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„Entfernt vom Ideal“: Frankfurt zieht Bilanz

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Eintracht Frankfurt
Frankfurts Torwart Kevin Trapp jubelt vom Balkon des Rathauses mit dem Pokal den Fans zu. © Uwe Anspach/dpa/Archivbild

Die Freude über den Europapokal-Erfolg überwiegt bei Eintracht Frankfurt, verdeckt aber die Defizite aus der vergangenen Saison nicht. Das sehr frühe Pokal-Aus und Platz elf in der Bundesliga. In der nächste Saison wollen die Hessen überall auf hohem Level spielen.

Frankfurt/Main - Nach dem Europa-League-Triumph will sich Eintracht Frankfurt nicht auf den Lorbeeren ausruhen, blickt kritisch auf die abgelaufene Saison zurück und hat neue Ziele. „Klar, es überwiegt die Freude über den Europa-League-Sieg und den Einzug in die Champions League, aber wir wissen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt“, sagte Markus Krösche, Sport-Vorstand des Fußball-Bundesligisten, am Montag. „Wir müssen uns noch steigern. Wir sind in einige Bereichen noch weit entfernt vom Ideal.“

Der Europapokal-Coup im Finale von Sevilla gegen Glasgow Rangers (5:4 im Elfmeterschießen) sei die Krönung und ein „außergewöhnliches Ereignis und Erlebnis“ gewesen, betont er. Dennoch gehören auch das Erstrunden-Aus im DFB-Pokal bei Waldhof Mannheim und der elfte Platz in der Bundesliga zu seiner Saisonbilanz: „Wir haben eine überragende Europa-League-Saison ohne Niederlage gespielt, eine bescheidene Bundesliga-Saison und einen schlechten DFB-Pokal.“ In der Spielzeit 2022/23 soll die Eintracht in den drei Wettbewerben „auf hohem Level spielen, egal ob gegen Mannheim oder Glasgow.“

Nach dem Einzug in die Königsklasse wollen die Hessen auch in der höchsten europäischen Klasse eine gute Figur machen. „Wir wollen die die Gruppenphase überstehen. Das ist das Ziel“, erklärte Krösche. Mögliche Gegner in der Gruppe der Frankfurter könnten der FC Barcelona, Italiens Vizemeister Inter Mailand sowie Europa-League-Finalgegner Glasgow Rangers werden. Die Schotten müssen aber erst noch die Qualifikation schaffen.

Um den Kader zu stärken und fit für alle drei Wettbewerbe zu machen, will die Eintracht die Euros trotz der Millionen-Einnahmen aus der Europa League und dem Bonus Champions-League-Teilnahme mit Bedacht ausgeben. „Das ist der Fehler, den man nicht machen darf“, warnte Krösche einmal mehr vor „Harakiri-Transfers“. Dennoch bezeichnete er die zu erwartenden hohen Einnahmen als „großen Meilenstein“ für die zukünftige Ausrichtung, weil die Frankfurter in den Corona-Jahren hohe finanzielle Verluste hinnehmen mussten.

Offen ließ er, ob Leistungsträger wie Außenstürmer Filip Kostic, Linksverteidiger Evan Ndicka oder Mittelfeldlenker Daichi Kamada in Frankfurt bleiben. Krösche sagte: „In den nächsten Tagen wird sich zeigen, wie sich das entwickelt.“ Jeder Spieler habe seine eigene Agenda, wolle vielleicht den nächsten Schritt machen. Mit dem Einzug in die Champions League könne man aber das beste sportliche Angebot machen. „Vielleicht haben sich die Jungs neu in den Club verliebt“, sagte Krösche, betonte aber auch: „Wir sind trotzdem auf Transfererlöse angewiesen.“

Nach dem großen Europacup-Erfolg hat die Eintracht immens an Ansehen gewonnen, muss für zukünftige Aufgaben aber auch mit der Rolle des Gejagten leben. „In der Wahrnehmung der Gegner sind wir nun die Europa-League-Sieger. Das wird in der Bundesliga genauso sein wie im DFB-Pokal und in der Champions League“, sagte Krösche. „Die Gegner werden uns weniger Räume geben und tiefer stehen. Das wird in Zukunft noch häufiger der Fall sein.“ dpa

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