Ermittler wollen in Awo-Skandal 2,3 Millionen sicherstellen

Im Zuge der Ermittlungen gegen die Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (Awo) wegen mutmaßlich falscher Abrechnungen will die Staatsanwaltschaft Vermögenswerte in Millionenhöhe sicherstellen lassen. Wie der Awo-Vorstandsvorsitzende Steffen Krollmann am Donnerstag bestätigte, liege ein entsprechendes Schreiben der Behörde vor. Demnach werde eine Sicherstellung von insgesamt 2,3 Millionen Euro geprüft.

Frankfurt/Main - Die Ermittlungen richteten sich dabei „gegen verschiedene Privatpersonen“. Details dazu nannte Krollmann nicht. Zunächst hatte der Hessische Rundfunk über die Summe berichtet. Die Staatsanwaltschaft war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Die Awo will nach eigenen Angaben nun Akteneinsicht nehmen, um zu den Vorwürfen Stellung beziehen zu können. „Wir stehen in konstruktiven Gesprächen mit der Stadt“, sagte Krollmann. Er gehe von einer „gütlichen Einigung aus, die sich ausschließlich an der Sachlage orientiert“. Über die Sicherstellung muss ein Gericht entscheiden. Der Verein soll der Stadt über Jahre Dienstleistungen in Rechnung gestellt haben, die er nicht erbracht hat.

Erst im Juli hatte die von Skandalen erschütterte Frankfurter Awo rückwirkend für die Jahre 2014 bis 2017 ihre Gemeinnützigkeit verloren. Damit muss der Verein Steuern nachzahlen und darf keine Spendenquittungen mehr ausstellen. Im vergangenen Jahr war bekannt geworden, dass die Awo allein mit ihren Kindergärten die Stadt um mehr als 900.000 Euro betrogen haben soll. dpa

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