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Eintracht-Endspiel im Fußballtempel von Istanbul

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Fußball
Ein Fußball liegt auf dem Spielfeld. © picture alliance/dpa/Symbolbild

Ein Remis reicht: Doch mit solchen Rechenspielen will Oliver Glasner gar nicht anfangen. Der Österreicher will auch in Istanbul siegen - wenn es sein muss, auch wieder mit einem Last-Minute-Treffer.

Istanbul - Irgendwann reichte es Oliver Glasner mit den ganzen Unentschieden-Fragen. Der Österreicher unterbrach kurzerhand seinen Torhüter Kevin Trapp und sprach noch einmal das klare Siegziel von Eintracht Frankfurt aus. „Ich muss mal einhaken. Das sind mir zu viele Fragen über ein Unentschieden, das uns reicht. Das ist der völlig falsche Ansatz“, sagte Glasner vor dem Europa-League-Spiel bei Fenerbahce Istanbul am Donnerstagabend (18.45 Uhr/RTL+). Mit einem Sieg oder einem Remis ziehen die Hessen direkt ins Achtelfinale des zweithöchsten europäischen Wettbewerbs ein.

Man werde „nicht mit dem Rechenschieber im Flugzeug sitzen“, kündigte der Trainer am Mittwoch unmittelbar vor der Reise an den Bosporus an. Im Fernduell mit Olympiakos Piräus, die zeitgleich ihr Gruppenfinale bei Royal Antwerpen bestreiten, möchten Glasner und die für Erfolge in Europa bekannte Eintracht nichts dem Zufall überlassen. „Wir fliegen nach Istanbul und wollen gewinnen. Das ist, wie wir das Spiel angehen. Wir werden nicht abwartend agieren. Wir werden ganz klar auf Sieg spielen“, sagte Glasner.

Der Vorteil der Eintracht neben der eigenen Europa-League-Stärke könnte sein, dass für Fenerbahce der dritte Gruppenplatz und das Weiterspielen in der Conference League feststehen. Dennoch hat das Team um den ehemaligen Weltmeister Mesut Özil jede Menge Potenzial, wie auch beim 1:1 im Hinspiel zu sehen war. „Mesut Özil ist ein Weltklassespieler, war er meiner Meinung nach immer. Er ist in höchstem Maße spielintelligent. Wenn er spielt, müssen wir im Kollektiv die Räume schließen“, sagte Glasner. Man könne aber gar nicht abschätzen, ob der 33-Jährige überhaupt zum Einsatz komme.

Es läuft zwar noch die Gruppenphase, doch hat Frankfurt schon wieder verrückte Geschichten in dieser Saison geschrieben. Beim 1:0 in Antwerpen, dem 2:1 in Piräus und dem 2:2 gegen Antwerpen gab es jeweils Tore in allerletzter Minute. „Ich habe nichts dagegen, wenn wir wieder in der Nachspielzeit gewinnen“, sagte Glasner. Auch Torhüter Kevin Trapp ist optimistisch, dass die Mission Achtelfinale gelingt. „Wir haben eine sehr gute Ausgangslage, das wollen wir mit einem Sieg krönen“, sagte der WM-Teilnehmer.

Das Überwintern in der Europa League ist zwar abgesichert, es geht nun aber um das Abkürzen um eine Runde. Wird die Eintracht noch von Piräus als Gruppenerster verdrängt, geht es im Sechzehntelfinale gegen einen Dritten aus der Champions League, zum Beispiel den FC Porto oder Zenit St. Petersburg, weiter. Bleibt es bei Platz eins, würde man diese Runde überspringen, sich zwei Spiele ersparen und dann im Achtelfinale wieder einsteigen.

„Bisher spielen wir eine sehr, sehr gute internationale Saison“, sagte Glasner, der auch schon einen kleinen Blick in Richtung 2022 wagte. „Ganz klar ist: In K.o.-Duellen gibt es immer nur ein Ziel und das ist das Weiterkommen. Am besten endet es mit dem Pokal in der Hand.“ Personell muss der Österreicher auf Offensivmann Jesper Lindström verzichten, der mit Oberschenkelproblemen kämpft. Kapitän Sebastian Rode dürfte wieder als Joker eingesetzt werden. Ob der zuletzt nicht in der Startelf berücksichtigte Martin Hinteregger anfängt, ließ Glasner offen. dpa

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