Justitia
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Die Justitia ist an einer Scheibe am Eingang zum Oberlandesgericht zu sehen.

Fahrer tötet zwei Fußgänger: Einweisung in Psychiatrie

Zwei Männer wähnten sich sicher auf einem Fußgängerüberweg in Frankfurt, da überfährt sie ein psychisch kranker Mann mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit. Jetzt ist ein Urteil gefallen.

Frankfurt/Main - Nach einem schweren Verkehrsunfall mit zwei toten Fußgängern ist ein 39 Jahre alter Autofahrer dauerhaft in der Psychiatrie untergebracht worden. Die Richter des Landgerichts Frankfurt gingen am Montag nach Empfehlung eines Sachverständigen von fehlender Schuldfähigkeit aufgrund einer schizophrenen Erkrankung aus. Der Mann war im Februar dieses Jahres mit mehr als 100 Kilometern pro Stunde in Frankfurt-Sachsenhausen über eine rote Ampel auf einen Fußgängerüberweg gerast, erfasste dort zwei Männer im Alter von 31 und 40 Jahren und verletzte sie tödlich.

Der Autofahrer gab an, von inneren Stimmen zu der Fahrt gezwungen worden zu sein. Rechtlich bewertete die Schwurgerichtskammer den Unfall als Totschlag. Bereits die Staatsanwaltschaft hatte in der vergangenen Woche die Unterbringung des Mannes in der Psychiatrie gefordert. Nur wenn er stationär behandelt werde, sei „eine Rückkehr in ein einigermaßen normales Leben“ möglich.

Der Vorsitzende Richter erinnerte in der Urteilsbegründung daran, dass an jenem Februartag auch leicht hätte mehr passieren können. So seien 10 bis 15 Passanten an dem gut frequentierten Übergang nahe des Frankfurter Südbahnhofs gewesen. Eine Frau mit Kinderwagen verfehlte der Unfallfahrer nur knapp. Er hatte nach dem Unfall die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, das sich in der Folge überschlug und auf dem Dach liegenblieb.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Vorsitzende Richter riet allerdings dazu, die Entscheidung rechtskräftig werden zu lassen. Nur so könne eine planmäßige Therapie begonnen werden. Der psychiatrische Sachverständige hatte dem 39-Jährigen gute Chancen eingeräumt. Er arbeite gut mit und zeige Einsichtsfähigkeit in seine Krankheit. Nach drei bis vier Jahren könne über eine Entlassung nachgedacht werden. Eine Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) würde den Therapiebeginn um rund ein Jahr verzögern, erklärte der Richter. dpa

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