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Experten: Cannabis-Freigabe kann positive Effekte haben

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Cannabiskonsum
Eine Person dreht sich einen Joint. © Fabian Sommer/dpa/Illustration

Die von der Bundesregierung geplante kontrollierte Freigabe von Cannabis ist nach Ansicht eines hessischen Sucht-Experten grundsätzlich zu begrüßen. „Damit wird ein regulierter Markt für Erwachsene geschaffen“, erklärte Heino Stöver, Leiter des Instituts für Suchtforschung (ISFF) an der Frankfurt University of Applied Sciences. Erwartbare Effekte wären der Zusammenbruch des Cannabis-Schwarzmarktes, der zu höheren Steuereinnahmen anstelle von Milliardengewinnen für die organisierte Kriminalität führe.

Frankfurt/Main - Laut Koalitionsvertrag will die Bundesregierung eine „kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften“ einführen. Dadurch würde „die Qualität kontrolliert, die Weitergabe verunreinigter Substanzen verhindert und der Jugendschutz gewährleistet“, heißt es. Der genaue Zeitpunkt ist noch unklar. Einer Studie des Deutschen Hanfverbands zufolge könnte der Staat durch die Cannabissteuer jährlich 1,8 Milliarden Euro einnehmen.

„Cannabis ist eine Droge, die wie jede andere auch - ob Alkohol, Tabak und auch illegale Drogen - gefährlich für die Gesundheit ist. Es gibt keinen risikofreien Konsum“, betonte Susanne Schmitt, Geschäftsführerin der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen (HLS). Sie sagt aber auch: Eine Freigabe könne zu positiven Effekten führen, wie eine Reduzierung von gesundheitlichen Gefahren durch eine höhere Qualität der Produkte. Sowohl Stöver als auch Schmitt betonten, dass es im Falle der Legalisierung umfassende Regelungen brauche.

Bereits seit 2017 können sich Patientinnen und Patienten in Deutschland Cannabis für medizinische Zwecke vom Arzt verschreiben lassen. Eine der führenden Großhändler für Medizinal-Cannabis ist die hessische Firma Cansativa aus Mörfelden-Walldorf. Auch dort wird gespannt auf die geplante Legalisierung von Genuss-Cannabis geblickt. „Davon erwarten wir uns einiges“, heißt es bei Cansativa. dpa

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