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Eintracht-Kraftakt bei 2:1 gegen Marseille

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Eintracht Frankfurt - Olympique Marseille
Marseilles Valentin Rongier (l) gegen Frankfurts Sebastian Rode. © Sebastian Gollnow/dpa

Mit Mut, Tempo und Entschlossenheit hält sich Eintracht Frankfurt in der Champions League. Der Sieg über Olympique Marseille lässt alle Möglichkeiten offen - sogar der Gruppensieg ist drin.

Frankfurt/Main - Aus dem Gästeblock knallte es nach Abpfiff mehrere Male, doch die Profis von Eintracht Frankfurt ließen sich in ihrer Siegeseuphorie nicht bremsen. Der Europa-League-Sieger hat das vorzeitige Aus in der Champions League abgewendet und darf nach einem Kraftakt sogar vom Gruppensieg träumen. Die Hessen besiegten am Mittwochabend den französischen Fußballclub Olympique Marseille mit 2:1 (2:1) und haben das Weiterkommen beim Gruppenfinale in der kommenden Woche in der eigenen Hand. Fröhlich hüpften die Profis mit ihren Fans, die sich auf ein echtes Endspiel bei Sporting Lissabon in der kommenden Woche freuen dürfen. „Endspiele können wir“, sagte Eintracht-Torwart Kevin Trapp nach dem Spiel selbstbewusst bei DAZN.

Daichi Kamada (3. Minute) und Stürmer Randal Kolo Muani (27.) hatten vor 48.700 Zuschauern - darunter Bundestrainer Hansi Flick - für die Hessen, die sich derzeit in hervorragender Verfassung präsentieren, getroffen. „Es hat definitiv viel Kraft gekostet. Ich finde, wir haben's am Ende trotzdem gut und abgeklärt gespielt“, sagte Trapp. Der stark aufspielende Mario Götze meinte: „Gerade am Ende war es sehr, sehr hart, Marseille hat nochmal extrem Druck gemacht. Es war ein hartes Stück Arbeit heute.“ Torschütze Kolo Muani resümierte: „Jetzt ist der Knoten geplatzt, wir haben ein Endspiel in Lissabon. Wenn wir alle zusammen stehen so wie heute, dann ist definitiv etwas drin.“

Auch der zwischenzeitliche Ausgleich durch Matteo Guendouzi (22.) hielt das Team von Chefcoach Oliver Glasner nicht auf. Weil Tottenham zeitgleich 1:1 gegen Sporting Lissabon spielte, ist am kommenden Dienstag (21.00 Uhr) von Platz eins bis vier alles möglich. Siegt die Eintracht in Portugal, ist der Verbleib in der Königsklasse gewiss. Bei einer Niederlage droht weiterhin Platz vier und damit das komplette Europa-Aus. Es könnte also komplizierte Rechenspiele in der Gruppe D geben. Gegen Marseille gelang der SGE in zwei Spielen die maximale Ausbeute von sechs Punkten.

Die Frankfurter legten mit Volldampf los und hatten einen Traum- und Blitzstart. Schon nach 180 Sekunden gelang dem Bundesliga-Vierten die schnelle Führung. Ein Querpass von Evan Ndicka landete bei Kamada, der aus 14 Metern flach einschoss. Mit engagiertem Vorpressing hielten die Gastgeber die Franzosen zunächst geschickt vom eigenen Strafraum fern. In der 11. Minute wäre eine Unachtsamkeit der Eintracht-Abwehr von Startelf-Debütant Hrvoje Smolcic im Zentrum beinahe bestraft worden: Völlig frei stehend schoss Jonathan Clauss jedoch von der Strafraumgrenze deutlich am linken Pfosten vorbei.

Nach dem kleinen Schreckmoment war es Mario Götze (15.), dem nach einer Hereingabe von Jesper Lindström fast das 2:0 gelungen wäre, doch sein Kopfball ging knapp am rechten Pfosten vorbei. Bundestrainer Flick dürfte nicht nur diese Aktion im 50. Champions-League-Spiel des 30-jährigen Weltmeisters von 2014 gefallen haben. Nur vier Minuten später hatte Christopher Lenz die zweite Großchance, doch seinen Schuss aus der Nahdistanz wehrte Olympique-Schlussmann Pau López mit einem Fußreflex ab.

Völlig aus dem Nichts kam in der 22. Minute der 1:1-Ausgleich durch Guendouzi, der nach einer präzisen Flanke im Fünfmeterraum frei stehend den Ball ins Tor schoss. Unbeeindruckt davon steuerten die Gastgeber weiter auf Offensivkurs und gingen durch Kolo Muani nach geschicktem Doppelpass mit Götze wieder in Führung. Viel hätte nicht gefehlt, dass kurz vor dem Pausenpfiff die Franzosen wieder zum Ausgleich gekommen wären, doch Nationaltorhüter Kevin Trapp wehrte den Ball mit einem Hechtsprung ab.

In einer hektischen und umkämpfen zweiten Halbzeit wäre Marseille in der 57. Minute fast der Ausgleich gelungen. Nach einem Pass von Leonardo Balerdi kam Alexis Sanchez an den Ball, doch sein Chip über Trapp hinweg ging knapp am linken Lattenkreuz vorbei. Der verdiente Erfolg geriet danach nicht mehr in Gefahr.

Nach den schrecklichen Ausschreitungen am 13. September in Marseille, als sich während des Spiels Fans beider Vereine mit Leuchtraketen gegenseitig beschossen hatten und ein Eintracht-Fan schwer verletzt wurde, gab es im Deutsche Bank Park keine Zwischenfälle. Nur kurz vor dem Anpfiff wurden in beiden Fan-Blöcken Pyrotechnik-Artikel gezündet. Aus Marseille waren rund 2000 Gästefans angereist. dpa

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