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Forderungen nach Aufklärung von documenta-Skandal im Landtag

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Landtag Hessen
Die hessische Landesfahne weht auf dem Dach des hessischen Landtages vor dem Sommerhimmel. © Frank Rumpenhorst/dpa/Symbolbild

Die hessische FDP-Fraktion hat Kunstministerin Angela Dorn (Grüne) eine Mitverantwortung für den Antisemitismus-Skandal auf der documenta vorgeworfen. Die Ministerin habe weggeschaut, als die ersten Hinweise auf Antisemitismus aufgekommen seien, kritisierte der kulturpolitische Sprecher der Liberalen, Stefan Naas, am Donnerstag im hessischen Landtag in Wiesbaden.

Wiesbaden - Nun sei eine schonungslose Aufklärung der Vorgänge bei der Weltkunstschau in Kassel erforderlich.

Bereits ein halbes Jahr vor dem Beginn der documenta fifteen waren Antisemitismus-Vorwürfe gegen das indonesische Kuratorenkollektiv Ruangrupa laut geworden. Kurz nach der Eröffnung der Schau, die neben der Biennale in Venedig als wichtigste Ausstellung für Gegenwartskunst gilt, wurde dann eine Arbeit mit antisemitischer Bildsprache entdeckt. Das Banner „People's Justice“ des indonesischen Kunstkollektivs Taring Padi wurde daraufhin abgehängt.

Der FDP-Politiker forderte eine Abberufung der documenta-Generaldirektorin Sabine Schormann. „Die Generaldirektorin ist für den katastrophalen Umgang mit dem Eklat verantwortlich. Sie hat schlichtweg versagt.“ Deshalb könne sie auch nicht für die Aufarbeitung der Vorkommnisse beauftragt werden.

Auch die Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion, Elisabeth Kula, forderte eine schnellstmögliche und umfängliche Aufklärung. Das Hin- und Herschieben von Schuldzuweisungen zwischen politischen Ebenen beschädige die größte Kunstausstellung der Welt weiter.

Die AfD-Fraktion sprach sich für die Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses aus, um die Vorgänge aufzuklären. dpa

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