Frauen bei Radikalisierung „nicht so im Fokus”

Wenn Lehrer, Eltern oder Sozialarbeiter Alarm schlagen wegen möglicher islamischer Radikalisierung bei Jugendlichen, haben sie vor allem junge Männer im Blick.

Wenn Lehrer, Eltern oder Sozialarbeiter Alarm schlagen wegen möglicher islamischer Radikalisierung bei Jugendlichen, haben sie vor allem junge Männer im Blick. „Unsere Wahrnehmung ist sehr stark geprägt durch die Begriffe: Männlich, muslimisch, Migrant”, sagt Saba-Nur Cheema, Leiterin der Abteilung Pädagogik der Anne Frank-Bildungsstätte in Frankfurt. Sie berät auch Eltern und Pädagogen. „Dadurch gehen Mädchen und junge Frauen in der Wahrnehmung verloren.” Dabei gelte für die islamistische Szene wie auch für andere Radikalisierungsprozesse: „Gewalt kennt kein Geschlecht.”

„Salafismus kann alle betreffen”, so Cheema über die Ausbreitung radikalislamischer Ideen unter Jugendlichen. „In vielen Schulen und Jugendzentren gibt es die verkürzte Wahrnehmung, dass Islam nur muslimische Jugendliche betrifft, nicht Deutsche ohne Migrationshintergrund.”

(dpa)

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