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Flugsicherung: Am deutschen Himmel wird es schon wieder eng

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Luftverkehr
Eine Boeing B737 von Ryanair landet auf dem Konrad-Adenauer-Flughafen Köln-Bonn. © Federico Gambarini/dpa/Archivbild

Der Krisensommer im europäischen Luftverkehr geht weiter. Probleme bei benachbarten Flugsicherungen und der Ukraine-Krieg sorgen für unerwartete Engpässe im deutschen Luftraum. Und teurer wird es auch.

Langen - Am deutschen Himmel wird es für den Flugverkehr nach zwei Jahren Corona-Krise schon wieder eng. Ein „rasanter“ Anstieg der Flüge sowie externe Einflüsse haben laut Deutscher Flugsicherung (DFS) dafür gesorgt, dass in einzelnen Sektoren des Luftraums bereits wieder mehr los ist als vor Ausbruch der Pandemie. Vor allem an den Wochenenden bringt die aufgestaute Nachfrage nach Ferienflügen Probleme mit sich. „Das sind Verkehrsspitzen, mit denen so keiner gerechnet hatte“, sagte DFS-Chef Arndt Schoenemann am Mittwoch in Langen bei Frankfurt.

Der dichte Verkehr wirkt sich bereits auf die Pünktlichkeit der Flüge aus. Nach Eurocontrol-Zahlen betrug die durchschnittliche Verspätung der Flugzeuge im deutschen Luftraum im Juni 24 Minuten, wovon 4,4 Minuten beziehungsweise 14 Prozent der Flugsicherung zugerechnet wurden. Für das erste Halbjahr bezifferte Schoenemann den Verspätungsanteil seiner Lotsen auf zwei Minuten. 26 Prozent der Juni-Verspätungen gingen auf das Konto der Airlines und 46 Prozent entstanden durch Sekundäreffekte, wenn vorherige Zeiteinbußen nicht mehr eingeholt werden konnten und sich vergrößerten.

Die in Deutschland registrierten 1,2 Millionen Flugbewegungen nach Instrumentenregeln im ersten Halbjahr 2022 entsprechen 76 Prozent des Vorkrisenniveaus aus dem Jahr 2019. Schoenemann rechnet im Laufe des Jahres mit einem weiteren Anstieg, sodass für das Gesamtjahr 85 Prozent erwartet werden. Er sagte: „Wir sehen einen rasanten Verkehrsanstieg nach der Corona-Krise. Es geht bergauf - sehr viel steiler, als wir erwartet haben.“

„Das System Luftverkehr steht im Moment stark unter Druck. Wir als DFS leisten unseren Beitrag für einen möglichst pünktlichen und reibungslosen Flugverlauf“, sagte der DFS-Chef. Neben der hohen Nachfrage wirken mehrere Faktoren auf den Luftraum. Insbesondere der vom Center Karlsruhe überwachte Luftraum oberhalb von 7,5 Kilometern wird stark für Überflüge genutzt, weil in mehreren Nachbarländern die Lotsen-Kapazitäten gesunken sind. Im unteren Luftraum gibt es hingegen immer noch deutlich weniger Verkehr als in den Jahren vor Corona.

Die Luftraumsperren über Russland und Belarus erzwingen für Tausende zivile Flüge erhebliche Umwege und schränken zudem den Luftraum im Osten der EU ein. Zum anderen ist die französische Flugsicherung in diesem Sommer wegen einer Systemumstellung vorübergehend nicht voll einsatzfähig. Auch die kurzfristig freizuräumenden Korridore für die häufigeren Militärflüge mindern die Leistungsfähigkeit des Luftraums. Personal hat die DFS während der Corona-Flaute nicht abgebaut.

Der Luftverkehr über Deutschland war im vergangenen Jahr nach dem Corona-Tief 2020 nur leicht um 14,3 Prozent gewachsen. 1,67 Millionen Starts, Landungen und Überflüge bedeuteten eine Verkehrsdichte, wie sie zuletzt im Jahr 1991 beobachtet worden war. In der Folge hat die DFS ihre Gebühren angepasst. Während Überflüge im laufenden Jahr sieben Prozent günstiger wurden, werden bei An- und Abflügen in Deutschland 67 Prozent höhere Gebühren fällig, die im Zweifel von den Airlines auf die Tickets umgelegt werden.

Nach Instrumentenregeln fliegen zivile Fracht- und Passagierjets sowie Militärmaschinen. Sie werden von Lotsen in übergeordneten Centern und in den Towern der Flughäfen überwacht und geleitet. dpa

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