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Das Firmenlogo über dem Eingang der Zentrale von Fresenius.

Dax-Konzern

Fresenius kauft Kliniken in Kolumbien ? Weg zum Rekordjahr steiniger

Fresenius treibt den internationalen Ausbau seines Krankenhausgeschäfts voran. Über die spanische Kliniktochter Quirónsalud kauft der Gesundheitskonzern den privaten Krankenhausbetreiber Clínica Medellín in Kolumbien.

Fresenius treibt den internationalen Ausbau seines Krankenhausgeschäfts voran. Über die spanische Kliniktochter Quirónsalud kauft der Gesundheitskonzern den privaten Krankenhausbetreiber Clínica Medellín in Kolumbien. Dies kündigte das Dax-Unternehmen am Dienstag an. Der Betreiber unterhalte zwei Kliniken mit zusammen 185 Betten, die zentral in Medellín liegen, einer der größten Städte Kolumbiens mit 2,5 Millionen Einwohnern.

Derweil sieht sich Fresenius auf dem Weg zum angepeilten 15. Rekordjahr immer mehr Hindernissen gegenüber. Im dritten Quartal bremsten schleppende Geschäfte der Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) und im deutschen Krankenhausgeschäft, wie Fresenius bei der Vorlage der endgültigen Zahlen in Bad Homburg erklärte.

Mit dem Zukauf in Kolumbien baut Fresenius die bisher kleine Präsenz in Südamerika aus und setzt noch stärker auf Quirónsalud. Die Hessen hatten die spanische Klinikkette 2016 für rund 5,8 Milliarden Euro gekauft und stark von der größten Übernahme der Firmengeschichte profitiert. Quirónsalud ist seit vergangenem Jahr in Peru vertreten. Die Übernahme von Clínica Medellín kostet Fresenius mehr als 50 Millionen Euro und soll im ersten Quartal 2019 abgeschlossen sein.

Überraschend kommt der Schritt nicht: Fresenius-Chef Stephan Sturm hatte bereits anklingen lassen, dass er Klinik-Übernahmen im Ausland offen gegenüber steht und das Krankenhausgeschäft mit dem Zuschnitt auf Akutversorgung auch auf eine Internationalisierung ausrichtet.

Im Tagesgeschäft lief es für den erfolgsverwöhnten Dax-Konzern jüngst nicht mehr so rund. Zwar konnte Fresenius nach einem Gerichtsentscheid die geplante Übernahme des US-Arzneiherstellers Akorn abblasen, die als teurer Fehlschlag galt. Doch das Unternehmen musste bei den Jahreszielen zurückrudern und erklärte, die Wachstumsziele nur am unteren Ende der anvisierten Bandbreiten zu erreichen. Der Aktienkurs brach ein.

Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 3 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro, während das Ergebnis im laufenden Geschäft stagnierte. Der Gewinn bereinigt um Sondereinflüsse wuchs um 8 Prozent auf 445 Millionen Euro. Gute Geschäfte der Dienstleistungstochter Vamed und der Flüssigmedizin-Sparte Kabi konnten Schwächen der anderen Bereiche nicht ausgleichen. So verzeichnete die Klinik-Tochter Helios weniger Patienten, weil der Trend zur günstigeren ambulanten Versorgung geht.

Bei FMC sank der Umsatz um 6 Prozent auf gut 4 Milliarden Euro. Unterm Strich ging das Ergebnis wie erwartet um 8 Prozent auf 285 Millionen Euro zurück. Die Dialyse-Tochter bekommt Gegenwind im Kernmarkt USA und in schwächelnden Schwellenländern wie Argentinien, wo Hyperinflation herrscht. FMC hatte die Ziele für 2018 daher gesenkt. An der Börse notierten die Aktien am Dienstag in einem schwachen Markt erneut niedriger.

In Sachen Akorn rückt unterdessen die finale Klärung vor Gericht näher. Fresenius wirft den Amerikanern manipulierte Medikamententests vor und trat von der Übernahme zurück. Ein US-Gericht sah die Hessen im Recht, doch Akorn ging in Berufung. Verhandelt wird nun am 5. Dezember, wie Fresenius-Chef Sturm sagte. Er rechnet mit einem Entscheid im ersten Quartal 2019.

(dpa)

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