis um 4950 vor Christus, wie Schade-Linding erläuterte. Sie seien von der Türkei über Ungarn und Tschechien gekommen und hätten sich bis nach Polen, Frankreich und Ungarn ausgebreitet. Ihre wahrscheinlich bunten Häuser seien zweistöckig, bis zu 25 Meter lang und sieben Meter breit gewesen und bestanden aus Flechtwerk, das mit Lehm beworfen wurde. Die Bandkeramiker hätten bereits Vieh gehalten, Leinen gewebt und Keramik hergestellt.

Aus Abfallgruben der Siedlung wurden Keramik, Steinwerkzeuge und Tierknochen geborgen. Neben der neolithischen Siedlungen fanden die Fachleute auch Strukturen aus der Urnenfelderzeit und aus der römischen Antike, wahrscheinlich von einem landwirtschaftlichen Betrieb (Villa Rustica).

(dpa)

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