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Fünf Jahre Gefängnis für Bankräuber mit „hässlichem Schlips“

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Justitia
Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Wegen einer Serie von insgesamt acht Überfällen auf Banken, zwei Taxifahrer sowie einen Tankwart hat das Landgericht Hanau am Freitag einen 21-Jährigen aus dem Kreis Fulda zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt. Er war als „Räuber mit der hässlichen Krawatte“ bekannt geworden. Die Strafkammer verurteilte den jungen Mann, der einige Taten noch als Heranwachsender verübt hatte, nach dem Jugendstrafrecht.

Hanau - Nach Ansicht der Jugendkammer fehlt ihm noch die entsprechende Reife. Er solle die Haftstrafe nutzen, um eine Ausbildung abzuschließen, empfahl die Vorsitzende Richterin Katharina Jost dem Angeklagten in der Urteilsbegründung. Der Angeklagte hatte ein umfassendes Geständnis abgelegt und zugegeben, zwischen März und Mai 2021 Banken und Sparkassen in Gelnhausen, Wächtersbach und Bad Soden-Salmünster (alle Main-Kinzig-Kreis) sowie in Fulda und Waghäusel (Landkreis Karlsruhe) ausgeraubt und dabei insgesamt 61.000 Euro erbeutet zu haben. Nach Überfällen auf zwei Taxifahrer sowie auf eine Tankstelle, bei denen er jeweils nur mehrere Hundert Euro erbeutet hatte, soll sich der Mann entschieden haben, die Geldinstitute zu überfallen. Bei seiner Raubserie habe er stets eine Schreckschusswaffe benutzt. Als Motiv für seine Verbrechen hatte der Angeklagte „Geldnot“ als Motiv genannt, weil er nach dem Abbruch einer Lehre kein Einkommen mehr und aufgrund von Online-Bestellungen Schulden gehabt habe.

Die Fälle hatten überregional für Aufsehen gesorgt, weil Zeugen der Polizei den damals Unbekannten als jungen Mann mit einer „auffällig hässlichen Krawatte“ beschrieben hatten. Es soll sich um einen Schlips im „Stil der 80er Jahre“ gehandelt haben, den dieser in mindestens zwei Fällen getragen hatte. Nach seinem letzten Banküberfall nahe Karlsruhe, bei dem er 12.000 Euro erbeutet hatte, war der 21-Jährige im Mai 2021 von der Polizei festgenommen worden. Mit ihrem Urteil folgten die Richter dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft, die eine Gefängnisstrafe von fünf Jahren und acht Monaten gefordert hatte. Die Verteidiger hatten eine „milde Strafe“ angeregt. Das Urteil ist rechtskräftig, da der Angeklagte sowie die Staatsanwaltschaft auf eine Revision verzichtet haben. dpa

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