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Fotospot würdigt erste Aufnahmen einer Kleinbildkamera

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Fotospot Bad Ems
Eines der weltweit ersten Fotos einer Kleinbildkamera ist auf dem Aussichtspunkt Bäderlei hoch über Bad Ems zu sehen. © Thomas Frey/dpa

Für soziale Medien gibt es unzählige touristische Fotopoints - aber ein neuer Fotospot hoch über Bad Ems ist eine Besonderheit: Hier entstanden einige der weltweit ersten Fotos einer Kleinbildkamera. Eine gusseiserne Bodenplatte auf der Aussichtskanzel Bäderlei weist nun auf den Erfinder der Ur-Leica, Oskar Barnack, hin. Hinzu kommt eine Informationsstele.

Bad Ems/Wetzlar - Barnack (1879-1936) probierte exakt hier im Frühling 1914 als Entwicklungsleiter der damaligen Leitz-Werke in Wetzlar die neue Technik aus - etwa mit einer Aufnahme seines neben ihm stehenden Betriebsdirektors August Bauer, wie der Initiator des Fotopoints, der Fotograf Herbert Piel, unter Berufung auf Fachbücher mitteilte.

Der Bürgermeister von Bad Ems, Oliver Krügel (CDU), sagte am Freitag: „Wir sind stolz, dass sich Oskar Barnack unsere Stadt für die Erprobung seiner bahnbrechenden Erfindung ausgesucht hat.“ Der neue Fotopoint auf der Bäderlei erzähle eine auch touristisch sehr interessante Geschichte - insbesondere für Hobbyfotografen. Der von Piel nach eigenen Worten schon seit Jahrzehnten angeregte Erinnerungsort wurde von der Kurstadt Bad Ems an der Lahn in Zusammenarbeit mit dem Wetzlarer Kamerahersteller Leica geschaffen.

Barnack war Feinmechaniker der damaligen Leitz-Werke gewesen, die optische Geräte herstellten. Mit seiner Ur-Leica konstruierte der Erfinder die erste Kleinbildkamera für 35-Millimeter-Kinofilm. „Liliput-Kamera fertig“, notierte Barnack 1914 kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Auf den Markt kam der handliche Apparat erst 1925 - und der Schnappschuss eroberte die Bildwelt. Bis dahin hatten Fotografen ihre sperrigen Plattenkameras überall mitschleppen müssen.

Erst im Juni 2022 wurde bei der Leitz Photographica Auction in Wetzlar Barnacks Leica der 0-Serie für 14,4 Millionen Euro versteigert. Der historische Fotoapparat mit der Nummer 105 aus der nur wenige Exemplare umfassenden Prototypen-Reihe war vorab auf zwei bis drei Millionen Euro geschätzt worden. dpa

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