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Eintrachts Dauerziel London: Doppelte Prüfung bei Kane

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Eintracht Frankfurt - Tottenham Hotspur
Frankfurts Daichi Kamada (r) und Clement Lenglet von Tottenham kämpfen um den Ball. © Arne Dedert/dpa/Archivbild

Das 0:3 in Bochum verwunderte. Eintracht Frankfurt fehlt im Europapokalsieger-Jahr einfach die Konstanz. Die ärgerliche Niederlage könnte aber ein gutes Omen für das Tottenham-Spiel sein.

London - Zu schlecht für den Bundesliga-Letzten, aber gut genug für ein internationales Topteam um Weltklassemann Harry Kane? Folgt man bei Eintracht Frankfurt der Logik im verrückten Europapokalsieger-Jahr 2022, kommt Tottenham Hotspur in der Champions League gerade recht. „Wir müssen daraus unsere Lehren ziehen“, sagte Sportvorstand Markus Krösche nach dem deutlichen 0:3 beim bis dato sieglosen Tabellenletzten VfL Bochum. Nun geht es am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) nach London, wo eine gute Ausgangslage für den Achtelfinal-Einzug bei der Premiere in der Königsklasse geschaffen werden soll.

„Wir glauben an unsere Chance in dieser Gruppe und werden alles geben. Auch bei Tottenham werden wir mutig spielen und versuchen etwas mitzunehmen“, sagte Kapitän Sebastian Rode vor dem Kräftemessen im hochmodernen Tottenham Hotspur Stadium. Die Ausgangslage in der Gruppe ist total offen: Sporting Lissabon steht bei sechs Zählern, Tottenham und die Eintracht bei vier, Olympique Marseille bei drei Punkten.

Ein Auswärtscoup wäre ein Riesenschritt in Richtung K.o.-Runde, weil man die Londoner um Kane und Brasiliens Starstürmer Richarlison nicht nur auf drei Punkte distanzieren würde, sondern auch den direkten Vergleich für sich entschiede. „Die Gruppe ist sehr ausgeglichen, alles ist möglich. Am Ende werden vielleicht die direkten Vergleiche zählen. Um den gegen Tottenham zu gewinnen, wollen wir in London drei Punkte holen“, sagte Chefcoach Oliver Glasner, der nach der Schlappe von Bochum bedient war.

Doch in diesem Jahr war eine vermasselte Generalprobe häufig ein gutes Omen für ein umso größeres Spektakel auf internationaler Bühne. Vor den beiden denkwürdigen Spielen gegen den FC Barcelona verpatzte man Heimspiele gegen Absteiger Fürth und Freiburg, doch auf die Konkurrenzfähigkeit in der Europa League wirkte sich dies zu keinem Zeitpunkt aus. So soll es nun auch in der Königsklasse laufen, wenn London nach 2019 (Halbfinale bei Chelsea) und diesem Frühjahr (Halbfinale bei West Ham) zum dritten Mal in der jüngeren Vergangenheit zum Zielort für die Eintracht wird.

Nicht nur Glasners Team, bei dem Stürmer Randal Kolo Muani und Routinier Makoto Hasebe in die Startelf zurückkehren dürften, steht in der britischen Metropole auf dem Prüfstand, sondern auch die Fans, die wieder in Scharen nach London reisen. Die Bilder von den heftigen Ausschreitungen in Marseille sind hängengeblieben, die Eintracht musste neben einer Geldstrafe auch zwei Ausschluss-Strafen für einen Zeitraum von einem Jahr zur Bewährung hinnehmen.

„Das war wie Bürgerkrieg“, beschrieb Vereinspräsident Peter Fischer die Szenen im ersten Champions-League-Gastspiel in Frankreich. „Ich habe mir so etwas nie vorstellen können.“ Der eigene Block sei „beschossen“ worden, sagte er mit Blick auf die vielen gezündeten verbotenen Feuerwerkskörper. „Natürlich gab es auch von unserer Seite Fehlverhalten“, gestand Fischer ein.

Schon im Rahmen des Supercups im August in Helsinki berichtete Vereinsboss Fischer von Gesprächen mit UEFA-Präsident Aleksander Ceferin, der mit Geisterspielen bei weiterem Fehlverhalten drohte. Unabhängig vom Ausgang des Spiels bei Tottenham wollen die Frankfurter unbedingt verhindern, in einem der beiden letzten Spiele gegen Marseille (26. Oktober) oder Sporting (1. November) ohne die eigenen Fans auskommen zu müssen. dpa

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