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Frankfurt brachte bereits bis zu 1000 Flüchtlinge unter

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Ukraine-Krieg: Flüchtlinge in Hessen
Eine Frau geht mit ihrem Jungen an der Hand über den Bahnsteig. © Boris Roessler/dpa

Die Stadt Frankfurt ist nach Angaben von Sozialdezernentin Elke Voitl (Grüne) der größte Anlaufpunkt für ukrainische Kriegsflüchtlinge in Hessen. Dies liege sowohl an der großen ukrainischen Community in der Mainmetropole als auch am Verkehrsknotenpunkt mit Bahnhof, Busbahnhof und Flughafen, sagte sie am Montag. Die Situation entwickele sich „sehr dynamisch“.

Frankfurt/Main - Derzeit habe die Stadt zwischen 700 und 1000 Flüchtlinge untergebracht und auch drei Hallen mit 700 Notbetten ausgestattet.

Etwa die Hälfte der Flüchtlinge seien Kinder und Jugendliche, sagte Voitl. „Die Menschen sind sehr traumatisiert. Einige waren seit sieben Tagen unterwegs.“ Eine neue Herausforderung im Unterschied etwa zu 2015 sei, dass zahlreiche Menschen ihre Flucht mit ihren Haustieren angetreten hätten. In einer der Hallen etwa habe ein Kanarienvogel dann so untergebracht werden müssen, dass die Menschen nicht durch sein Geträller wachgehalten werden.

Wie viele Flüchtlinge aus der Ukraine bisher in Frankfurt angekommen sind, lasse sich aber nicht sagen, da sich längst nicht alle bei den städtischen Anlaufstellen meldeten. Ein Teil sei bei Freunden oder Verwandten untergekommen und müsse sich wegen der Einreise mit Touristenvisum nicht bei den Behörden melden, andere blieben nur wenige Tage in Frankfurt und setzten dann ihre Reise auch in andere europäische Länder fort.

„Es ist völlig klar, dass die Hallen nur eine Übergangslösung für ein paar Tage sind“, betonte Voitl. Klar sei aber auch, „dass die Frankfurter Kapazitäten endlich sind.“ Sie appellierte an Wohnungsbesitzer: „Das ist jetzt wirklich der Zeitpunkt, Wohnungen auf den Markt zu bringen.“

Mit Blick auf die Covid-Situation sagte Dirk Dallwitz, Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), das Gesundheitsamt habe bereits Impfteams in die Hallen geschickt, bei der Belegung werde auf Mindestabstände gelegt und nur negativ Getestete würden in den Hallen untergebracht.

Einen gewissen Vorteil hat die Pandemie den Angaben zufolge bei der Anmietung von Hotelkapazitäten: Die meisten Häuser haben viele Zimmer frei. dpa

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