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Flüchtlinge und Junge lassen Arbeitslosenzahl steigen

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Agentur für Arbeit
Zwei Personen stehen vor dem Logo der Agentur für Arbeit. © Carsten Rehder/dpa/Symbolbild

In Hessen stehen wieder mehr Menschen ohne Arbeit da. Das hat zum Teil saisonale Gründe. Aber auch grundsätzlich stimmt etwas nicht, wenn gleichzeitig auch die Zahl freier Stellen immer weiter steigt.

Frankfurt/Main - Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im August weiter gestiegen. Als Gründe nannte die Arbeitsagentur am Mittwoch die fortschreitende Erfassung ukrainischer Flüchtlinge durch die Job-Center sowie den ferientypischen Anstieg bei arbeitslosen jungen Menschen. Beides sei angesichts der anhaltend hohen Nachfrage nach Arbeitskräften kein Grund zur Besorgnis, erklärte Direktionschef Frank Martin. Ein Großteil der jungen Menschen werde bis zum Herbst einen Arbeitsplatz gefunden haben.

Zum Stichtag am 11. August waren demnach 175.958 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren fast 9000 mehr als im Juli. Die Quote stieg in der Monatsfrist um 0,2 Punkte auf 5,1 Prozent. Dort lag die Quote im August 2021 ebenfalls. Gleichzeitig wuchs auch das Angebot offener Stellen deutlich auf 55.400. Das waren fast zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auch bei den Ausbildungsstellen überwiegen die unbesetzten Stellen (10.958) die Zahl der unversorgten Bewerber und Bewerberinnen (6530). Der Markt biete noch viele Chancen für flexible Bewerber, sagte Martin.

Die Arbeitgeber verlangten eine stärkere Aktivierung der Arbeitslosen, um die mittlerweile 120.000 unbesetzten Jobs in Hessen zu besetzen. Von dem geplanten „Bürgergeld“ gingen die falschen Signale aus, weil Anreize gesetzt würden, weiter Sozialleistungen zu beziehen, erklärte die Vereinigung hessischer Unternehmerverbände. Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert forderte eine Neuregelung von Hinzuverdiensten. „Die Anrechnungsregeln müssen endlich so reformiert werden, dass die Aufnahme einer Vollzeittätigkeit für Arbeitslose immer die attraktivste Option ist.“

Der DGB Hessen sorgt sich hingegen um die Beschäftigten im Niedriglohnsektor. Sie müssten stärker vor der explodierenden Preisentwicklung in der Energieversorgung geschützt werden. Viele könnten die Steigerungen nicht abfedern und nähmen aufstockende Sozialleistungen häufig aus Scham nicht wahr, sagte der DGB-Bezirkschef Michael Rudolph. Umso wichtiger sei daher die Einführung eines Energiepreisdeckels, der jedem Haushalt den Grundbedarf an Strom und Gas zu einem garantierten Preis zur Verfügung stelle. dpa

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