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Als Verstärkung war dieser Polizei-Sprinter am Ostersonntag nach Griesheim gerufen worden, verunglückte jedoch unterwegs. 

Gewalt gegen Beamte

Bei Corona-Kontrolle: Bewaffnete Attacke gegen Polizei

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Am Osterwochenende wurde in Frankfurt Polizisten angegriffen. Brennpunkte waren Griesheim und Gallus. Auch zu einem Unfall kam es. Eine Zusammenfassung und Einordnung der Ereignisse.

  • Angriff am Osterwochenende auf Polizisten in Frankfurt
  • Vorfälle in Griesheim und Gallus bei Corona-Kontrollen
  • Polizisten in Frankfurt in Unfall mit Porsche verwickelt 

Frankfurt - Die Nerven liegen blank, die Lage ist angespannt: In Griesheim und im Gallus ist es über die Feiertage zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Gruppen junger Männer sind mit Dachlatten bewaffnet gegen Polizisten vorgegangen.

Der erste Vorfall hatte sich am Karfreitag gegen 21.15 Uhr in der Griesheimer Ahornstraße ereignet. Eine Streife des 16. Polizeireviers hatte dort zusammenstehende Personen angesprochen, um das Corona-bedingte Abstandsgebot durchzusetzen*. Zur Kontrolle kamen zwei weitere Streifen hinzu. In dem Moment, als die Polizisten ausgestiegen seien, habe ein großer Stein die Seitenscheibe eines Streifenwagens zerschmettert, schildert die Polizei den Zwischenfall. Die Personen rannten weg. 

Angriff auf Polizisten in Frankfurt wegen Corona-Kontrolle

Eine zweite Streife wurde laut Polizeibericht von etwa 20 Männern attackiert, kurz nachdem die Beamten ihren Wagen verlassen hatten. Die Männer seien mit Steinen, Holzlatten und Eisenstangen bewaffnet gewesen. Die Polizisten hätten sich daraufhin zurückgezogen, und auch die bewaffnete Gruppe sei zwischen den Häusern verschwunden. Als die Beamten die Verfolgung aufnahmen, seien sie "aus dem Hinterhalt", so vermerkt der Polizeibericht, mit einer fünf Kilo schweren Hantelscheibe beworfen worden.

Alle aktuellen Entwicklungen der Corona-Krise in Frankfurt gibt es in unserem News-Ticker

Corona-Kontrolle eskaliert: Polizisten in Frankfurt in Hinterhalt gelockt

Die Polizei zog Kräfte mit Schutzhelmen und Schilden zusammen, der Hubschrauber brummte über der Siedlung, die als sozialer Brennpunkt gilt. In einer Wohnung in der Ahornstraße konnten - nachdem die Durchsuchung von der Staatsanwaltschaft legitimiert worden war - später am Abend sechs Tatverdächtige im Alter von 23 bis 31 Jahren vorübergehend festgenommen werden. Bei ihnen wurden diverse Waffen wie eine Schreckschuss-Pistole, Samurai-Schwerter, Nunchaku (Würgehölzer), Dolche und Schlagringe gefunden. Außerdem stellten die Beamten Messer, Feuerwerkskörper und Handys sicher. Alle Festgenommenen wurden ins Polizeipräsidium gebracht, mussten aber nach Aufnahme ihrer Personalien wieder entlassen werden. Gegen sie wurde ein Strafverfahren wegen tätlichem Angriff auf Polizeibeamte, versuchte gefährliche Körperverletzung, besonders schwerem Landfriedensbruch und gemeinschädlicher Sachbeschädigung eingeleitet.

Einsätze während Corona-Krise: Polizei Frankfurt rückte aus

Als Verstärkung war dieser Polizei-Sprinter am Ostersonntag nach Griesheim gerufen worden, verunglückte jedoch unterwegs. 

Am gleichen Abend war die Polizei nach Zeugenaussagen an der Aral-Tankstelle und dem McDonalds an der Mainzer Landstraße im Einsatz; in Höhe des Spielplatzes Kiefern-/Waldschulstraße brannte es. Ob das Feuer ebenfalls auf das Konto der Angreifer geht, konnte die Polizei auf Nachfrage nicht sagen. 

