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Vor Wut entkleidet: Reisender mit gefälschtem Impfpass beleidigt Einsatzkräfte

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Von: Sandra Kathe

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Neben Einreisedokumenten überprüfen die Beamtinnen und Beamten am Flughafen auch vermehrt Impfnachweise und Maskenatteste.
Neben Einreisedokumenten überprüfen die Beamtinnen und Beamten am Flughafen auch vermehrt Impfnachweise und Maskenatteste. © Boris Roessler/dpa

Am Flughafen Frankfurt gehören gefälschte Impfnachweise und Maskenatteste in Zeiten von Corona zur alltäglichen Arbeit der Polizei. Doch manche Situation eskaliert.

Frankfurt – Immer wieder fliegen bei Kontrollen am Flughafen Frankfurt* Reisende auf, die falsche Atteste und I mpfpässe vorlegen, um trotz internationaler Corona*-Regeln ohne Impfung oder Maske zu reisen. Allein in den ersten Wochen des Jahres 2022 wurden laut Polizeiangaben bereits 170 Ermittlungsverfahren wegen des Gebrauchs unrichtiger Gesundheitszeugnisse durch die Bundespolizei am Flughafen eingeleitet. In seltenen Fällen bleibt es nicht nur bei einer Anzeige.

So berichtete die Polizei am Freitag (18.02.2022) von einer Situation, in der ein 32-Jähriger, der aus Istanbul nach Frankfurt* reiste, sowohl in Papierform als auch digital nur ein offensichtlich gefälschtes Impfzertifikat vorweisen konnte. Als die Einsatzkräfte daraufhin ein Ermittlungsverfahren wegen des Gebrauchs unrichtiger Gesundheitszeugnisse einleiteten und ihn dafür mit auf die Wache nahmen, stieß dieser Beleidigungen aus und entkleidete sich. Nachdem er sich beruhigt und wieder angezogen hatte, durfte er seine Reise fortsetzen, wurde aber wegen Beleidigung angezeigt.

Flughafen Frankfurt: Polizei ermittelt wegen Verstößen gegen Einreisevorgaben und Maskenpflicht

Auch ein Pärchen, das ohne Maske durch einen Security-Bereich am Terminal 1 wollte, wurde von einer Streife der Bundespolizei angesprochen und überprüft. Beide legten wohl längst abgelaufene Maskenatteste vom Juli 2020 vor. Eine telefonische Nachfrage bei dem ausstellenden Arzt bestätigte den Verdacht der Polizisten.

Bei der Sicherstellung der Atteste leisteten die beiden 30- und 29-jährigen Widerstand. Auch sie durften zwar – mit Maske – in die Dominikanische Republik weiterreisen, gegen sie wird nun aber ebenfalls wegen des Gebrauchs unrichtiger Gesundheitszeugnisse sowie wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

In zahlreichen anderen Fällen liegen die Delikte jedoch auch im Zuständigkeitsbereich der Landespolizei, an die die Bundespolizisten die Ermittlungen dann weitergeben. So geschehen etwa im Fall einer 59-Jährigen, die ebenfalls im Flughafen-Terminal ohne Maske kontrolliert wurde. Das von ihr vorgezeigte Attest stammte von einem polizeibekannten Arzt, der nach Behördenangaben bereits mehrfach wegen der Ausstellung falscher Gesundheitszeugnisse in Erscheinung getreten ist. (ska)

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