Im Prozess um eine Teufelsaustreibung mit tödlichem Ende hat das Landgericht Frankfurt die 44 Jahre alte Cousine des Opfers zu sechs Jahren Haft verurteilt.
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Im Prozess um eine Teufelsaustreibung mit tödlichem Ende hat das Landgericht Frankfurt die 44 Jahre alte Cousine des Opfers zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Sechs Jahre Haft

Exorzismus-Prozess: Nur Hauptangeklagte muss in Haft

Im Prozess um eine Teufelsaustreibung mit tödlichem Ende hat das Landgericht Frankfurt die 44 Jahre alte Cousine des Opfers zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Von den fünf Angeklagten im Frankfurter Exorzismus-Prozess muss nur eine in Haft. Rund 14 Monate nach dem Tod einer Südkoreanerin bei einer versuchten Teufelsaustreibung verurteilte das Frankfurter Landgericht am Montag die 44 Jahre alte Cousine des Opfers wegen schwerer Körperverletzung mit Todesfolge zu sechs Jahren Gefängnis. Die vier mitangeklagten, zwischen 16 und 22 Jahre alten Mitglieder der Familie wurden zu Bewährungsstrafen zwischen eineinhalb Jahren und zwei Jahren verurteilt.

Nach Auffassung der Jugendstrafkammer trug vor allem die 44 Jahre alte Hauptangeklagte die Verantwortung für die Tat in einem Frankfurter Hotelzimmer. «Sie war die Erwachsene in der Gruppe und bestimmte das Geschehen», sagte der Vorsitzende Richter Ulrich Erlbruch. «Darüber hinaus hatte sie nach zwei vorausgegangenen Teufelsaustreibungen die entsprechende Erfahrung und musste als gelernte Krankenschwester auch von der Gefährlichkeit ihres Handels wissen».

In der Nacht zum 5. Dezember 2015 hatte die 44-Jährige in dem Hotelzimmer dem 41-jährigen Opfer zunächst ein Handtuch und später einen Kleiderbügel in den Mund gesteckt, an dem die Frau qualvoll erstickte. «Mit dem Tuch sollte vor allem verhindert werden, dass die Schreie des Opfers nach draußen gelangten», sagte Erlbruch. «Ohne ihre entscheidende Rolle wäre es nicht zu dem schrecklichen Geschehen gekommen». Das Gericht blieb hinter dem Antrag der Staatsanwaltschaft von acht Jahren zurück. Erlbruch nannte die «religiöse, spirituelle Verblendung» als Grund dafür.

Bei den anderen vier Angeklagten hielt das Gericht Bewährungsstrafen für ausreichend. Die beiden mit 16 Jahren jüngsten Angeklagten erhielten jeweils 18 Monate, eine zum Tatzeitpunkt 19-jährige wurde zu 21 Monaten verurteilt. Der 22 Jahre alte Sohn der Haupttäterin wurde zu zwei Jahren verurteilt.

Voraussichtlich werden die Koreaner bald in ihre Heimat zurückkehren können. Sie waren im Herbst 2015 nach Deutschland gekommen, um hier ein Restaurant zu eröffnen. In ihrem Mietshaus in Sulzbach/Taunus fühlten sie sich vom Teufel und von Dämonen verfolgt, schließlich siedelten sie in das Frankfurter Hotel über. Dort kam es bereits in der ersten Nacht zu der tödlichen Teufelsaustreibung.

Die Tat sei nicht geschehen, um das Opfer zu töten, sondern ihm «aus spiritueller Überzeugung heraus einen Dämonen auszutreiben», sagte Richter Erlbruch. Es sei ein «emotional außergewöhnliches dynamisches Geschehen mit tragischen Zügen» gewesen.

(dpa)

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