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Ein Vater fährt mit seinem kleinen Sohn auf dem Schlitten eine Piste auf dem Feldberg hinunter.

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Unfälle, Rodelfreuden und Glättegefahr: Tief "Oskar" versorgt Hessen mit Schnee

Schneefälle haben bei den Hessen für gemischte Gefühle gesorgt: Während im Taunus zeitweise Busse ausfielen und Fahrgäste warten mussten, freuen sich die Liftbetreiber in den Skigebieten über "Winterstimmung pur" bei bis zu 70 Zentimeter Pulverschnee.

Frankfurt/Offenbach - Nasskaltes Wetter, dichte Wolken und zeitweise Schnee hat Tief "Oskar" am Mittwoch den Hessen beschert.  Zwar hat das Winterwetter nach Angaben der Polizeipräsidien Westhessen und Frankfurt bis Mittwochnachmittag zu keiner merklichen Zunahme der Unfallzahlen geführt. Doch vereinzelt wurde der Verkehr in der Winterlandschaft gestört.

Autos stauen sich im Norden der Stadt bei Schneefall und winterlichen Straßenverhältnissen.

So stieß in Offenbach bei Glätte ein Auto mit einem Linienbus zusammen, die Autofahrerin erlitt eine Knieprellung. Ein anderer Bus schlitterte gegen ein Verkehrsschild; verletzt wurde dabei nach Polizeiangaben niemand.

Auch im Hochtaunuskreis und im mittelhessischen Wetteraukreis kam es zu Glätteunfällen, in Altenstadt wurde eine 43-Jährige beim Zusammenstoß ihres Autos mit einem Kleintransporter leicht verletzt. Bei anderen Unfällen blieb es nach Polizeiangaben bei Sachschäden.

Am Mittag war die Zufahrtsstraße zum Feldberg im Taunus der Feuerwehr zufolge zeitweise gesperrt. Zwei Autos waren zusammengeprallt, die beiden Fahrer und eine Mitfahrerin wurden leicht verletzt. Im Untertaunus verspäteten sich nach offiziellen Angaben zahlreiche Busse. Einige Haltestellen konnten zeitweise nicht angefahren werden, unter anderem in der Nähe des Feldbergs.

Nach einem Unfall auf der Zufahrtstraße zum Feldberg im Taunus bereiten Feuerwehrleute die Bergung eines der beteiligten Fahrzeuge vor

In der Rhön freute sich dagegen Tourismus-Sprecherin Kathrin Kupka-Hahn über "beste Wintersportbedingungen". So habe am Mittwochmittag auf der Wasserkuppe bis zu 70 Zentimeter Schnee gelegen - die bislang höchste Schneehöhe des Winters. Die Schneekanonen seien in dieser Woche nicht mehr eingesetzt worden. "Für die Skigebiete um die Wasserkuppe war auch der anhaltende Frost vergangene Woche gut. Der Boden ist nicht mehr so weich und der Schnee bleibt liegen."

Ein Spaziergänger geht im Nebel auf dem Feldbergplateau durch den Schnee.

Auch das Skigebiet Willingen in Nordhessen zieht derzeit zahlreiche Wintersportler an. "Wir haben richtig viele Anfragen, auch von Gruppen, die Flutlicht-Skifahrten machen wollen", sagte Sprecherin Marina Kieweg. Auch bei Familien gebe es Interesse: Nach der Zeugnisvergabe an hessischen Schulen am Freitag wollen laut Kieweg viele ein gemeinsames Skiwochenende verbringen. Rund 50 Zentimeter Schnee lag den Angaben zufolge am Mittwochmittag auf den Pisten in Willingen. "Wenn bei der Kälte die Sonne rauskommt, ist hier ein Traumwetter. Wir warten auf ein richtig cooles Wochenende", so die Sprecherin.

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Winterlich bleibt es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) auch in den kommenden Tagen. Am Donnerstag sorgt Tief "Oskar" weiter für frischen Schnee in Teilen Hessens. "Dabei muss zum morgendlichen Berufsverkehr erneut mit glatten Straßen und Behinderungen gerechnet werden", kündigte ein Meteorologe des DWD am Mittwoch an. Tagsüber werden Höchsttemperaturen zwischen 1 und 4 Grad, im Bergland minus 1 bis plus 1 erwartet. Nachts kühlt es auf bis zu 0 bis minus Grad ab, im Bergland bis minus 6 Grad.

Zwei Männer joggen entlang einer Start- und Landebahn am Frankfurter Flughafen auf einem schneebedeckten Weg.

Danach sorgt Tief "Pirmin" mit seiner Warmfront in der Nacht zum Freitag und am Freitag für weitere Schneefälle im hessischen Bergland. Durch einen Schwall milderer Meeresluft gehen diese laut Vorhersage zum Teil in Regen über. Dabei kommt es neben der Schneeglätte gebietsweise auch zu gefährlichem Glatteis.

Glättegefahr besteht wegen "Pirmin" voraussichtlich auch am Wochenende. Weitere Niederschläge werden erwartet, die bei sinkender Schneefallgrenze bis in tiefere Lagen als Schnee fallen können.

Mit Scheen und Eis bedeckt wartet Schäferhund Hogan im Tiefschnee auf dem Feldbergplateau.

Insgesamt war der Januar in Hessen wärmer, sonniger und nasser als im vieljährigen Mittel, bilanzierte der DWD am Mittwoch. Die Durchschnittstemperatur von 0,5 Grad lag knapp 1 Grad über dem Soll-Wert. Es fielen durchschnittlich knapp 75 Liter Niederschlag pro Quadratmeter - der vieljährige Mittelwert beträgt laut DWD 63 Liter.

(dpa)

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