Polizisten verunglücken in Frankfurt auf dem Weg zu Corona-Einsatz

Am Sonntagabend loderten wieder Flammen aus Mülltonnen in Griesheim. Auf dem Weg dorthin verunglückte gegen 21.50 Uhr ein als Verstärkung hinzugerufener Mannschaftswagen der Polizei, der mit Sondersignal unterwegs war, auf der Kreuzung Reuter-/Grüneburgweg: Eine Porsche-Fahrerin (73), deren Ampel Grün zeigte, kollidierte mit dem Einsatzwagen. Der Sprinter stürzte um, rutschte noch einige Meter weiter und rammte zwei weitere Autos, einen 1er BMW und einen VW Passat. Bei dem Unfall wurden die drei Polizisten im Sprinter leicht verletzt; auch die Fahrerin des Porsche Macan und der BMW-Fahrer (23) trugen leichte Verletzungen davon. Der Gesamtschaden: rund 85 000 Euro.

Corona-Kontrollen: Angriff auf mit Messer auf Polizisten in Frankfurt

Am Karsamstag gegen 21.20 Uhr ging im Gallus ein 26-Jähriger mit zwei Küchenmessern auf Polizisten los. Der Mann stürmte von hinten auf die Beamten zu, die nach einer Streitigkeit die Personalien zweier Männer aufnehmen wollten. Bei der ersten Attacke konnte einer der Polizisten seinen Kollegen laut Polizeibericht im letzten Moment zur Seite ziehen. Als der Angreifer nach mehrmaliger Aufforderung seine Messer nicht fallen ließ, schoss ihm einer der Polizisten in den Oberschenkel.

Angriffe auf Polizisten in Frankfurt bei Corona-Kontrollen: Kritik am Vorgehen der Beamten 

Nach den Vorfällen vom Osterwochenende wurde jedoch auch Kritik am Vorgehen der Polizei laut. In Internet-Foren werfen etwa Anwohner der Ahornstraße den Beamten vor, Verhaftungen und Kontrollen nach ethnischen Kriterien vorzunehmen. Zu den Auseinandersetzungen sei es ohnehin nur gekommen, weil die "Drecksbullen", so ein Anwohner, gewalttätig "gegen Kinder" vorgegangen seien. Andere behaupten, die Polizisten hätten "Mütter mit Kindern auf den Boden geschmissen". Isabell Neumann, Sprecherin der Frankfurter Polizei, weist dies strikt zurück: In der Ausgangssituation habe es keinen Körperkontakt gegeben, im Gegenteil: "Die sind ja alle weggelaufen."

Schon vor Corona: In Ahornstraße in Frankfurt gab es schon früher Gewalt gegen Polizisten

Die Ahornstraße, die schon im Frühjahr 1993 wegen wiederholter Krawalle, Brandstiftungen und Attacken gegen Polizisten bundesweit zu einem traurigen Ruf gekommen war, steht wieder im Fokus der Polizei. Damals wie heute wird von einigen in der Siedlung die Polizei als Ordnungsmacht nicht akzeptiert. Isabell Neumann: "Da können Sie stündlich durchfahren und werden immer Leute finden, die sich nicht an die Regeln halten."

Polizei stellt Verstoß gegen Corona-Regeln in Frankfurt fest

Während es in Frankfurt ansonsten keine größeren Auseinandersetzungen wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln kam, gibt es auch aus Schwanheim massive Beschwerden: Dort hätten größere Gruppen sowohl am Waldspielpark wie auch an der Kobelt-Ruhe gegrillt und ihren Dreck hinterlassen. 

Von Holger Vonhof

Diese massiven Attacken junger Männer gegenüber Polizisten bringen die Bronx-Vorwürfe in die Ahornstraße in Griesheim zurück*. Das Viertel hat sich bemüht, den alten Ruf abzustreifen, jetzt ist es für die Polizei wieder ein „Hotspot“. Was ist dran an dem Ruf?

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