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Nebenkosten

Teures Wohnen

Die Nebenkosten in Hessen steigen weiter

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Bei den Nebenkosten sind die Zahlungen für Heizung und Warmwasser größter Posten in der Betriebskostenabrechnung. Auch der Wasserverbrauch kommt die Mieter teuer zu stehen.

Frankfurt/Wiesbaden - Die Nebenkosten steigen weiter kontinuierlich. So müssen Mieter in Hessen im Durchschnitt 2,24 Euro pro Quadratmeter und Monat für Betriebskosten zahlen. Rechnet man alle denkbaren Betriebskostenarten mit den jeweiligen Einzelbeträgen zusammen, kann die sogenannte zweite Miete sogar bis zu 3,37 Euro pro Quadratmeter und Monat betragen. Die größten Steigerungen gab es hierbei bei den Kosten für die Müllgebühren, die Wasserversorgung und die Versicherungen. Das sind die Ergebnisse aus dem aktuellen Betriebskostenspiegel, den der Deutsche Mieterbund – Landesverband Hessen jetzt auf Grundlage der Abrechnungsdaten des Jahres 2016 vorgelegt hat.

Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung müssten bei Anfallen aller Betriebskostenarten durchschnittlich 3235,20 Euro für das Abrechnungsjahr 2016 aufgebracht werden, rechnet der Mieterbund vor. Wie die Verbraucherorganisation weiter festgestellt hat, sind die Kosten für Heizung und Warmwasser (der größte Posten bei den Betriebskosten) im Abrechnungsjahr 2016 leicht gesunken und liegen jetzt im Durchschnitt bei 1,14 Euro. Für das Jahr 2015 betrugen sie 1,22 Euro. Hier sei jedoch zu berücksichtigen, dass die Höhe der Kosten vor allem durch klimatische Einflüsse, den energetischen Zustand der Wohnung und von starken Preisunterschieden sowohl zwischen Heizöl, Gas und Fernwärme als auch zwischen den einzelnen Gas- und Fernwärmeversorgern bestimmt würden.

Die wichtigsten Posten

Hier wiesen die vom Mieterbund ausgewerteten Daten eine Bandbreite von 0,42 bis 1,60 Euro pro Quadratmeter und Monat aus. Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung ergeben sich somit durchschnittliche Heiz- und Warmwasserkosten in Höhe von 1094,40 Euro im Jahr. Letztlich entfielen damit rund 50 Prozent der tatsächlich gezahlten Betriebskosten auf Heizung und Warmwasser.

Zu den weiteren wichtigen Positionen innerhalb der Betriebskostenabrechnung gehören die Wasserkosten. Hierzu gehören neben dem reinen Wassergeld auch die Kosten einer Wasseruhr inklusive der regelmäßigen Eichkosten. In den meisten Fällen erfolgt die Abrechnung der Wasserkosten nach dem Verteilerschlüssel „Kopfzahl“ oder „Wohnfläche“. Nur im Neubaubereich muss zwingend verbrauchsabhängig anhand von Wasseruhren in den Wohnungen abgerechnet werden. Zu den Entwässerungskosten gehören die städtischen Kanalgebühren.

Hierzu können aber auch die Kosten für eine private Anlage beziehungsweise die Kosten für Abfuhr und Reinigung einer eigenen Klär- und Sickergrube gezählt werden. Auch von der Gemeinde per Abgabenbescheid erhobene Kosten wie Sielgebühren, Oberflächenentwässerung, Regenwasser oder Niederschlagswasser gehören zu den Entwässerungskosten. Diese Kosten belaufen sich im Hessendurchschnitt auf 0,45 Euro pro Monat und Quadratmeter. Wenn in der Betriebskostenverordnung von „laufenden öffentlichen Lasten des Grundstücks“ die Rede ist, ist die Grundsteuer gemeint. Sie schlägt mit 0,19 Euro pro Quadratmeter und Monat zu Buche.

Die Kosten der Müllabfuhr (0,18 Euro pro Monat und Quadratmeter), hierzu gehören auch die laufenden Kosten für einen Müllschlucker, eine Müllschleuse oder andere Systeme zur Erfassung der Müllmengen, findet der Mieter auch in seiner Betriebskostenabrechnung wieder. Keine Kosten der Müllbeseitigung sind es übrigens, wenn Container aufgestellt werden, um nach Umbau- oder Modernisierungsarbeiten Bauschutt abzufahren oder Sperrmüll zu entsorgen.

Mit zwei Cent mehr (0,20 Euro pro Monat und Quadratmeter) fallen nach Berechnungen des Mieterbundes die Kosten der Versicherung des Gebäudes gegen Feuer-, Sturm- und Wasserschäden, Kosten der Glasversicherung, der Haftpflichtversicherung für Gebäude, Öltank und Aufzug an. Auch Kosten für eine Versicherung gegen Elementarschäden, wie Überschwemmungen oder Erdbeben, zählen hierzu. Dagegen seien die Prämien für die Rechtsschutzversicherung oder die Hausratversicherung des Vermieters keine Betriebskosten, so der Mieterbund.

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