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Corona-Impfstoff: Tausende Dosen werden in Hessen weggeschmissen

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Von: Peter Hanack

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Wenn er nicht mehr haltbar ist, nützt der beste Impfstoff nichts. Foto: dpa
Wenn er nicht mehr haltbar ist, nützt der beste Corona-Impfstoff nichts. (Symbolfoto) © dpa

In Hessen verfallen zahlreiche Dosen des Corona-Impfstoffs von Moderna. Das Haltbarkeitsdatum wird am 1. Januar um 20.45 Uhr überschritten.

Frankfurt – Die Turbulenzen um Corona-Impfstofflieferungen und Vakzineknappheit sind um eine Facette reicher. Pünktlich zum Jahreswechsel verfallen in Hessen zahlreiche Dosen des Herstellers Moderna. Wie viele es landesweit sind, kann niemand genau sagen.

Es war Anfang Dezember, als in Frankfurt über den pharmazeutischen Großhandel eine große und – nach Angaben der Stadt ohne Vorankündigung – bereits aufgetaute Lieferung des Spikevax-Impfstoffs des Herstellers Moderna eintraf. Geliefert vom Bund, haltbar bis Jahresanfang 2022. Von den 10.000 Dosen werden nun einige Tausend verfallen, weil sie ihr Haltbarkeitsdatum überschritten haben. Das bestätigte eine Sprecherin des Frankfurter Gesundheitsdezernats am Donnerstag auf Anfrage.

Corona: Impfstoff verfällt Anfang Januar

„Wir haben in Frankfurt mit dem Impfzentrum eine sehr gute Infrastruktur, die es uns bisher ermöglicht hat, auch ultratiefgekühlten Impfstoff mit einer längeren Haltbarkeit zu lagern und diesen bedarfsgerecht aufzutauen und zu verimpfen“, teilte die Sprecherin von Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) mit. Der gelieferte und bereits aufgetaute Impfstoff indes sollte möglichst bis zum Jahreswechsel aufgebraucht sein. Zu diesem Zweck habe die Stadt Frankfurt im Dezember eine Vielzahl an zusätzlichen Impfaktivitäten und Erweiterungen der bisherigen Impfkapazitäten und Öffnungszeiten auch über die Weihnachtsfeiertage und zwischen den Jahren angeboten. Dennoch würden die vorhandenen Spikevax-Impfdosen mit Haltbarkeitsdatum 1. Januar 2022, 20.45 Uhr, nicht alle verimpft sein. Voraussichtlich blieben Dosen „im niedrigen vierstelligen Bereich“ übrig.

Es sei davon auszugehen, dass auch in anderen Kommunen, in Impfzentren und Arztpraxen nicht der gesamte damals gelieferte Moderna-Impfstoff tatsächlich verimpft werden könne. Beim Hessischen Städtetag gab es dazu die Auskunft, dass keine genauen Zahlen vorlägen. Bei der jüngsten Besprechung sei dies kein Thema mehr gewesen.

Im Sozialministerium heißt es, das Land sei bei den Bestellungen und der Lagerung ganz außen vor. „Wir sind da nicht eingebunden“, sagte eine Ministeriumssprecherin. Bestellt werde von den niedergelassenen Ärzten, Impfzentren oder Kommunen selbst bei den Apotheken, die wiederum über die Großapotheken beliefert würden. Diese bezögen den Impfstoff vom Bund. (Peter Hanack)

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