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Erdrosselter Säugling: Mutter von Landgericht freigesprochen

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Justitia
Ein Relief über dem Eingang zum Kriminalgericht Moabit stellt die Göttin Justitia mit verbundenen Augen dar. © Carsten Koall/dpa/Symbolbild

Das Landgericht Kassel hat am Donnerstag eine 19-Jährige aus dem Werra-Meißner-Kreis von dem Vorwurf freigesprochen, ihr Baby unmittelbar nach der Geburt in ihrer Wohnung getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte der Frau vorgeworfen, ihren Sohn mit der Nabelschnur erdrosselt und anschließend in einem Graben abgelegt zu haben. Die Anklage lautete auf Totschlag.

Kassel - Das Gericht habe nicht feststellen können, dass sich die Angeklagte strafbar gemacht hat, teilte ein Sprecher mit. Insbesondere habe nicht ausgeschlossen werden können, dass das Kind ohne aktives Zutun der Angeklagten erdrosselt worden sei. Todesursache habe auch die Verschlingung der Nabelschnur um den Hals des Säuglings bei der Geburt über einer Toilettenschüssel sein können. Ebenfalls nicht auszuschließen sei eine kurze Bewusstlosigkeit der Angeklagten im Zusammenhang mit der Geburt. Daher sei auch kein Unterlassensvorwurf in Betracht gekommen. Die Richter folgten mit dem Freispruch einem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Der tote Säugling war am 15. März 2021 von einer Fußgängerin neben einem Weg nahe Waldkappel-Bischhausen gefunden worden. Am nächsten Abend hatte sich die junge Mutter bei der Polizei in Eschwege gemeldet. Im Prozess hatte sie ausgesagt, nichts von der Schwangerschaft bemerkt und das Baby plötzlich auf der Toilette geboren zu haben. Sie sei davon ausgegangen, dass es tot war. dpa

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